Arrival | Poster ©Sony Pictures Releasing GmbH

Das die Menschheit quasi über Nacht feststellen muss, dass sie nicht die einzige “intelligente” Spezies im großen, weiten Universum ist, darf im Kino schon als alter Hut bezeichnet werden. Gleiches gilt für die Unwissenheit der Erdlinge dahingehend, was die Herrschaften von dort oben eigentlich genau wollen. Klar, meistens eskaliert die Geschichte, weil die Aliens sich an einer feindlichen Übernahme unseres Planeten versuchen wollen oder, weil unsere Rasse einfach zu kriegsverliebt ist, um sich diese Chance entgehen zu lassen. Nur in wenigen Fällen behandeln Filme das an sich ja sehr interessante Thema etwas zurückhaltender und abstrakter. So beispielsweise 1997 Robert Zemeckis mit dem großartigen ContactDenis Villeneuve scheint sich mit seinem neuesten Werk Arrival nun irgendwo zwischen eben jenen entschleunigten sowie bodenständigen Streifen und der Popcornvariante platzieren zu wollen. Dabei will er offenbar die Frage in den Fokus stellen, die in den meisten Filmen der dritten Art relativ schnell abgefrühstückt wird: Warum sind die außerirdischen Besucher bei uns? Und wer auf unserem grünen Planeten ist eigentlich befähigt, ihnen diese Frage zu stellen? Die Option, einfach wieder dem amerikanischen Präsidenten ein Mikro in die Hände zu legen und ihn irgendeinen patriotischen Käse faseln zu lassen, der dann aber auch nur auf die USA zutrifft, kommt hier offensichtlich nicht in Frage. Tja, und dann sieht es plötzlich ganz düster aus in Sachen Kommunikation. Ach, und wo wir gerade dabei sind: Wenn man sich wirklich dazu entscheidet, nicht zuerst die Waffen, sondern einmal ganz vernünftig die Worte arbeiten zu lassen – in welcher Sprache soll das dann vonstatten gehen?

Viele Fragen, auf die in Arrival auch Colonel Weber (Forest Whitaker, Der letzte König von Schottland) keine Antwort hat und deswegen Dr. Louise Banks (Amy Adams, American Hustle), eine Spezialistin, wenn es um Übersetzungen geht, anheuert. Allerdings lässt sich dieser Job nicht mal eben von heute auf morgen erledigen und so zerrinnt ihr schon bald die Zeit zwischen den Fingern. Während sie nämlich noch versucht, die Aliensprache zu verstehen, beginnen die Regierungen und Militärs weltweit mobil zu machen.

Eigentlich wollte ich ja erst nur den Trailer auf BMTH stellen, doch nachdem ich mir diesen angesehen und die Namen der Beteiligten gelesen habe, musste ich einfach ein paar Worte dazu loswerden. Alleine Denis Villeneuve wäre ja schon Grund genug, ob des Streifens ganz hibbelig zu werden. Ihm haben wir immerhin solch fantastische und atmosphärische Thriller wie PrisonersSicario oder Enemy, welcher bei mir sogar eine der höchsten Wertungen überhaupt abstauben konnte, zu verdanken. Das Drehbuch zu dem auf einer Kurzgeschichte von Ted Chiang basierenden Arrival stammt von Eric Heisserer, welcher auch schon bei einem der besten Prequels die ich kenne (The Thing) als Autor verantwortlich zeichnete. Über andere Jobs von ihm kann man sich streiten (Final Destination 5, A Nightmare on Elm Street anno 2010), für mich ist allerdings kein einziger Totalausfall dabei und ergo kann er für Villeneuves Film eigentlich nur ein Gewinn sein. Über die beiden schon genannten Schauspieler braucht man wohl keine weiteren Worte mehr zu verlieren. Wenn man nun noch Jeremy Renner (The Hurt Locker) und Michael Stuhlbarg (Men in Black 3) hinzunimmt, wird daraus endgültig ein Projekt, dass zumindest auf dem Papier sehr rund wirkt. Bleibt zu hoffen, dass die Stärken, die jeder von ihnen mit einbringt, auch gut harmonieren und der Regisseur ein weiteres kleines Meisterwerk abliefert. Ab dem 10.11.2016 kann man sich im Kino selbst davon überzeugen. Ich freue mich solange schonmal wie ein Keks auf dieses Datum.

Zusatzinfos | Herkunftsland: USA | Originaltitel: Arrival | Regie: Denis Villeneuve | Drehbuch: Eric Heisserer | Darsteller: Amy Adams, Jeremy Renner, Michael Stuhlbarg, Forest Whitaker | Produktion: Glen Basner, Dan Cohen, David Linde, Karen Lunder | Freigabe: t.b.a. | Uncut: t.b.a. | Spieldauer: 116 Min. | Verleih: Sony Pictures Releasing GmbH | Kinostart Deutschland: 10.11.2016
Arrival (2016) dt. Trailer
Potential: Ein starker Cast, eine vielversprechende Crew sowie ein interessantes Thema, dessen Umsetzung mehr mit Hirn als mit "Bumm Bumm" glänzen möchte - meine Vorschusslorbeeren hat der Film schonmal.
Potential85%
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