Cabin Fever - The New Outbreak | Cover ©Tiberius FilmRemakes haben es insbesondere bei Genrefans heutzutage nicht leicht. Diese sehen es in der Regel nämlich nicht unbedingt gerne, wenn man den lieb gewonnenen Filmstoff nochmal neu aufwärmt und das, um, so behaupten es zumindest böse Zungen, aus dem bekannten Namen nur nochmal etwas mehr Kohle zu machen. Meine persönliche Meinung: Ich mag solche Neuauflagen, denn erstens bleibt mir das Original ja erhalten und wird durch die Frischzellenkur nicht “überschrieben” und zweitens können sie die bekannten Geschichten oftmals mit einigen interessanten Ideen würzen, die es in der Urfassung nicht gab oder die sich aus Budgetgründen schlichtweg nicht umsetzen ließen. Gerade Letzteres räumt diesen neuen Versionen dann durchaus eine Daseinsberechtigung ein. So zum Beispiel bei A Nightmare on Elm Street anno 2010. Sicher kann der Streifen nicht mit dem einzigartigen Original mithalten, aber er liefert eine ernstere, alternative Version des Bösewichts Freddy Krüger und das gefällt mir nach wie vor! Wie aber ist das Ganze zu bewerten, wenn das Reboot auf dem gleichen Drehbuch wie die Vorlage basiert und nur wenige, nuancierende Änderungen liefert? So verhält es sich nämlich bei Travis Zariwny‘s Cabin Fever – The New Outbreak. Ob der Streifen dennoch funktioniert und zu unterhalten weiß, erfährst du in den folgenden Zeilen…

Fünf Freunde fahren zu einer schnieken Waldhütte an einem ruhigen See, um dort anständig die Sau rauszulassen. Das bedeutet allerdings für jeden von ihnen etwas Anderes: Die introvertierte Karen (Gage GolightlyExitUs) will sich einfach nur erholen, Paul (Samuel Davis, Sin City 2 – A Dame to Kill for) hingegen ist hoffnungslos in sie verknallt und möchte ihr das endlich zeigen. Der Checker Jeff (Matthew DaddarioNaomi & Ely) und die kecke Marcy (Nadine CrookerSome Guy Who Kills People) bilden die Partyfraktion und freuen sich auf Sex’n Drugs. Bleibt noch Bert (Dustin IngramTrue Blood). Der Quotennerd mit einem Fable für Shooter Spiele hat sich ein Gewehr mitgenommen und kann es kaum erwarten, wie ein Bekloppter durch den Wald zu rennen und auf irgendetwas zu schießen. Das Setup bietet also eine Menge Optionen für ein ereignisreiches Wochenende. Die ausgelassene Stimmung wird jedoch schon bald getrübt, als ein offensichtlich kranker Kerl mit einer Art blutigem Hautausschlag am ganzen Körper den Partycrasher gibt. Unsere Teens reagieren darauf…sagen wir mal nicht ganz so hilfsbereit. Kurze Zeit später scheint die vermeintliche Gefahr zwar gebannt, doch bereits am nächsten Tag zeigen sich auch bei den Jungs und Mädels erste Symptome der Krankheit. So beginnt bald nicht nur ein Wettlauf gegen die Zeit, sondern auch untereinander, denn keiner will sich bei dem anderen anstecken. Woher aber die eigentliche Gefahr herrührt, erfahren sie erst, als es schon zu spät ist…

Auch in der Zusammenfassung dürfte nochmal deutlich geworden sein: In Sachen Plot gibt es nichts Neues. Und doch fällt auf, dass man sich ein paar Freiheiten genommen hat. So werden beispielsweise schon früh die sozialen Medien mit ein-

