Dark Skies - Sie sind unter uns | CoverDaniel und seine Frau Lacy haben es nicht leicht: Während sie als Immobilienmaklerin Probleme hat, Häuser an den Mann zu bringen, versucht er überhaupt erstmal einen Job zu finden und das mit mäßigem Erfolg. Da drückt nicht nur finanziell ganz gewaltig der Schuh, auch das Familienglück scheint langsam aber sicher unter der Last zu kippen. Zu allem Übel werden sie im wortwörtlichen Sinne über Nacht mit einem weiteren Problem konfrontiert: Erst finden sie den Kühlschrank komplett leergeräumt vor und nur wenig später scheinen sich sämtliche Küchenutensilien verselbstständigt zu haben, um sich zu einem bizarren Gebilde zu stapeln. Zunächst verdächtigt man die beiden Söhne Jesse und Sam, die jedoch glaubhaft bezeugen, dass sie nichts damit zu tun haben. Die Worte des kleineren Sam, der vom Sandmann erzählt, welcher ihn des nachts besucht, nimmt erst einmal keiner wirklich wahr. Aber wie sagt man so schön: Kindermund tut Weisheit kund…

Das klingt jetzt nicht nur wie ein weiterer Ableger der Paranormal Activity Reihe, es fühlt sich über weite Strecken auch so an. Es darf aber verraten werden, dass die Ursache der mysteriösen Ereignisse extraterrestrischer Natur ist (aufgrund des Titels und des Covers ist das auch nicht schwer zu erraten). Viele werden sicher ob der erneuten Verwurstung der allzu oft im Kino gezeigten Alienthematik gelangweilt mit dem Kopf schütteln. Damit würde man Dark Skies – Sie sind unter uns jedoch Unrecht tun. Während sich Regisseur und Autor Scott Stewart (Priest) storytechnisch (bis auf wenige Ausnahmen) fern jeglicher Innovation bewegt, versteht er es dafür umso mehr, den bekannten Stoff inszenatorisch mit 

 

einem grandiosen Gänsehautfeeling zu würzen. Was die Darstellung der außerirdischen Besucher angeht, besinnt er sich dabei auf alte Tugenden, was seinem Werk sehr gut tut. Seine Aliens (im Film einfach “die Grauen” genannt) sehen ganz typisch aus, eben so, wie man das aus Akte X kennt. Hier ist es vor allem schön zu sehen, dass mit diesem klassischen Creature Design noch echt “spooky Shit” entstehen kann. Außerdem zeigt Stewart, dass inhaltlich nicht immer das Rad neu erfunden werden muss, um sich von der Masse abzuheben. Dafür bedarf es dann neben eines ansonsten überzeugenden Drehbuchs (check!) auch dem richtigen Gespür für den (Grusel-)Moment (check!), einer ansprechend düsteren Optik (check!) sowie guten Schauspielern (check!). Keri Russell (Planet der Affen – Revolution), Josh Hamilton (American Horror Story), Dakota Goyo (Real Steal) und vor allem Kadan Rockett (The Fortune Theory) bringen die heimgesuchte Familie sehr gut rüber. Gerade der noch junge Kadan Rockett überrascht mit einer beeindruckenden Darstellung des kleinen Sam.

Einzige Kritikpunkte sind diverse kleine Logikpatzer und ein Ende, dass entweder ein Twist der Marke “aha…ok…na, dann ist das eben so” ist, oder, welches ich einfach nicht verstanden habe…soll ja vorkommen;)

Ansonsten ist Dark Skies entgegen seiner größtenteils ausgelutschten Story alles andere als langweilig, wartet mit einigen Momentan auf, die die Nackenhaare zu Standing Ovations einladen und ist der erste Film seit langem, der mich kurz hat zweifeln lassen, ob ich danach noch gut einschlafen kann. Und das ist zuletzt The Ring gelungen…

 
Zusatzinfos | Originaltitel: Dark Skies | Freigabe: FSK 16 | Uncut: ja | Spieldauer: 97 Min. | Studio (Verleih): Koch Media GmbH – DVD | BR/DVD VÖ: 29.01.2015
Dark Skies - Sie sind unter uns (2013)
Prädikat: I want to believe.
Story55%
Schauspieler85%
Spannung86%
Inszenierung85%
78%Wertung
Leserwertung: (1 Judge)
5%

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