Gabriels Burns 01: Der Flüsterer | Cover

Die Reise beginnt

Es existiert…existiert in euren Träumen. Lebt von der Nacht und eurer Furcht. Ihr wisst, wovon ich spreche. Ihr meidet diese Orte. Macht „psssst“ und seht euch verstohlen um, wenn es jemand wagt, darüber zu sprechen. Würdet um nichts in der Welt um jene Ecke blicken, hinter der es so eigenartig geraschelt hat. War da nicht sogar…ein Atmen?

Mit diesen Worten beginnt eine düstere, poetische und unglaublich intensive Reise zum Ende der Hoffnung. Eine Geschichte, wie sie in dieser Art und Weise der Erzählung einzigartig ist und mich nun schon zahlreiche Stunden begeistert, berührt, fasziniert und inspiriert hat. Die Rede ist von Gabriel Burns, einer Hörspielreihe, deren Wirkung auf mich ich nicht in einem Artikel zusammenfassen kann. Ich beschäftige mich nun schon einige Jahre mit der Serie und habe die bislang verfügbaren 45 Folgen bereits mehrfach gehört. Kurz bevor ich BLOG.ME.TO.HELL. ins Leben rief, hatte ich bereits in meinem oben verlinkten Artikel grob umrissen, was mich an dieser Geschichte und ihrer Umsetzung so fasziniert. Das Gefühl, alles hierzu geschrieben und Gabriel Burns in seiner Gänze vermittelt zu haben stellte sich jedoch nicht ein. Gut zwei Jahre sind seitdem vergangen und in dieser Zeit blieb der Wunsch, jeder dieser großartigen Folgen einen Artikel zu widmen. Stell dir das Ganze wie einen Serienguide mit abschließender Bewertung vor, nur nicht im klassischen Sinne, sondern auf eine Art und Weise, die es mir erlaubt, meine eigenen Philosophien, Interpretationen oder vielleicht auch einmal poetischen Ansätze mit einfließen zu lassen und dabei ab und an einen Ausblick auf das zu geben, was noch auf uns zukommt. Ich möchte die einzelnen Folgen also nicht nur zusammenfassen, sondern ihnen in meinen Artikeln auch eine leichte persönliche Note geben. Ich hoffe, dass mir dies gelingt;) Spoilerfrei wird das selbstverständlich nicht vonstatten gehen, daher hier eine klare Empfehlung meinerseits: Hör dir zunächst selbst die Folgen an, bevor du meine Führung durch die GB-Reihe liest. Andernfalls würdest du dir ein großartiges Erlebnis für die Ohren und deine Fantasie spoilern. Nun aber genug gequatscht. Ich wünsche dir viel Spaß bei der „Reise zum Ende der Hoffnung“…

 

Willkommen…in Vancouver

Gabriel Burns | Die Reise beginnt in Vancouver

Ja, diese Worte werden wir noch öfter zu hören, bzw. im Falle meiner Artikelreihe, zu lesen bekommen. Denn die kanadische Küstenstadt ist ein essenzieller Dreh- und Angelpunkt der Gabriel Burns Reihe. Wenn ich nach den bisher gehörten Folgen zurückschaue und daran denke, welch traurige, schaurige und dramatische Ereignisse sich hier abgespielt haben, wird mir immer wieder klar, dass Vancouver nicht einfach nur ein Handlungsort innerhalb der Serie ist, sondern selbst als Protagonist agiert, ohne den dieses Projekt nur schwerlich funktionieren würde. Hier beginnt also unsere Reise und wir finden uns in einem Taxi wieder. Der Fahrer heißt Steven Burns, seines Zeichens in erster Linie Schriftsteller – leider jedoch kein erfolgreicher, und so muss er sich mit dem Kutschieren von Fahrgästen seinen Verdienst aufstocken. Abgesehen davon nutzt er die stundenlangen Fahrten durch Vancouver, um wenigstens eine Weile die Ereignisse zu vergessen, die sich vor 24 Jahren abgespielt haben. Es war dieser eine kurze Moment, als sein kleiner Bruder während einer Zaubervorstellung von Steven plötzlich verschwand, der das Leben des späteren Schriftstellers prägen sollte – auch uns als Reisende durch diese Hörspielreihe wird dieses Ereignis noch oft einholen, ist es doch ein ausschlaggebender Faktor für die Entwicklungen, die da noch auf uns zukommen…