gebaut und Bert ist jetzt ein eingefleischter Gamer, anstatt einfach nur der Klassenclown, was ihm etwas mehr Profil verleiht. Was diese beiden Punkte anbelangt, hat man das Reboot aber auch an den technischen Fortschritt seit dem Release des Originals angepasst. Außerdem ist der Sheriff jetzt eine Frau (Sex *hust* sells). Zu guter Letzt legen Travis Zariwny und sein Team in Sachen Gewaltdarstellung nochmal eine Schippe drauf und das, obwohl schon Cabin Fever anno 2002 quantitativ und qualitativ Einiges für Gorehounds zu bieten hatte. Insbesondere bei dem infizierten Hund, dessen Herrchen in der Urfassung noch von Regisseur und Drehbuchautor Eli Roth höchstpersönlich gespielt wurde, fällt auf, dass man deutlich mehr rote Körperflüssigkeit zeigen wollte. Vor 14 Jahren sah das Kerlchen ja relativ harmlos aus, im Jahre 2016 bekommen es die Teens mit einer blutgetränkten Bestie zu tun, von der ich sogar gerne noch etwas mehr gesehen hätte.

Insgesamt wirken die Spezialeffekte einfach derber und expliziter. Hinzu kommt die 3D-Konvertierung, welche allerdings nur Standardkost liefert und daher nicht mehr als ein netter Bonus ist.

All das kaschiert natürlich nicht, dass gerade Kenner des Originals wenig frischer Thrill erwartet. Man weiß eben von Beginn an, was passiert und wie es passiert. Hinzu kommt eine musikalische Untermalung, die weder zu den entsprechenden Szenen, noch zu dem Film im Allgemeinen passt. Keine Ahnung, was sich der dafür zuständige Kevin Riepl (Gears of War Videospiel Soundtrack) dabei gedacht hat, zumal man von ihm doch deutlich Besseres gewohnt ist. Aber sei’s drum, denn fernab davon und obwohl auch ich zu jenen gehöre, welche die Story und deren Ende schon kennen, hatte ich meinen Spaß mit dem Film. Das liegt neben den oben genannten, leichten Änderungen vor allem daran, dass die Geschichte immer noch zu begeistern weiß, die optische Auffrischung gut funktioniert und die Schauspieler ihre Sache größtenteils gut machen. Sicher hätte ich jetzt nichts vermisst, wäre dieses Reboot nicht zustande gekommen, aber da verhält es sich, wie bereits zu Beginn geschrieben: Niemand muss sich Cabin Fever – The New Outbreak ansehen und Eli Roth’s erste Version wird durch die Neuauflage keineswegs schlechter. Insofern ist es mir auch ein Rätsel, warum der Streifen beispielsweise bei IMDB oder Metacritic vernichtende Kritiken vor den Latz geknallt bekommt. Meine Empfehlung an dich lautet also: Wenn du von den ganzen Remakes die Schnauze voll hast, lass auch dieses aus. Wenn du dich jedoch mit einer Neuauflage, und sei sie auch größtenteils nur optischer Natur, anfreunden und damit deinen Spaß haben kannst, dann schlag zu. Denn egal ob damals oder heute: Cabin Fever bleibt klasse!

Das Hüttenfieber in Bildern (nicht ansteckend)

Einkaufen bei den Rednecks. (Nadine Crocker, Dustin Ingram)

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Diesen kleinen Hoppelhasen streichelt man besser nicht.

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Ich hab's noch gesagt...

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Schönheitsschlaf? Wohl eher nicht. (Gage Golightly)

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Einer Person auf diesem Bild geht es überhaupt nicht gut.

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Cotton Eye Joe(s).

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Barbecue mit Folgen.

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Zusatzinfos | Herkunftsland: USA | Originaltitel: Cabin Fever | Regie: Travis Zariwny | Drehbuch: Eli Roth | Darsteller: Gage Golightly, Matthew Daddario, Samuel Davis, Nadine Crocker, Dustin Ingram | Produktion: Eli Roth, Jerry Fruchtman, Peter Fruchtman, Evan Astrowsky | Freigabe: FSK 18 | Uncut: Ja | Spieldauer: 99 Min. | Verleih: Tiberius Film | DVD/BD/3D BD VÖ: 06.10.2016
Cabin Fever - The New Outbreak (2016)
Prädikat: Trotz kaum neuer Ideen ein gutes und schön blutiges Remake.
Story83%
Schauspieler75%
Spannung50%
Inszenierung90%
3D-Effekt65%
73%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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