Fear the Walking Dead St. 2, Ep. 13 | Moralische Sperrzone ©amc

Spoilerwarnung: Diese Review kann Spuren von Informationen zu den bisherigen Folgen der Serie enthalten. Sollte bei dir eine Allergie gegen Spoiler diagnostiziert worden sein, empfehle ich, die letzten Ausgaben von Fear the Walking Dead zu schauen, bevor du diesen Artikel konsumiert. Die Zusammenfassung der hier besprochenen Folge verabreiche ich natürlich frei von Spoilern.

Fear the Walking Dead Staffel 2 - Teil 2| Cover ©amc

Da hat es Travis in der letzten Episode Die Salzsäule also tatsächlich zu dem Hotel geschafft, in dem es sich Alicia, ihre Mom und Victor Strand gerade gemütlich gemacht haben, nachdem sie die zombifizierten Herrschaften aus dem Gebäude und in das Meer locken konnten. Doch was genau ist eigentlich passiert, nachdem sein Sohn Chris (#Arschlochkind) den unschuldigen Mann auf der Farm erschossen hat? Diese Lücke wird in Episode 13 geschlossen, denn nachdem Madison ihm (unter moralisch zweifelhaften Umständen) Einlass in die Hotelanlage gewährt hat, schüttet Travis ihr sein Herz aus. Die hier offenbarte Vater-Sohn-Geschichte in Extremform gibt auch ihr zu denken, da es ja mit Alicia und ihr zuletzt ebenfalls nicht gerade prickelnd lief.

Tja, wie reagiert ein Vater, wenn er nicht mehr die Augen davor verschließen kann, dass sein Sohn ihm entglitten und vom rechten Weg abgekommen ist? Diese Frage bekommt nochmal eine neue Gewichtung, wenn sie sich in einer Welt stellt, in der die Ordnung gänzlich aus den Fugen geraten ist. Doch obwohl ich Travis’ Verhalten in dieser Folge bis zu einem gewissen Grad verstehen kann (es geht immerhin um sein eigen Fleisch und Blut), hätte ich mir gewünscht, dass er mehr Biss zeigt. So avanciert er fast schon zum Mittäter, der außer zu reden nicht viel unternimmt. Dieser Eindruck wiegt umso schwerer, weil es versäumt wurde, solche Reaktionen beispielsweise in Form einer gut ausgearbeiteten Vergangenheitsgeschichte zu seiner Person nachvollziehbar zu machen. So reicht am Ende das Argument, dass es sich ja um seinen Sohn handelt, einfach nicht, um Verständnis für seine Passivität aufbringen zu können. Schade, denn trotz dieser Kritik konnten mich die Ereignisse auf der Farm mitreißen – wer weiß, was möglich gewesen wäre, wenn die Figuren nur mehr Ecken und Kanten hätten, anstatt mit jeder Folge immer mehr zu verblassen?

Ansonsten tut sich nicht sonderlich viel und auch wie es mit Nick und den Dorfbewohnern weitergeht bleibt erst einmal unbehandelt. Das Sterbedatum ist somit eine (zumindest in der ersten Hälfte) spannende Episode, die in Bezug auf die Charakterentwicklung jedoch wieder einmal zu wenig Mut beweist.

Zusatzinfos | Herkunftsland: USA | Originaltitel: Date of Death | Regie: Christoph Schrewe | Drehbuch: Brian Bruckner | Darsteller: Alycia Debnam-Carey, Kim Dickens, Cliff Curtis | Produktion: Pablo Cruz, Arturo Sampson, David Alpert | Freigabe: FSK 18 | Uncut: ja | Spieldauer: 41 Min. | Verleih: Splendid Film/WVG | DVD/BD VÖ: 04.11.2016 | Erstausstrahlung auf Amazon Instant Video: 25.09.2016 | Streaming Link: Amazon
Fear the Walking Dead Staffel 2 - Ep. 13 - Das Sterbedatum (2016)
Prädikat: Da scheint es den Drehbuchautoren wie ihren Figuren zu gehen - man kann sich einfach nicht entscheiden, in welche Richtung es weitergehen soll.
Story65%
Schauspieler75%
Spannung75%
Inszenierung60%
69%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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