Der Fluch von Downers Grove | CoverJahr um Jahr stirbt in dem ansonsten ruhigen Örtchen Downers Grove ein Schüler kurz vor dem Abschluss seines Abiturs. Doch es ist nicht nur diese Regelmäßigkeit, welche die Dorfbewohner daran glauben lässt, dass ein Fluch auf ihnen liegt: Zu den Todesfällen kommt es erst, seit man die dort lebenden Ureinwohner von ihrem Land vertrieben hat, um eine Schule zu bauen. Chrissie Swanson, die ebenfalls in ihrem letzten Schuljahr ist, hält all dies für reinen Humbug und die jährlich wiederkehrenden Tode schlichtweg für Zufall. Als sich jedoch wenige Tage vor ihrem Abschluss unangenehme Zwischenfälle häufen, beginnt auch sie an ihrer Überzeugung zu zweifeln. Gibt es den Fluch am Ende doch und ist Chrissie gar sein nächstes Opfer?

Ach, es hätte so schön sein können. Neben einem vielversprechenden Cover inklusive Vergleich zu Final Destination und Ich weiß, was du letzten letzten Sommer getan hast hatte ich große Hoffnungen, dass mit Derick Martini‘s Streifen Der Fluch von Downers Grove endlich mal wieder ein erstklassiger Hochglanz-Teenie-Slasher verwirklicht wurde. Hinzu kamen noch diverse reißerische Zitate anderer Magazine, die mich gar zweifeln ließen, ob ich mir das Teil mit meiner recht schreckhaften Freundin anschauen kann. Und selbst, wenn all dies nicht gewesen wäre, hätte mich der Streifen schon alleine deswegen gereizt, weil der großartige und von mir hoch geschätzte Autor Bret Easton Ellis (American PsychoLunar Park) das Drehbuch verfasst hat. 

Am Ende ist der Film aber absolut nichts von alledem. Für einen Vergleich mit Final Destination ist er bei weitem nicht blutig oder kurzweilig genug und entgegen des genreprägenden Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast, können hier we-

der die mitunter saudämlichen Dialoge, noch das bestenfalls durchschnittliche Schauspiel durch eine lockere Teenie-Slasher Atmosphäre aufgewogen werden. Der Fluch von Downers Grove ist über weite Strecken einfach nur langweilig. Das liegt vor allem an der Hauptdarstellerin Bella Heathcote, die so dermaßen uninspiriert spielt, dass ich mich ständig fragte, ob sie überhaupt Bock auf die Rolle hatte. Aber auch die anderen Schauspieler können nicht wirklich was reißen. Das die deutsche Synchronisation für den Eimer ist, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Na gut, wenigstens von dem letzten Kritikpunkt kann man Abstand nehmen, indem man den O-Ton vorzieht.

Am Ende war ich zumindest nicht so entsetzt, dass ich mir nicht einmal mehr die Extras anschauen wollte.

Da man es aber scheinbar nicht für nötig gehalten hat, wenigstens ein paar Interviews zu führen oder während des Drehs ab und an mit der Kamera für ein Making-Of draufzuhalten, wird der interessierte Zuschauer auch diesbezüglich im Regen stehen gelassen. So entsteht schlussendlich der Eindruck eines lieblos zusammengeschusterten Werks, dessen Inhalt bei Weitem nicht mit dem formidablen Marketing (Chapeau!) mithalten kann. Wenn ich positive Aspekte des Films nennen müsste, dann wären dies die an sich nette Idee und, dass er es doch immer wieder geschafft hat, mein “das darf doch nicht wahr sein!”-Gesicht in ein “ah, da kommt doch bestimmt noch was!”-Gesicht zu verwandeln. Das Traurige daran ist, dass er auch das Gegenteil wunderbar beherrscht. Wie immer gilt aber auch hier: Macht euch euer eigenes Bild.

 

Noch nicht genug? Hier gibt’s ein paar Bilder.

Einfach mal ausschlafen...

The Good...

The Bad...

and the Bored.

Chrissie dreht am Rad!

Unschönes Aufeinandertreffen...


Zusatzinfos | Herkunftsland: USA | Originaltitel: The Curse of Downers Grove | Freigabe: FSK 16 | Uncut: Ja | Spieldauer: 89 Min. | Verleih: Tiberius Film | DVD/BD VÖ: 04.01.2016

Der Fluch von Downers Grove (2015)
Prädikat: Oha...! Das geht definitiv besser. Sehr schade.
Story50%
Schauspieler40%
Spannung30%
Inszenierung30%
38%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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