Die Tür des Taxis schwingt auf und eine junge Frau setzt sich zu uns. Ihr Name ist Joyce Kramer. Steven kann noch nicht ahnen, dass ihr Erscheinen nicht nur diese Nacht, sondern sein komplettes Leben verändern wird. Kaum, dass er sie am gewünschten Ort abgesetzt hat, wird sie harsch von einigen Rüpeln empfangen. Der junge Taxifahrer zögert nicht lange und schreitet ein. Die Situation unter Kontrolle wähnend, bekommt er jedoch plötzlich einen Schlag auf den Kopf und ihm wird schwarz vor Augen. Als er erwacht, findet er sich in einem Raum voller Blut wieder und neben ihm liegt die Leiche der Frau, die er nur kurz zuvor hatte beschützen wollen. Viel Zeit, um zu begreifen, bleibt ihm nicht, denn wenige Minuten später stürmt die Polizei den Raum. Der Fall scheint klar – Steven hat Joyce getötet. Er wird umgehend eingesackt und in eine Zelle gesteckt. Viele Stunden vergehen und während er noch versucht, den Geschehnissen dieser Nacht einen Sinn zu geben, öffnet sich plötzlich die Tür und sein ganz persönlicher Teufel betritt den Raum…

 

Der Mann ohne Vornamen

Gabriel Burns 01: Der Flüsterer | Hinter Gittern

Der kleine, glatzköpfige Mann stellt sich uns als Bakerman vor. Wie er mit Vornamen heißt, erfahren wir nicht und das wird auch so bleiben. Bakerman scheint viel über Steven und seine Vergangenheit zu wissen. Was mit seinem Bruder geschehen ist, interessiert ihn jedoch besonders. Steven reagiert aufgebracht, ob dieses Stichs in die offene Wunde. Was will dieser Mann eigentlich von ihm? Dieser fährt ungerührt fort und wechselt das Thema: In Eden Creek ist ein Mann namens Bernard Cardieux verschwunden. Der junge Taxifahrer soll sich zu dem Ort begeben und nach ihm suchen – er hat bis Mitternacht Zeit, sich zu entscheiden, ob er den Auftrag annehmen möchte. Mit diesen Worten steht Bakerman auf und richtet noch ein paar Worte an den Polizisten: Steven soll freigelassen werden…vorerst. 

Zuhause angekommen kontaktiert Burns seinen Verleger Sonny Heseltine. Noch während er versucht ihm zu erklären, was vorgefallen ist, rauscht es in der Leitung. Das Störgeräusch wird von der Stimme eines Mannes unterbrochen, den wir zunächst nur als „den Flüsterer“ kennenlernen. Dieser sagt ihm, dass er nach Eden Creek fahren soll, wenn er kein Mörder sein will. Dann erklingt plötzlich die Stimme von Stevens‘ Bruder aus dem Hörer. Es hört sich an, wie eine Aufzeichnung von der Zaubervorstellung von vor 24 Jahren. Aber wie kann das sein?! 

Wieder bleibt ihm nicht viel Zeit, die Situation zu verstehen, denn es klingelt an der Wohnungstür. Auf der Fußmatte findet Steven einen Umschlag mit einer CD. Darauf ist eine Botschaft von Bakerman, der ihm die Details seines Auftrags erläutert. Bleibt dem ihm eine Wahl? Wenn er nicht nach Eden Creek fährt, muss er wieder in den Knast wandern…also packt er zusammen und macht sich auf den Weg in eine Welt des Wahnsinns, der Kälte und der grauen Engel.

