Wir alle mögen Filme – jeder auf seine Art und selbst wenn man nur wenige Filme gesehen hat, sind sie doch zu einem wichtigen und integralen Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Mehr noch, sie sind zunehmend auch ein Werkzeug um sich gegen Missstände zu wehren oder diese zumindest aufzuzeigen. In meinem Blog möchte ich mich nun gerne des phantastischen Filmes, oder auch dem Punk unter den Filmgenres, wie ein Freund mal zu mir sagte, annehmen.

Was ist der phantastische Film und warum gerade dieser?

Grob gesprochen setzt sich der phantastische Filme aus Elementen zusammen, die der menschlichen Vorstellungskraft entspringen und real nicht existieren. Im Grunde könnte man sagen, dass dies nahezu jede Art Film abdeckt und im Großen und Ganzen werde ich hier auch über jede Art von Film berichten, die mir besonders (oder besonders schlecht) erscheint. Größtenteils werde ich mich aber dem skurrilen, blutigen, gruseligen oder auch mal einfach nur spannenden Film widmen.

Warum dieses Fable für ein Genre, welches viele einfach nur mit dem Kopf schütteln lässt? Ich war vielleicht gerade 10 Jahre alt, da habe ich meinen ersten Ausschnitt aus einem “Horrorfilm” gesehen. Es handelte sich um die finalen Szenen aus Terminator 2. Heute ist das einfach nur ein großartiger, ein “phantastischer” Film – damals fand ich diese Szenen, in denen Quecksilber-Terminator von einem Kerl zerschossen wird, der nur noch einen Arm hat, einfach nur erschreckend. Wenige Jahre später war es vielleicht nur die früh-pubertäre Neugier oder vielleicht auch schon ein erster Hinweis auf mein großes Interesse an dieser Art Film, dass ich meinen Vater bis zum letzten “Gute Nacht” förmlich anflehte mir Stephen King’s ES im Fernsehen aufzunehmen. Ich hätte mich auch schon mit der Verwandlung in die Riesenspinne abgefunden, aber das sollte doch irgendwie drinnen sein?! Am Ende war mein Vater wahrscheinlich nur noch genervt, auf jeden Fall konnte ich mir wenig später tatsächlich ES anschauen und ab diesem Zeitpunkt war es um mich geschehen. Ich habe jeden Monsterfilm, den ich kriegen konnte, verschlungen. Mit dem relativ harmlosen Gremlins ging es weiter, es folgte Poltergeist und anstatt mich zu gruseln habe ich den Streifen gefeiert. Da war ich vielleicht so 13, 14 Jahre alt. Später folgten dann die Critters, die zwar auch lustig, aber schon um einiges böser und blutiger waren als die dagegen fast schon putzig wirkenden Gremlins. Ich glaube alleine Critters 2 habe ich bis heute 20 mal gesehen…einmal sogar mir meiner Oma, die wahrscheinlich noch viel schockierter war als ich bei meiner ersten Terminator-Erfahrung. Das einzig Blöde war: Man war ja noch nicht volljährig und deswegen musste ich jeden dieser Filme entweder (viel zu spät) in der Glotze schauen oder aber von meinem Vater in der Videothek ausleihen lassen…und da gab es eben auch schonmal ein Nein. Was habe ich mir manches Mal meinen 18. Geburtstag herbeigesehnt denn just an diesem Tag wollte ich in die Videothek und soviele Horrerstreifen ausleihen wie ich kriegen konnte. Tja, aus dem Plan ist letztlich nichts geworden, denn glücklicherweise hatte ich später dann auch noch andere Hobbies. Spätestens als die DVD dann massentauglich wurde habe ich aber angefangen mir meine eigene Videothek aufzubauen und so nenne ich heute ca. 1.100 Filme mein Eigen. Selbstverständlich alle gekauft und Original.

