Blutgletscher | CoverEine Gruppe von Klimaforschern macht in den österreichischen Alpen eine ungewöhnliche Entdeckung: Teile des Gletschers sind von einer fremdartigen, roten Substanz bedeckt. Die Untersuchung von Proben ergibt, dass sich darin einzellige Organismen befinden, deren biologische Struktur bei den Wissenschaftlern jedoch einige Fragen aufwirft. Bevor sie weitere Nachforschungen anstellen können, werden sie jedoch von Mischwesen angegriffen, die eine Kreuzung unterschiedlicher Tierarten zu sein scheinen und während lediglich Janek das Unheil kommen sieht, wollen die Anderen ihre Entdeckung geheim halten. Zu allem Überfluss ist auch noch Ministerin Bodicek mit einigen Begleitern, darunter die Ex-Freundin von Janek, auf dem Weg zu der Forschungsstation. Eine Katastrophe bahnt sich an…

So langsam scheint der Genrefilm in deutschsprachigen Gefilden ja Fuß zu fassen. Insbesondere die Österreicher haben in den letzten Jahren sehr beeindruckend gezeigt, dass auch mit wenig Geld großes Kino entstehen kann. 2009 brachte das schweizer Regieduo Ivan Engler und Ralph Etter den überraschend guten Cargo und bereits ein Jahr später ließ Marvin Kren in Rammbock die Zombies auf die deutsche Hauptstadt los. Der gleiche Regisseur haute im letzten Jahr mit Blutgletscher seinen zweiten Genrestreifen raus. Vor einigen Monaten hatte ich bereits einen Trailer hierzu gepostet und seitdem sehnsüchtig die erste Sichtung herbeigesehnt. Gestern habe ich mich schließlich auf die Forschungsstation begeben um einmal abzuchecken, was da los ist…

Bereits zu Beginn wird klar, dass Blutgletscher einem der größten Genreklassiker aller Zeiten huldigt: John Carpenter‘s The Thing. Anstatt diesen jedoch einfach nur billig zu kopieren, gehen die österreichischen Filmemacher einen neuen Weg, der zwar dem des Vorbildes immer noch sehr nahe ist, aber doch innovativ genug daher kommt, um nicht als bloßer Abklatsch durchzugehen. Ganz groß fand ich, dass man sich offensichtlich sehr viel Mühe gegeben hat, um aus den begrenzten Mitteln das Maximum herauszupressen. Das beginnt mit den Schauspielern, die 

allesamt absolut überzeugend spielen, allen voran Gerhard Liebmann als bärtiger Brummbär und  Brigitte Kren (im Übrigen die Mutter von Marvin Kren) als Ministerin in der wohl maskulinsten Rolle des ganzen Films. Ebenso weiß das authentische Setting zu gefallen, das in seiner Abgeschiedenheit vollkommen vergessen lässt, dass sich der gesamte Plot auf relativ kleinem Raum mit nur wenigen Ortswechseln abspielt. Gedreht wurde im Übrigen in den südtiroler Alpen.

Handwerklich begabt...

Jetzt mal Hand auf’s Herz Männer: Handwerklich begabte Frauen sind was Feines, oder?

Mein größtes Lob gilt jedoch der Entscheidung, die Creature Effects nur selten mithilfe von CGI umzusetzen und stattdessen mit guter, alter Handarbeit an die Sache heran zu gehen. Zwar sieht man dafür nur wenige Details, wenn das Viehzeug auftaucht, but who the fuck cares?! Ganz ehrlich, ich habe lieber greifbare, plastische Kreaturen, die dafür nicht so häufig zu sehen sind, als irgendeinen billig reingeschnittenen Computerrotz. Wenn das Ganze dann noch mit wenigen, dafür aber wirkungsvollen Jump Scares gewürzt ist, kann der Film schon nicht mehr viel falsch machen. Wenn ich meiner Begeisterung bis hierhin noch nicht genug Ausdruck verleihen konnte, dann lasst es mich einmal so versuchen: Blutgletscher ist geiler Creature-Horror-Shit mit tollen Effekten und sympathischem O-Ton, den sich hoffentlich genug Leute legal reinpfeiffen, damit mutige Regisseure wie Marvin Kren in Zukunft weitermachen können. So, das war’s!

 

 

Zusatzinfos | Herkunftsland: Österreich | Originaltitel: Blutgletscher | Freigabe: FSK 16 | Uncut: Ja | Spieldauer: 97 Min. | Verleih: Drop-Out Media | DVD/BD VÖ: 06.02.2014

Blutgletscher (2013)
Prädikat: Alpenhorror deluxe!
Story75%
Schauspieler85%
Spannung85%
Inszenierung85%
83%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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