 

Ein Sturm zieht auf

Gabriel Burns 01: Der Flüsterer | Eden Creek

Zunächst begeben wird uns auf den Weg nach Dawson, einer Stadt in der Nähe von Eden Creek, wo wir auf Stevens‘ Kontaktmann Larry Newman treffen. Der pfiffige, langhaarige Bursche vom Forstamt soll ihn bei seiner Suche nach Cardieux unterstützen. Dieser denkt eigentlich, dass Steven im Auftrag der Umweltschutzbehörde vor Ort ist und bringt ihn sogleich zu der örtlichen Polizeidienststelle. Der verantwortliche Constable Landon scheint aber nicht ganz bei Sinnen zu sein und kichert mehr vor sich hin, als das er Antworten auf die Fragen des vermeintlichen Umweltschützers liefert. Also begeben wir uns in das verschneite Eden Creek, wo Steven hofft, etwas mehr in Erfahrung bringen zu können. Auf dem Weg dorthin finden er und Larry jedoch einen stark verletzten Mann am Straßenrand, den sie umgehend zum nächsten Doktor bringen. Allerdings scheint auch der etwas neben sich zu stehen. Immerhin kann Steven hier erste Hinweise über den Verbleib von Bernard Cardieux in aufschnappen. Diese führen uns zu der Wetterstation von Eden Creek, wo wir allerdings neben einem ebenfalls wahnsinnigen und zu allem Überfluss noch um sich schießenden Fremden nur eine stark verstümmelte Leiche finden, die einen Stein in der Hand hält. Gerade, als wir den schaurigen Ort verlassen möchten, springt das eigentlich zerstörte Funkgerät an. Wieder ist es der Flüsterer, der nur die kryptischen Worte „Sie lebt – bei 0° Fahrenheit“ von sich gibt. Steven und Larry wollen den Leichenfund melden und so begeben wir uns zurück zum Doc. Dieser hat zwischenzeitlich nicht nur seine Hosen, sondern offensichtlich auch große Teile seines Verstandes abgelegt. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und der eigentlich mit Beruhigungsmitteln zum Schlaf gelegte Verletzte von zuvor schneidet sich vor unseren Augen die Halsschlagader auf. Anstatt einzugreifen, schaut Doc Harding nur zu und macht dann vollkommen ungerührt ein Nickerchen. So langsam scheint hier alles den Bach runterzugehen…und was hat es mit den grauen Engeln auf sich, von denen die stark verängstigte Ms. Aspin berichtet? Ist dies nur ein weiteres Hirngespinnst? Aber was hat es dann mit dem Rauschen am Himmel auf sich, das ein ums andere mal ertönt und verdächtig nach Flügelschlagen klingt? Erneut meldet sich der Flüsterer und gibt Steven einen Hinweis, der uns in die nahegelegene Wolframmine führt. Hier werden wir hoffentlich ein paar Antworten finden…

 

Die grauen Engel

Gabriel Burns 01: Der Flüsterer | Die grauen Engel

Parallel zu den Ereignissen in Eden Creek treffen zwei weitere Personen in Dawson ein: Bakerman und die eigentlich totgeglaubte Joyce Kramer. Moment mal, die beiden kennen sich? Und warum erfreut sich die junge Frau bester Gesundheit? Hierüber werden wir schon bald mehr erfahren. Eigentlich wollten Bakerman und Joyce nur den Spuren von Steven folgen und sich selbst ein Bild über die Lage in Eden Creek machen. Aber schon in Dawson müssen sie feststellen, dass hier irgendetwas extrem im Argen liegt: Der zuvor bei Steven noch vor sich hin kichernde Constable Landon ist zwischenzeitlich komplett durchgedreht und hat einige seiner Kollegen ermordet. Nun begrüßt er die beiden Neuankömmlinge mit dem Schießeisen, doch Bakerman ist kein Mann, der sich gerne überraschen lässt. Mit einer im Ärmel versteckten MP streckt er den Polizisten kurzerhand nieder.

