Vor einigen Wochen habe ich mich in den Weiten des World Wide Web auf die Suche nach freischaffenden Künstlern im Bereich Artwork begeben. Der Gedanke dahinter: Ich wollte gerne Kontakte in einem Metier knüpfen, in dem ich selbst (leider) keinerlei Talent vorweisen kann. Klar, ich bin dazu in der Lage, mit ein paar “Basics” in GIMP 2.0 Bilder zusammen zu basteln, aber wenn es beispielsweise um ein Logo bzw. einen Schriftzug für BMTH oder meinen damit verbundenen YouTube-Kanal geht, reicht mir das nicht. Nein, dafür sind mir meine Ansprüche zu hoch, denn das entsprechende Werk soll so gut aussehen, wie möglich, dabei aber auch individuell auf diese, meine Projekte zugeschnitten sein. Natürlich gibt es zahlreiche Seiten im Netz, auf denen man Lizenzen für mitunter wirklich großartige Bilder oder Videos erwerben kann (zu nennen wären hier u.a. Fotolia oder Graphicriver von Envato) und ich habe besagte Angebote auch schon häufig genutzt. Für diesen speziellen Verwendungszweck brauchte ich allerdings jemanden, der mir von Grund auf etwas entwirft. Also begann die Recherche…nicht zum ersten Mal. Nun sollte ich allerdings fündig werden und dabei zwei indonesische Zeichner kennenlernen, die ich dir heute gerne vorstellen möchte. Sie nennen sich Dyaningdewa und haben mich mit ihrer Arbeit wirklich umgehauen.

Aufgespürt habe ich die Herrschaften über die Plattform Fiverr. Hierbei handelt es sich um eine Webseite, auf der Künstler unterschiedlichster Couleur ihre Dienste anbieten. Ich möchte an dieser Stelle aber nicht unerwähnt lassen, dass die Internetpräsenz nicht unbedingt den besten Ruf genießt. Online zerreißt man sich vielerorts das Maul darüber, wie unzuverlässig und schlecht die Zeichner, Musiker, Autoren und Videoeditoren (um nur ein paar zu nennen) angeblich sind. Sogar von Abzocke in Form von stornierten Bestellungen ohne zurückerstattete Beträge (gezahlt wird per Vorauskasse) ist oftmals die Rede. Ich denke allerdings, dass dies nicht selten damit zusammenhängt, dass die Leute einfach nur einen Auftrag platziert haben, ohne vorher einmal mit dem Künstler zu schreiben, um ihm die eigenen Vorstellungen mitzuteilen und zu schauen, wie derjenige reagiert. Meines Erachtens kann man in diesem Schritt schon sehen, ob es sich lohnt, Dem- oder Derjenigen die eigene Idee sowie letztlich ja auch das Geld anzuvertrauen. Da ich bisher immer erst den persönlichen Kontakt über das von Fiverr angebotene Chatsystem gesucht habe, decken sich meine Erfahrungen glücklicherweise überhaupt nicht mit solch negativen Bewertungen – ganz im Gegenteil! Mittlerweile habe ich vier Bestellungen platziert und nur in einem einzigen Fall nicht ganz das gewünschte Ergebnis bekommen. Allerdings würde ich da nicht von einem negativen Erlebnis sprechen, denn die amerikanische Künstlerin, welche ich damals beauftragt habe, versuchte über mehrere Revisionen hinweg, genau das zu kreieren, was ich haben wollte. Und das Resultat war auch nicht schlecht…es passte nur nicht so ganz zu dem, was ich mir im Kopf ausgemalt hatte. In den anderen Fällen wurden meine Erwartungen allerdings voll und ganz erfüllt…von Dyaningdewa wurden sie sogar übertroffen. Davon war ich so begeistert, dass ich die Beiden gefragt habe, ob es für sie in Ordnung wäre, wenn ich ihrer Kunst einen Artikel widme. Tja, und hier ist er nun;)

Netterweise hat mir das Duo bereitwillig ein paar Fragen beantwortet, da ich ja vorher noch gar nichts über sie wusste, außer, dass sie ihre Arbeit beherrschen;) Was mich vor allem brennend interessiert hat, war, warum sie sich Dyaningdewa nennen und ob dies irgendeine Bedeutung hat. Die Antwort war denkbar simpel: Es handelt sich ganz einfach um den Namen von einem der Beiden. Dieser basiert auf der javanischen Sprache, welche vielerorts in Indonesien gesprochen wird, und bedeutet soviel wie “Feuer Gottes”. Hierbei handelt es sich übrigens noch um eine Abkürzung, denn komplett lautet der Name wie folgt: Dimaz lintang Dyaning Dewa. Und ich dachte, mein Name wäre kompliziert;)