Abgesehen davon bin ich, trotz der horrenden Preise, immer noch ein großer Kino-Freund. Meiner Meinung nach kann keine noch so toll ausgestattete Heimkino-Anlage das Erlebnis ersetzen sich mit einem fetten Eimer Popcorn und einer Coke in den Kinosessel fallen zu lassen und gespannt auf die Vorschau zu warten. Neben Starship-Troopers, der damals den Kinosaal zum Beben brachte, so sehr haben die Leute ihn gefeiert, waren meine definitiv schönsten Kino-Erfahrungen die auf dem Fantasy-Filmfest. Ganz unter uns Film-Nerds fühle ich mich dort immer wieder wie zuhause, denn dort werden die skurrilsten, blutigsten und teilweise erschreckend realistischen Filme so geehrt wie sie es verdienen (und an dieser Stelle folgt ein dicker, fetter PUNKT). Da ist die elektrisierende Spannung schon fast greifbar, wenn die Leute den Saal betreten und wissen, dass jetzt ein ganz besonderer, ja magischer Kinomoment auf sie wartet, weil der Film, der wenige Minuten später vom Projektor an die Leinwand geworfen wird schon im Vorfeld so mit Lorbeeren überschüttet wurde, dass man in den meisten Fällen nicht enttäuscht wird. Damit sind die nicht jene Lorbeeren gemeint, die von massentauglichen Zeitschriften oder den Heften, die man regelmäßig kostenlos im Kino bekommt, verteilt werden. Die wollen meist nur verkaufen (man kann es Ihnen auch nicht unbedingt verübeln). Hier aber weiß man, dass man die kleine Auswahl aus weit über 1.000 Filmen, die die Veranstalter im vergangenen Jahr gesichtet haben, serviert bekommt. Wenn dann ein Film von eben diesen Veranstaltern nochmal zusätzlich aus der Masse hervorgehoben wird dann darf man sich darauf gut und gerne verlassen. Von den mittlerweile 40-50 Filmen, die ich auf dem FFF gesehen habe hat mich tatsächlich nur einer wirklich enttäuscht.

Seit meinem ersten “Horrorfilm” sind nun mehr als 20 Jahre vergangen und mittlerweile schaue ich mir im Grunde alles an. Ein Musical, einen süßen Animationsfilm, einen spannenden Thriller/Krimi, Alternativkino oder auch einfach mal einen romantischen Film à la “Darf ich bitten”. Eine weitere, besondere Leidenschaft fällt dem Trash zu, jenen Filmen, die so schlecht sind und sich dabei so ernst nehmen, dass sie förmlich dazu einladen sie sich mit einem Kasten Bier und einem guten Freund anzusehen.Leider erlaubt es mir die wenige Zeit und meine große Zockerleidenschaft nicht mehr so oft und intensiv Filme zu schauen. Aber es kommt immer mal wieder einer jener Abende wo ich mir einfach nur die Socken von den Füßen gruseln oder auch mal ganz stupide die Gliedmaßen durch die Gegend fliegen sehen möchte. Und je mehr Filme dieser Art ich mir anschaue umso mehr wird mir ihr künstlerischer Wert bewusst. Ein Nosferatu gehört heute zu DEN Klassikern im gesamten Filmgenre. Es ist auch kein großes Geheimnis, dass ein George A. Romero (für viele der einzig wahre Regisseur von Zombiestreifen), der sich schon jetzt mit seinen “… of the Dead” Filmen (bspw. Dawn of the Dead, Diary of the Dead oder Survival of the Dead) in die Annalen der Filmgeschichte eingeschrieben hat, seine Streifen über die wandelnden Toten nutzt um gesellschaftskritische Themen zu transportieren. Und so verhält es sich zunehmend mit anderen Genrevertretern.

Dabei muss es nicht immer blutrünstig zugehen. Ganz aktuell sind es Filme wie Chronicle, Monsters (in dem die namengebenden Aliens tatsächlich nur eine Randerscheinung sind), der fast schon unerträglich schön-melancholische The Perfect Sense oder der packende The Day, die Versatzstücke des Genres nutzen um reale und ernsthafte, gesellschaftliche und politische Themen anzusprechen.

Und auch, wenn es mal nicht um eine tiefere Aussage geht bleiben da noch jene Meisterwerke, die alleine durch den Stil, in dem sie gedreht wurden, die Farbgebung oder ganz allgemein die unvergleichliche Atmosphäre aus der Masse herausstechen. The Crazies (ebenfalls ein Film von George A. Romero, wobei ich hier das geniale Remake meine), Vampire Nation oder auch die Filme von David Lynch (Lost Highway oder Mulholland Drive) und Richard Kelly (Donnie Darko und The Box) seien genannt.

Außerdem kenne ich kein anderes Filmgenre, dass es sich (mal die o.g. Trash-Filme ausgenommen) erlauben kann sich selbst NICHT ernst zu nehmen. Ich denke da an die Scary-Movie-Filme. Auch gibt es immer wieder Vertreter, die dem Genre zugehören, selbiges jedoch “enttarnen” und mit den Twists, die eigentlich keine sind, weil sie jeder schon zuhauf kennt, der Charakterauswahl oder ganz grundsätzlich den Regeln des phantastischen Films spielen. Der absolut geniale Tucker and Dale vs. Evil gehört dazu, aber auch der relativ neue Cabin in the Woods oder The Devil´s Chair und selbstverständlich auch alle Scream-Teile.

Das sind die Gründe, weshalb der phantastische Film der Punk unter den Genres ist. Und dabei habe ich noch nicht einmal die Serien und all die wirklich unbekannten Perlen aufgezählt. Es gibt also noch viel zu entdecken und auf diese kleine Reise möchte ich euch gerne mitnehmen.

In diesem Sinne – bis demnächst.

euer /anawak

Der Punk unter den Filmen
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