Indes haben wir uns mit Steven durch einen frisch aufgezogenen Schneesturm bis zu der Wolframmine durchgeschlagen und treffen dort auf den ziemlich neben sich stehenden Bernard Cardieux. Kaum haben Steven und er zwei Worte miteinander gewechselt, werden sie von einer riesenhaften Gestalt angefallen, die an einen grauen Engel erinnert. Cardieux wird von ihr regelrecht zerquetscht…trotz dieses kurzen Auftritts werden wir seinen Namen nicht zum letzten mal gehört haben. Wir begeben uns nun jedoch erst einmal so schnell wie möglich zurück nach Eden Creek. Unterwegs treffen wir auf Larry, der herausgefunden hat, dass überall in der Ortschaft Chlorzyan verteilt wurde, eine extrem tödliche Substanz. Beim zwischenzeitlich ebenfalls verstorbenen Doc eingetroffen, untersuchen er und Steven die Leichen und finden bei allen Einstichstellen im Nacken. Nur Linda, die Nichte von Ms. Aspin, scheint von den seltsamen Symptomen und damit auch von der tödlichen Chemikalie verschont geblieben zu sein, da sie sich zur der Zeit, als die Substanz in Eden Creek aufgetaucht ist, versehentlich in der Kühlkammer ihrer Tante eingeschlossen hatte (wir erinnern uns an die Worte des Flüsterers: „Sie lebt – bei 0° Fahrenheit“). Auf dem Weg zu ihr hören wir erneut das befremdliche Flügelschlagen über uns – wir scheinen verfolgt zu werden. Irgendetwas sagt Steven, der die Gegenwart der grauen Engel wahrnimmt, dass diese nur in der Finsternis aktiv sind. Also verstecken wir uns mit Linda im Haus ihrer Tante, wo wir es trotz der offensichtlichen Anwesenheit eines dieser Wesen auf dem Dach bis zum Morgengrauen überleben. Kaum, dass die Sonne aufgegangen ist, machen wir uns auf den Weg nach Dawson. Unsere Fahrt wird jedoch in einem Tunnel unterbrochen, wo heruntergefallene Felsbrocken die Straße versperren. Es ist dieser Moment, in dem wir das erste Mal einen grauen Engel in seiner vollen Größe zu sehen bekommen. Sein riesenhaftes Wesen, das wie aus erkalteter Lava geschaffen zu sein scheint, treibt Steven, der ihm nun direkt gegenübersteht, Tränen in die Augen. Er zieht seine Pistole, doch Kugeln scheinen das Monster mit den spitzen Reißzähnen nicht zu beeindrucken – die Geschosse werden von der finsteren Erscheinung regelrecht aufgesaugt. Das Letzte, was wir hören, bevor es um uns herum dunkel wird, ist Stevens‘ verzweifelter Schrei…

Als er wieder erwacht, blickt Steven in die Gesichter von Joyce Kramer und Bakerman. Es dauert nicht lange, bis ihm klar wird, dass die beiden ihn nur manipuliert haben, das die ganze Mordsache nur ein Vorwand war, um ihn nach Cardieux suchen zu lassen. Vollkommen ungerührt erklärt Bakerman ihm, was sie noch über die Ereignisse in Eden Creek herausgefunden haben: Die Menschen dort wurden alle bis auf Linda Aspin von dem Chlorzyan umgebracht, sind jedoch wieder auferstanden. Nicht weniger beunruhigend ist die Tatsache, dass Steven laut Bakerman über psychokinetische Kräfte zu verfügen scheint. So hat er nicht nur seinen Bruder vor 24 Jahren während der Zaubervorstellung verschwinden lassen, sondern auch den grauen Engel in dem Tunnel. Kontrollieren kann er diese Gabe jedoch nicht…

