Kill Command | Cover ©Universum Film GmbHIn einer nicht allzu fernen Zukunft steht die Menschheit am Übergang zu einem neuen technologischen Zeitalter. Roboter, Computerchips und Software sind so weit fortgeschritten, dass es sogar möglich ist, gelähmten Personen wieder ein vollkommen normales Leben zu ermöglichen. Ein gutes Beispiel ist Mills (Vanessa KirbyEverest), welche seit ihrem 11. Lebensjahr einen Computerchip im Nacken trägt, mithilfe dessen sie sich wieder uneingeschränkt bewegen kann. Doch damit noch nicht genug, denn fortan funktionierten Teile ihres Gehirns auf digitaler Ebene, was es ihr ermöglicht, mit Maschinen zu kommunizieren oder sie zu hacken. Gesponsert wurde der Eingriff von ihrem Arbeitgeber, welcher sie nun als Beobachterin auf eine Übungsmission mit einer Gruppe Marines schickt. Da die neue Technik aber nicht nur im medizinischen, sondern selbstverständlich auch im militärischen Sektor zu einigen Änderungen geführt hat, sind Captain Bukes (Thure Lindhardt, Fast & Furious 6) und sein Team gegenüber Mills nicht sonderlich freundlich gesinnt, denn schließlich ist abzusehen, dass ihresgleichen in Zukunft den klassischen Soldaten ersetzen wird. Doch kaum sind sie auf dem Trainingsgelände, einer über und über bewaldeten Insel, angekommen, müssen sie sich mit ganz anderen Problemen herumschlagen: Irgendetwas scheint mit den Maschinen, die eigentlich nur als Kugelfutter für die Übung herhalten sollten, nicht zu stimmen und plötzlich muss man sich eingestehen, dass es vielleicht gar nicht so schlecht ist, einen Vermittler zwischen Menschen und Robotern in den eigenen Reihen zu haben…doch auf welcher Seite steht Mills?

In den auf der BluRay/DVD enthaltenen Interviews erwähnt Regisseur und Drehbuchautor Steven Gomez, dass eine Inspirationsquelle für sein Spielfilmdebüt Kill Command die Videos des Robotik-Unternehmens Boston Dynamics waren. Sein Ziel sei es nicht nur gewesen, mit kleinem Budget ein Werk im Hollywood-Look zu kreieren, sondern durch das Design der hier am Rad drehenden Maschinen eine Verbindung zur Gegenwart herzustellen. Und obwohl seinem Film nahezu jeder Tiefgang, geschweige denn sozialkritischer Ein-

schlag abgeht, ist es dieser Hinweis, der wenigstens auf ein hochinteressantes Thema aufmerksam macht. Schaut man sich nämlich etwas auf dem Youtube-Kanal besagter Firma um (siehe hier), wird man feststellen, dass die Technik in diesem Bereich erstaunliche Fortschritte gemacht hat. Da laufen Roboter auf zwei Beinen, können selbst dann problemlos das Gleichgewicht halten, wenn man gegen sie tritt und sehen in vermummtem Zustand einem Menschen schon fast beängstigend ähnlich. Sicher sind wir noch eine ganze Ecke von dem entfernt, was in Kill Command inszeniert wird, aber die Videos von Boston Dynamics erwecken den Eindruck, dass es zumindest keine unrealistische Zukunft mehr ist…

Lässt man diese Aussagen von Steven Gomez, welche man ja auch nur über die Extras mitbekommt, einmal außen vor, weist der Streifen alleine zwar keine Verbindung zur aktuellen Entwicklung auf, was bleibt ist aber immerhin noch ein actionreiches, optisch sehr gut gemachtes und schauspielerisch anständiges Werk.

Gefallen hat mir insbesondere, dass man dem Film, trotz des häufigen Einsatzes von CGI, sein geringes Budget nicht ansieht.

Nur in wenigen Szenen wollen sich die am Computer entstandenen Maschinen oder Explosionen nicht so recht in die Szenerie einfügen oder bewegen sich ziemlich “billig”. Meistens jedoch fällt deutlich auf, dass Steven Gomez selbst ein Mann vom VFX-Fach ist und ergo ein gutes Auge dafür hat. Insofern kann er es sich auch erlauben, kräftig mit Effekten um sich zu werfen und es gewaltig krachen zu lassen. Das dabei der Tiefgang sowohl bei den Figuren als auch der Story der Belanglosigkeit zum Opfer fällt, stört keineswegs, wenn man denn weiß, worauf man sich einlässt. Kill Command will in erster Linie unterhalten und optisch brillieren. Beides ist Crew und Cast absolut gelungen und ich hoffe, dass sich dieses Team vielleicht mal wieder zusammentut um einen weiteren SciFi-Streifen der Extraklasse zu erschaffen…

 

Schnappschüsse vom Trainingsausflug

Bitte einmal in der ersten Klasse Platz nehmen...und ab!

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ICH-MUSS-KAPUTT-MACHEEEEEN!

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Gleich wird's dunkel.

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Ein Gespräch unter Freunden?

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Das Training rockt gewaltig!

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Hat den totalen Durchblick: Vanessa Kirby als Mills.

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Zusatzinfos | Herkunftsland: Großbritannien | Originaltitel: Kill Command | Regie: Steven Gomez | Drehbuch: Steven Gomez | Darsteller: Vanessa Kirby, Thure Lindhardt, David Ajala | Produktion: Adrew Gwyn Davies, Allan Niblo, Rupert Preston, James Richardson, Jim Spencer | Freigabe: FSK 16 | Uncut: Ja | Spieldauer: 97 Min. | Verleih: Universum Film GmbH | DVD/BD VÖ: 03.06.2016 | Boston Dynamics Videos: Youtube
Kill Command (2016)
Prädikat: Technisch gut gemachter Popcorn-SciFi.
Story55%
Schauspieler80%
Spannung85%
Inszenierung90%
78%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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