Ein Mann, dessen Gesicht einem in Wasser aufgeweichten Streuselkuchen nicht unähnlich aussieht, stolpert durch den Wald. Dem Burschen geht es irgendwie gar nicht gut. Er schleppt sich auf eine Straße, sieht allerdings nicht den Schulbus, der auf ihn zufährt. Ok, der Fahrer wird ihn schon sehen und dem armen Kerl helfen…wird er nicht und so endet schon nach wenigen Filmminuten die erste Person (bei der es sich im Übrigen um einen Überlebenden aus dem Vorgänger handelt) als roter Matsch auf einer Windschutzscheibe. Das der Kerl irgendeine ungesunde Scheiße mit sich herumgetragen hat, dürfte nicht schwer zu erraten sein und wer Cabin Fever von Eli Roth kennt, der weiß, dass man sich damit ganz sicher nicht anstecken möchte. Im Vorspann wird daraufhin in Form eines Zeichentrickfilms gezeigt, wie der Virus in das Trinkwasser einer nahe gelegenen Kleinstadt gerät. Hier verfolgen wir nun die Geschehnisse im Vorfeld des Abschlussballs der örtlichen Schule. Im Zentrum stehen John (Noah Segal), die von ihm angehimmelte Cassie (Alexi Wasser) und sein Kumpel Alex (Rusty Kelley). Und während noch die Begleitung für die Prom Night gesucht und darum gewettet wird, wer wen flachlegt, bahnt sich das Unheil an. Den Highschool-Abgängern steht ein blutroter Abend bevor… Man könnte jetzt sagen, dass Autor und Regisseur Ti West (V/H/S, The Innkeepers) es sich ziemlich einfach gemacht hat, indem er auf dem mittlerweile zum Kult avancierten Vorgänger von Horrormastermind Eli Roth aufbaut. Schon alleine dadurch dürfte dem Film die Aufmerksamkeit der Genrefans zuteil geworden sein. Meistens bekommt man ja bei solchen Fortsetzungen ziemlichen Müll serviert. Da wird der Name gekauft und damit eine Fortsetzung produziert, die dünner als Dünnschiss ist. Ganz so einfach ist das hier jedoch nicht, denn auch, wenn Cabin Fever 2 kein herausragender Vertreter seines Genre ist, so macht er doch vieles richtig. Das gilt insbesondere für die Schauwerte, die für eine ungeschnittene Fassung mit dem Segen der FSK doch recht deftig und vor allem handwerklich gut gemacht sind. Menschen werden zerfetzt, Fingernägel entfernt und auch mit dem männlichen Geschlechtsteil wird einiges Schindluder getrieben. Das ist stellenweise schon echt eklig. Gore-Fans werden also bedient. Noch besser wirken diese Szenen, weil der Film zu großen Teilen aussieht, wie eine Hommage an die Splatterstreifen der 80er und 90er Jahre.

John

Was dieser junge Mann gerade mit seinem Arm tut ist alles andere als delikat…

Leider lassen die Schauwerte genau dann nach, wenn man sie sich am meisten erhofft und das ist auch die Achillesferse des Films. Wo die erste Hälfte richtig Lust auf das große Blutbad am Ende macht, da flacht die zweite Hälfte ab. Ok, die vorherrschende Farbe in den letzten 20 Minuten ist rot, aber es fehlt einfach die totale Eskalation, die man sich nach dieser Vorarbeit wünscht. Ich habe ja grundsätzlich überhaupt nichts dagegen, wenn ein Film auch mal etwas vom Gas geht, aber hier scheint es fast so, als habe Ti West zum Schluss hin zunehmend den Faden verloren. Die Darsteller bringen auch nicht genug Leistung, um Cabin Fever 2 dann noch alleine über die Zielleine zu tragen. Das Drehbuch gibt Ihnen allerdings auch kaum Werkzeuge an die Hand: Im Grunde erfährt man nichts über die Charaktere und wirklich sympathisch sind sie auch nicht, sodass es einem eigentlich ziemlich egal ist, wenn sie draufgehen. Wenn ich jetzt nochmal darüber nachdenke, gibt es in dem Film tatsächlich keine Person, die ich jetzt gerne kennenlernen wollte. Passend zu alledem wird zum Ende hin dann etwas unbeholfen versucht, den Raum für eine Fortsetzung zu öffnen, was natürlich per se wünschenswert ist (und mit Cabin Fever: Patient Zero ja mittlerweile auch umgesetzt wurde), aber hier etwas hingerotzt wirkt.  Der Film macht Spaß, keine Frage. Und wer sich einfach mal wieder einen Streifen mit wenig Story, dafür aber guten, handgemachten und teils kreativen Gore-Effekten geben möchte, der ist hier definitiv richtig. Mehr sollte man aber auch nicht erwarten.

 

Zusatzinfos | Originaltitel: Cabin Fever 2 – Spring Fever | Freigabe: FSK 18 | Uncut: ja | Spieldauer: 91 Min. | Studio (Verleih): Tiberius Film | BR/DVD VÖ: 09.04.2010

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Cabin Fever 2: Spring Fever (2009)
Prädikat: Gut.
Story50%
Schauspieler63%
Blutgehalt75%
63%Wertung
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