Der glatzköpfige Mann erzählt Steven außerdem, dass er zu einer „verantwortungsvollen Gruppe Menschen“ gehört, die Geschehnisse wie die in Eden Creek untersucht. Mehr erfahren wir nicht über Bakerman und dies soll auch noch eine Weile so bleiben. Über eine andere Sache werden wir jedoch schon bald mehr Informationen haben: Die Auferstehung der Toten in Eden Creek gehört zur „Phase Fleisch“, dem ersten Schritt eines großen Plans, der unsere Welt für immer verändern soll…

 

Nachwort und Wertung

Diese erste Folge kommt natürlich mit einer Menge Informationen daher, welche auch für den weiteren Verlauf der Reihe von großer Bedeutung sind. Nicht nur, dass wir mit Vancouver einen zentralen Schauplatz und mit Bakerman, Joyce, Steven sowie Larry vier der wichtigsten Protagonisten kennenlernen. Im Verlauf der vielen kommenden Folgen werden wir auch immer wieder zu diesen Ereignissen in Eden Creek zurückreisen. Spätestens, wenn in Folge 29 (!) noch einmal Bezug auf Bernard Cardieux‘ Aufenthalt in der Wolframmine genommen wird und eine Entdeckung, die er dort machte, plötzlich eine äußerst wichtige Rolle spielt, wird klar, dass bei der Idee hinter diesem Hörspiel offensichtlich von Anfang an langfristig gedacht wurde. Dies ist eines der zahlreichen Dinge, die mir an Gabriel Burns so gefallen. Egal, wie oft man die Folgen hört, es gibt immer etwas Neues zu entdecken und viele Aspekte, die lange Zeit im Hintergrund wirken, bekommen plötzlich eine essenzielle Bedeutung. 

Bei einem solchen Monster von einem Projekt müssen natürlich alle an einem Strang ziehen und es ist schön zu wissen, dass bis heute jeder einzelne der großartigen Sprecher dabei geblieben ist. Zuerst seien da natürlich der Introsprecher und mittlerweile leider verstorbene Hans Paetsch und der Erzähler Jürgen Kluckert genannt. Als nächstes hätten wir Bernd Vollbrecht (Steven Burns), Ernst Meinke (Bakerman), Bianca Krahl (Joyce Kramer) und Björn Schalla (Larry Newman), die allesamt immer wieder auf’s Neue eine top Leistung abliefern. Es gibt wirklich keine einzige Folge, in der diese Sprecher einmal weniger gut performen! Ich werde sie vielleicht hier und da nochmal erwähnen, stellvertretend für alle meine Artikel zu Gabriel Burns möchte ich mich an dieser Stelle aber einmal ganz tief vor diesen großen Stimmen verneigen…

In Der Flüsterer haben es mir außerdem die leider nur sehr kurzen Auftritte von Gerald Schaale (Constable Landon) und Wolfang Bahro (Bernard Cardieux) angetan, weil sie mir während der sonst sehr düsteren Folge ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern konnten. 

Abgesehen von den tollen Sprechern zeichnet sich diese Folge vor allem durch die Atmosphäre aus. Ich bin ja ein großer Freund von Genrefilmen, die im Schnee angesiedelt sind oder in denen ein Unwetter herrscht. Insofern hatte mich die Folge spätestens mit dem verschneiten Eden Creek. Hinzu kommen die Monster, die grauen Engel also, die einfach großartig in Szene gesetzt wurden. Vereinzelte Splattersequenzen, die die Freigabe des Hörspiels ab 16 schon zu Beginn rechtfertigen, taten ihr Übriges. Ich war hin und weg und bin es auch heute noch, wenn ich mir diesen ersten Teil von Gabriel Burns anhöre. Das schaffen in der Tat nur wenige Serien…

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Serienguide - Gabriel Burns 01: Der Flüsterer
Prädikat: Die Geburt einer epischen Geschichte!
Story95%
Sprecher95%
Atmosphäre95%
Inszenierung90%
94%Wertung
Leserwertung: (5 Votes)
88%

