Kürzlich wurde ich auf eine sehr interessante Veranstaltung aufmerksam und dachte mir, dass das doch etwas für meine Leserschaft sein könnte;) Das filmPOLSKA Filmfestival öffnet in diesem Jahr zum zehnten mal seine Pforten und zu diesem Anlass werden große Geschütze aufgefahren: Vom 22. – 29. April 2015 werden in neun Berliner Kinos zahlreiche Filme aus dem Nachbarland gezeigt. Manche dieser Veranstaltungsorte tragen dabei so amüsante Namen wie “Club der polnischen Versager”, was aber keineswegs als Qualitätsmerkmal der gespielten Filme verstanden werden sollte. Dies zeigt schon alleine ein kurzer Blick auf das Festivalportfolio: Eröffnet wird das Event von Paweł Pawlikowski’s Ida, mit dem der Regisseur dieses Jahr schon den Oscar für den besten fremdsprachigen Film abräumte. Außerdem wird es das Werk Body von Małgorzata Szumowska zu sehen geben, welches erst kürzlich mit dem silbernen Bären auf der Berlinale ausgezeichnet wurde. 

Thematisch richtet man den Fokus in diesem Jahr auf Frauen vor und hinter der Kamera. Daher darf man sich sowohl auf den Film Małe stłuczki (Kleine Dellen) der Jungregisseurin Aleksandra Gowin und Ireneusz Grzyb, als auch auf eine Retrospektive zu Ehren der großen polnischen Regisseurin Agnieszka Holland freuen. Wer letztere noch nicht kennt, dem sagt vielleicht die erfolgreiche Serie House of Cards oder die Miniserie Rosemary’s Baby etwas – bei beiden Formaten hat Agnieszka Holland im Regiestuhl gesessen. In Berlin wird es unter anderem ihre Werke W ciemności (In Darkness, 2012 für den Oscar nominiert), Kobieta samotna (Eine alleinstehende Frau) und Der geheime Garten zu sehen geben. 

Besonders interessant für Leser meines Blogs: Anlässlich des Jubiläums wird erstmalig auch eine Horrorsektion präsentiert. Insbesondere auf den lang erwarteten German Angst von den drei genreversierten Regisseuren Jörg Buttgereit, Andreas Marschall und Michal Kosakowski dürfen sich Freunde des Horrorfilms freuen. Übrigens wird letztgenannter Herr persönlich vor Ort sein und seinen Zero Killed präsentieren. 

Wer nicht nur konsumieren, sondern selbst etwas aktiv werden möchte, der kann sich an dem Workshop für junge Filmemacher unter der Leitung des deutschen Theater- und Filmregisseurs sowie Drehbuchautors Robert Talheim (Am Ende kommen Touristen) beteiligen. Hier wird man sich praxisnah mit polnischen Filmklassikern auseinandersetzen und exklusive Einblicke in Welt der Regieführung und szenischen Darstellung erhalten. Neben Robert Talheim sind auch Krzysztof Ptak und Arkadiusz Tomiak als Fachmänner für die Sektion Kamerakunst geladen. 

Parallel zum Filmfestival wird die Medienkünstlerin Karolina Breguła ihre aktuellen Arbeiten aus dem Grenzbereich von Film, Video und Fotografie in der Galerie des Polnischen Instituts Berlin präsentieren. Man sieht, es wird allerhand zu sehen und zu erleben geben. Wer also in der nächsten Woche zufällig in Berlin ist und gerne seinen cineastischen Horizont erweitern möchte, dem möchte ich hiermit eine klare Empfehlung aussprechen. Leider kann ich selbst nicht vor Ort sein…aber vielleicht wird es ja im nächsten Jahr was;) 

 

Zusatzinfos | Filmfestival Webseite: http://www.filmpolska.de/ | Veranstaltungsorte: Babylon, Zeughauskino, Arsenal, FSK, Filmmuseum Potsdam, Kino am Bundesplatz, Brotfabrik, Club der polnischen Versager, Filmclub K18. | Das Festival ist eine Produktion des Polnischen Instituts Berlin in Zusammenarbeit mit dem Verein Nowe Horyzonty, unter der Schirmherrschaft des Medienboard Berlin-Brandenburg und der European Film Academy mit freundlicher Unterstützung des Polnischen Filminstituts (PISF) und des Adam-Mickiewicz-Instituts.

 

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