The Long Dark ©Hinterland Studios Inc.

Es geschah schnell und in aller Stille. Die Lichter gingen aus. Die Maschinen verstummten. Wärmequellen waren plötzlich weniger ein selbstverständlicher Luxus, denn vielmehr ein hart erarbeiteter Schutz vor dem Kältetod im unendlichen Weiß. Die Natur holte sich zurück, was rechtmäßig ihr gehört und wir, ihre Söhne und Töchter, mussten uns das Überleben wieder verdienen…

Mit diesen Worten würde ich die Atmosphäre und die angedeutete Geschichte von Jared Pelletier’s Kurzfilm ELEGY – A Visual Poem of The Long Dark zusammenfassen. Sein 5-Minüter (ohne Abspann) zeigt, wie eine Spieleverfilmung von The Long Dark aussehen könnte. Für alle, die mit dem Titel nichts anfangen können: In dem Game der kanadischen Entwickler Hinterland Studio Inc. findet man sich nach einem geomagnetischen Sturm inmitten einer gnadenlosen Wildnis wieder. Ohne technische Hilfsmittel muss man sich gegen die Naturgewalten behaupten. Kälte, Wölfe, Hunger und Durst sind dabei nur ein paar Dinge, auf die man achten muss – andernfalls könnte jeder Ausflug von der vermeintlich sicheren Behausung (welche man sich auch erst einmal suchen muss) ganz schnell der letzte sein. So wenig das Spiel einem dabei vorgibt, so schwer macht es einem das Leben: Man muss ständig taktieren, schauen, dass man genügend Kalorien (!) zu sich nimmt und dabei auch die Zubereitungszeiten von Nahrung und Getränken mit einplanen.

Storytechnisch war der Titel bislang noch sehr offen: Die Macher überließen es dem Zockenden selbst, seine eigene Geschichte zu schreiben. Alternativ zu diesem freien Modus, erschien gestern der erste DLC (Downloadable Content, also ein Zusatzinhalt), der eine Story erzählt. Und an dieser Stelle komme ich zurück auf den Kurzfilm, welcher zeitgleich mit besagtem DLC veröffentlicht wurde. Das Script gibt sich hier ähnlich offen, wie die Vorlage: Die Inszenierung lebt vielmehr von den überraschenderweise sehr hochwertigen und stimmungsvollen Bildern, welche von der großartigen musikalischen Untermalung Ryan Taubert’s und dem klasse Sounddesign von Jack Emblem begleitet werden. Wie ernst man es mit dem Short gemeint hat, zeigt sich darüber hinaus daran, dass man Oscar-Preisträger Christopher Plummer (A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn, Beginners) für eine Performance verpflichten konnte. So wirkt das audiovisuelle Gesamtkonstrukt sehr rund und ich würde äußerst gerne noch mehr davon sehen. Glücklicherweise wurde jüngst auch ein Feature Film zu dem Game angekündigt, bei dem bereits Jeremy Bolt (Resident Evil Kinofranchise) als Produzent und Raphael Van Lierop (Gründer und Creative Director von Hinterland Studio Inc.) als Drehbuchautor mit an Bord sind (mehr dazu gibt es in der entsprechenden News).

Zusatzinfos | Herkunftsland: Kanada | Originaltitel: Elegy – A Visual Poem of the Long Dark | Regie: Jared Pelletier | Drehbuch: Raphael Van Lierop | Darsteller: Christopher Plummer | Produktion: Michael Chwastiak, Jared Pelletier, Raphael Van Lierop | Freigabe: k.a. | Uncut: ja | Spieldauer: 5:30 Min. | Verleih: Hinterland Studios Inc. | Produktionsjahr: 2017 | Veröffentlichung YouTube: 31.07.2017 | Weiterführende Links zu den Hinterland Studios: Homepage, YouTube Kanal, Twitter, Facebook
ELEGY - A Visual Poem of The Long Dark
Prädikat: Ein kleines Vorgeschmack auf etwas ganz Großes?!
Schauspieler80%
Atmosphäre90%
Inszenierung90%
87%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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