10 Responses

  1. Julian

    Hi, ich bin’s mal wieder. 8)
    Mir ist da eine inhaltliche Frage eingefallen, die mir aber schon eine gefühlte Ewigkeit auf der Seele brennt. Und an wen habe ich da gedacht? Richtig, an den ollen anawak. Vielleicht kannst du mir da etwas Klarheit verschaffen. Hast du eine Ahnung, weshalb die grauen Engel ganz am Anfang Bennett und Landon angegriffen und wahrscheinlich getötet haben? Eigentlich war dafür ja das Chlorcyan gedacht. Entweder es wurde bisher keine Erklärung dafür gegeben oder ich habe sie immer wieder überhört oder vergessen. Auf jeden Fall beschäftigt mich das schon eine Weile und da dachte ich, ich frag einfach mal bei ’nem anderen Fan nach, ob ich da irgendwas verpasst habe.

    Antworten
    • Profilbild von anawak
      anawak

      Das ist eine gute Frage und danke, dass du dabei sofort an mich denkst;) Ich habe eben nochmal Auszüge der Episode gehört und kann auch nur mutmaßen. Landon stirbt ja eigentlich nicht am Anfang der Folge…der taucht doch später nochmal als wahnsinnig gewordener Cop auf. Bei Bennett bin ich mir gerade nicht sicher (war das dieser Chuck?). Was den Angriff der grauen Engel im Allgemeinen angeht, kann ich mir vorstellen, dass Bennett und Landon einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren…abgesehen davon passt es natürlich rein dramaturgisch gut, eine Episode so anfangen zu lassen;) Ich war damals auf jeden Fall ganz Ohr…

      Das Chlorcyan hat m.E. auch direkt mit dem Auftauchen der Engel zu tun. Dieses dürfte von „der anderen Seite“ nach Eden Creek eingeschleppt worden sein (so wie seinerzeit auch die Krankheit, die Steven mit in unsere Welt gebracht hat). Wahrscheinlich ist es sogar die Substanz, welche die Menschen umbringt, wenn sie auf die andere Seite wechseln, sodass man Eden Creek als den Anfang der „Phase Fleisch“ sehen kann.

      Das sind natürlich alles nur Thesen, aber so würde es in meinen Augen Sinn ergeben. Was meinst du?

      Antworten
      • Julian

        Am Ende der Folge sagte Bakerman ja, dass die Menschen durch das Gas getötet und anschließend zurückgeholt und erst deswegen wahnsinnig wurden. Deshalb denke ich schon, dass Landon und auch Chuck Bennett beide am Anfang getötet wurden. So oder so muss ich dir aber recht geben. Bei diesem Start hatte mich die Folge sofort am Haken. 8) Zur falschen Zeit am falschen Ort waren die beiden Herrschaften auf jeden Fall. Wäre der Gasangriff nur einen Tag später geschehen, wären sie ja wahrscheinlich noch völlig sicher nach Dawson gekommen, ohne überhaupt mitzubekommen, was in Eden Creek geschah.

        Ich hatte auch die Vermutung, dass die Engel die Substanz irgendwie abgesondert oder ausgestrahlt oder zumindest „mitgebracht“ haben. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob dieser Stoff dann derselbe wäre, der auch die Krankheit bei Stevens erstem Erscheinen ausgelöst hat. Dann hätte man doch auch damals Spuren von Chlorcyan bzw. einem chlorcyan-ähnlichen Stoff finden müssen. Außerde, hätten die Menschen in Eden Creek am Körper ja dann eigentlich auch diese violetten Verfärbungen aufweisen müssen. Bis auf die Einstiche gab es bei denen aber keine Auffälligkeiten.