Er und sein Kollege stammen aus Yogyakarta und haben an dem dortigen “Indonesischen Institut für Kunst” visuelles Kommunikationsdesign studiert. Dies beinhaltete u.a. Kurse zu den Themen Werbung, Marken, Audiovisuelles und handgezeichnete Illustrationen. Dyanindewa und sein Partner haben sich dabei auf Letzteres fokussiert, da sie sich in diesem Bereich freier und kreativer austoben konnten. Wer nun jedoch denkt, dass die beiden das als Hobby nebenher betrei-

ben, liegt falsch. Ihr Tag besteht (wie man das ja auch hierzulande kennt) aus 8 Stunden Arbeit, in denen sie sich voll und ganz auf die individuellen Wünsche ihrer Kunden sowie Zeichentechniken, Ästhetik und die für ihren Job notwendige Software konzentrieren. Zwar entsteht das Grundgerüst ihrer Werke “per Hand”, den finalen Feinschliff bekommen sie allerdings am Computer. Die Ergebnisse sprechen für sich, wie ich meinen möchte, zumal die beiden Künstler immer wieder auf’s Neue einen tollen Spagat zwischen klassischem und zeitgenössischem Stil hinbekommen. Das mag aber auch daran liegen, dass sie voll und ganz in ihrer Arbeit aufzugehen scheinen. Der Absatz, in dem sie mir über ihre Begeisterung für das, was sie tun, berichtet haben, war mit Abstand der größte in ihrer E-Mail. Sehr sympathisch! Konkret sprechen sie davon, dass es ihnen neben den rein technischen Aspekten vor allem um Emotionen und darum geht, jeden Auftrag mit ganzem Herzen anzugehen. Im Zuge eines solchen Entstehungsprozesses versetzen sie sich in die thematisch vorgegebene Welt, um die damit verbundenen, individuellen Gefühle einfangen zu können.

Da wundert es kaum, wenn sie ihrer und Kunst im Allgemeinen eine Seele zusprechen. Es sei eben etwas sehr Persönliches, mit dem man wachsen und neue Dinge an sich selbst entdecken kann.

Dementsprechend schwer falle es, wenn es an dem Konzept noch Änderungen gibt…klar, da hat man sich vor dem inneren Auge eine Welt aufgebaut, um einen Teil davon zeichnen zu können, und dann kommt jemand und greift in dieses “Universum” ein. Aber am Ende ist es eben immer noch ein Job, bei dem es gilt, die Ansprüche der Kunden zu erfüllen. Doch, so Dyaningdewa, ihre Klienten würden es merken und schätzen, dass sie ihre Arbeit nicht nur als ein “Abarbeiten” von Aufträgen, sondern als einen emotionalen, künstlerischen Prozess verstehen.

Genau diesen letzten Punkt kann ich voll und ganz bestätigen, zumal meine Bestellung  (eine zweite ist aktuell in der Mache) ebenfalls auf einem Gedanken basierte, mit dem ich viele Kindheitserinnerungen verbinde. Ich wollte nämlich, dass sie mich inmitten von Gremlins aus den gleichnamigen Filmen zeichnen. Allzu viele Vorgaben habe ich ihnen nicht gemacht. Man sollte lediglich meinen Oberkörper und auf meinen Schultern ein paar von den kleinen Monstern sehen…ok, anfangs war die Rede von einem dieser kleinen Kerle, allerdings sind dann, als Dyaningdewa mich in Form von aktuellen Skizzen auf dem Laufenden gehalten hat, noch zwei dazugekommen. Übrigens ist dieser Prozess bei den Herren üblich: Noch während sie an dem Bild arbeiten, informieren sie einen immer wieder über den derzeitigen Stand, sodass man noch frühzeitig Änderungswünsche platzieren kann. Was ich ebenfalls sehr zu schätzen weiß, ist, dass sie dabei nicht einfach nur starr das umsetzen, was der Kunde will, sondern die Ideen weiterspinnen, ihre eigene Kreativität einbauen, dabei aber immer an dem Grundgedanken festhalten. Auch hier schaffen sie einen wunderbaren Kompromiss zwischen den Vorgaben und ihrem eigenen Stil. Bevor ich nun zum Ende komme, möchte ich dir natürlich noch mitteilen, wo du Dyaningdewa findest, falls du bei ihnen auch einmal einen Auftrag platzieren möchtest. Dafür gehst du am besten auf ihre Angebotsseiten unter Fiverr (siehe hier) oder Shutterstock (Klick mich). Unter letztgenanntem Portal basteln sie aktuell an einem zweiten Internetauftritt. Hier wirst du zukünftig Bilder von Figuren oder zu kulturellen Themen aus verschiedenen Regionen der Welt finden, für welche du Lizenzen erwerben kannst. Die Preise der Beiden sind übrigens mehr als fair! Bei Interesse sollte man aber erstmal mit ihnen in Kontakt treten und seine Vorstellungen präsentieren. Sie sagen dann, bis wann sich das Bild erstellen lässt. Das kann zwar ein paar Tage länger dauern, als es bspw. offiziell auf Fiverr angegeben wird, die Geduld zahlt sich jedoch aus.

So, und zum Abschluss gibt es selbstverständlich noch das Bild, welches die Herrschaften für mich gezeichnet haben;)


Alan Ripley and the Gremlins

Zusatzinfos | Dyaningdewa auf Fiverr…: Klick | …und auf Shutterstock: Klack 
Dyaningdewa - Kunst mit Seele
Potential: Zwei äußerst talentierte Künstler, die ihre Arbeit lieben...und das sieht man!
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