        Aber wie gesagt, alles nur Theorien. Solange es allerdings irgendwelche Möglichkeiten gibt, das ganze sinnvoll zu erklären, und sei es nur durch selbsterdachte Fan-Theorien, kann ich auch damit leben, dass dieser Aspekt nicht weiter behandelt wurde.

  2. Julian

    Macht nichts. Lieber sich ein bisschen mehr Zeit nehmen, anstatt am Ende irgendwas hinzuklatschen. Und gegen umfangreich habe ich ehrlich gesagt auch nichts. 8)

    Naja, ich muss auch zugeben, ich war damals noch sechs oder sieben. Da hat meine Mutter das Hörspiel mal spontan mitgebracht. Das Cover sah ja doch ein wenig harmlos aus, wenn man die Geschichte nicht kennt. Und als ich es dann gehört hab, war ich sofort mitgerissen und gerade diese Szene ist mir wie gesagt bis heute in Erinnerung geblieben. Habe zwar damals noch längst nicht alles verstanden, aber gefallen hat mir das Hörspiel an sich trotzdem damals schon sehr gut. Ich habe dann nach einigen Folgen aber erst mal aufgehört, weil es für mich wirklich ein wenig zu kompliziert wurde, aufgrund meines Alters. Ich bin bis heute aber richtig froh darüber, dass ich mich dann irgendwann spontan dazu entschieden habe, mir mal den Rest ab Folge 12 auch noch zu besorgen. Das war, glaube ich, einige Monate vor dem damaligen Rechtsstreit. Als die Serie dann vor ein paar Jahren wieder weiterging, habe ich das mehr oder weniger zufällig gesehen, als ich mich mal bei Amazon umgeschaut hatte. Das hat mich dann auch dazu gebracht, wieder die gesamte Reihe durchzuhören, gleich mit den ersten neuen Folgen, die zu dem Zeitpunkt schon draußen waren. 8)

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    • Profilbild von anawak
      anawak

      Ok, wenn du die erste Folge in so jungen Jahren gehört hast, ist es kein Wunder, dass es dich da gegruselt hat. Wenn ich überlege, wovor ich mich in dem Alter gefürchtet habe;) Und gerade diese Dinge, die einem von damals noch so gut in Erinnerung sind, schaut bzw. hört man sich ja heute in der Regel gerne nochmal an, um zu „testen“, ob es den gleichen Effekt hat. Manches geht dann gar nicht mehr und andere Dinge packen einen sofort wieder. Bei mir ist das zum Beispiel auch die Serie Alf – da kann ich noch heute nicht genug von bekommen.

      Übrigens: Die zweite Ausgabe zum Serienguide ist nun online (siehe bspw. auf der Startseite). Da du ja auch lange Texte stehst…viel Spaß;) Ich hoffe natürlich, dass der Text auch qualitativ gefällt.

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  3. Julian

    Auch wenn dieser erste Teil deines Serienguides jetzt schon einige Zeit zurückliegt, muss ich hier einfach mal eben ein großes Dankeschön zurücklassen. Ich selbst bin seit langem Fan von Gabriel Burns und bin daher mit den Geschichten bereits vertraut, aber trotzdem lese ich immer wieder gern solche Artikel von anderen Fans. Deine Art zu schreiben und den Leser in die fahle Welt dieser erstklassigen Serie einzuführen, gefällt mir richtig gut und ich finde es toll, auf diesen Blog hier gestoßen zu sein. Auch wenn es vielleicht noch ein wenig dauert, freue ich mich schon auf den nächsten Teil dieses Guides. Weiter so. 8)

    Antworten
    • Profilbild von anawak
      anawak

      Hallo Julian! Erstmal sorry für die späte Rückmeldung…normalerweise versuche ich schneller zu sein;) Vielen lieben Dank für dein Feedback! Es freut mich ungemein, wenn meine Artikel gut ankommen und wenn solches Lob von jemandem kommt, der so gut mit dem Medium vertraut ist, wie du, dann bedeutet mir das sehr viel! Zwischenzeitlich hatte ich mich auch schon gefragt, ob ein neuer Serienguide zu GB überhaupt noch gefragt ist, da die Reihe ja schon einen ganzen Haufen Episoden hat und die Hörspielhörer sich vielleicht gar nicht mehr für die Anfänge interessieren. Solch ein Feedback, wie ich es von dir erhalten habe, treibt mich aber an, dieses Herzensprojekt weiter zu verfolgen. Den Artikel zur Episode 2 werde ich dann demnächst mal fertigstellen;)

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      • Julian

        Hab in Erwartung des nächsten Teils dieses Guides auch diesen Blogeintrag noch ein weiteres Mal durchgelesen. Ein kleines Detail, dass ich hier wirklich schön fand, war deine Hervorhebung der Leistungen von Gerald Schaale als Constable Landon und Wolfang Bahro als Bernard Cardieux. Lustig, wie die Wahrnehmung da auseinander geht. Was dir ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert hat, gehört für mich bis heute zu den gruseligsten Szenen in der gesamten Serie. Beiden Sprechern hat man den Wahnsinn ihrer Figuren absolut abgenommen. Bei Bahro war es so, dass ich die Szenen an sich schon sehr unheimlich fand. Sein Auftritt dabei hat das Ganze dann vollendet. Und bei Gerald Schaale ist mir bis heute seine letzte Szene in diesem ersten Hörspiel in Erinnerung geblieben. Die tolle Synchronarbeit von ihm, Bianca Krahl und Ernst Meincke, Landons fieses Lachen und die musikalische Untermalung mit „Seeking Fate“, einem der wohl eindringlichsten und einprägsamsten Tracks von Gabriel Burns, haben für einen der Höhepunkte von „Der Flüsterer“ gesorgt und ich freue mich bei jedem Hören aufs Neue, wenn dann endlich wieder diese Musik einsetzt. 8)

      • Profilbild von anawak
        anawak

        Vielen lieben Dank, dass du bis zum zweiten Teil des Serienguides nochmal die alten Artikel liest. Sorry, dass der Text zu „Die Brut“ länger auf sich warten lässt, aber dieser ist dann doch umfangreicher geworden, als geplant und wenn ich es mache, möchte ich es auch richtig machen. Ich hoffe, den Artikel in den nächsten Tagen raushauen zu können.

        Zu deinem Kommentar hinsichtlich der amüsanten bzw. gruseligen Szenen in „Der Flüsterer“. Das nimmt, wie du schon ganz richtig schreibst, jeder anders war. Ich weiß ja nicht, ob du auch ab und an mal Horrorfilme schaust? Ich sehe mir sowas regelmäßig an und bin da evtl. schon etwas abgestumpft, auch, wenn man beide Medien nur bedingt miteinander vergleichen kann. Tatsächlich empfand ich bislang noch kein Hörspiel wirklich gruselig, sondern eher stark atmosphärisch. Einzig die erste Folge von Oliver Döring’s „End of Time“ hat es geschafft, mir Angst einzujagen…das dann aber tatsächlich auch am hellichten Tag und an einer stark befahrenen Straße;)

      • Julian

        Wäre ja schon ein Grund, mir „End of Time“ mal selbst zu holen. Ich würde mich auch gerne mal wirklich bei einem Film, Hörspiel oder was auch immer gruseln. Ich habe auch seit Jahren nie irgendwas gesehen oder gehört, was mich irgendie gruseln konnte. Bei GB wäre es wahrscheinlich genauso, wenn ich nicht schon in so jungen Jahren mit der Serie angefangen hätte. 8) Generell muss ich aber sagen, unabhängig davon, ob ich wirklich gegruselt werde oder nicht, dass ich solche Psychopathen und Sekten generell viel unheimlicher finde als irgendwelche Monster oder dergleichen. Das macht den „Flüsterer“ für mich bis heute auch zu einer der spannendsten Folgen der Serie.

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