Mad Max: Fury Road 3D | CoverWas kann man erwarten, wenn sich eine Gruppe partygeiler Teens zum Meer aufmacht, um sich extrem die Kante zu geben, Musik auf Anschlag zu hören und natürlich zu vögeln? Mindestens einen Kater, einen zugekotzten Strand sowie die eine oder andere ungewollte Schwangerschaft. Das die Gesellschaft sich am nächsten Morgen jedoch um die Hälfte reduziert hat ist ungewöhnlich. Noch seltsamer ist, dass die fehlenden Jungs und Mädels ihre Schlafsäcke und Taschen zurückgelassen haben. Oder sind sie gar nicht frühzeitig aufgebrochen? Was war da noch gleich in der Nacht? Da wurde doch diese seltsame Schleimkugel angeschleppt, die ein paar Typen im Wasser gefunden haben. Oh, da liegt sie ja…allerdings ist sie aufgebrochen und irgendetwas scheint daraus geschlüpft zu sein. Vielleicht schaut man sich das einmal aus der Nähe an. Mit dem ersten Schritt auf den Sand merkt man jedoch, dass das überhaupt keine gute Idee war, denn sofort schießen dünne Nesseln hervor, die jeden lebenden Organismus nach unten ziehen…

Die Idee von Isaac Gabaeff‘s Film Killer Beach ist grundsätzlich keine schlechte: Er reduziert das Setting komplett auf einen Strand, nimmt ein paar verkaterte Teenager, besetzt diese mit einem Cast aus der zweiten bzw. dritten Reihe (u.a. Brooke Butler aus All Cheerleaders DieMitchel Musso aus Hannah Montana und Cleo Berry aus Zombie Apocalypse), würzt das Ganze mit einem einigermaßen bekannten Schauspieler (Jamie Kennedy, Tremors 5Three KingsRomeo & Julia) und schickt noch ein Monster ins Rennen, das zwar aus dem Meer kommt, allerdings mal kein Hai ist. Klingt nach einem einfachen, kleinen Low-Budget Filmchen und die ersten Minuten sehen auch recht vielversprechend aus: Im Found Footage Stil werden Ausschnitte der nächtlichen Party gezeigt, während zwischendurch Eindrücke des nächsten Morgens eingeblendet werden. Schade ist lediglich, dass man hier schon das Ei, aus dem dann die Kreatur schlüpft, einführt. Da hätte ich mir gewünscht, dass man die Frage nach der Ursache der Ereignisse noch etwas offen lässt und damit Spannung aufrechterhält. Naja, wenigstens um was für ein Monster es sich handelt wird erst am Ende aufgelöst, wenngleich man es sich schon recht früh denken kann. 

Leider bleibt es bei all diesen guten Ansätzen, denn schon nach dem guten Start wird schnell klar, dass es sich nur um einen weiteren lieblos zusammengezimmerten Trashstreifen handelt. Wenn man sich als Filmemacher beispielsweise dafür entscheidet, sein Werk in einem örtlich sehr begrenzten Rahmen anzusiedeln, dann muss inhaltlich oder in Sachen Inszenierung natürlich umso mehr kommen. Schon alleine ob des Titels darf man zu Recht davon ausgehen, dass die Story diesen Ausgleich nicht schafft. Passt schon, immerhin bewegen wir uns ja im entsprechenden Genre. 

Das Gleiche gilt für die Charakterzeichnungen, die bestenfalls rudimentär vorhanden sind. Hätten wir noch die Inszenierung. Hier nimmt sich Killer Beach schlichtweg zu ernst für das, was er abliefert.

Wo ein Sharkansas, welcher hierzulande am 09.06.2016 erscheint und zu dem es demnächst auch eine Besprechung auf BMTH geben wird, sich zum Beispiel durch seine gewollt überspitzte und klischeehafte Darstellung der Figuren sowie der Monster noch in die Ecke der schlechten, aber immerhin lustigen Filme rettet, versucht Isaac Gabaeff einen spannenden Streifen abzuliefern. Daran scheitert er jedoch mit Pauken und Trompeten. Zu Beginn wirken ja wenigstens die CGI-Effekte noch einigermaßen akzeptabel, doch mit der zunehmenden Größe der Kreatur entpuppt sich deren Qualität ebenfalls als Mogelpackung und gipfelt in einem sowohl langweiligen als auch optisch wenig reizenden Finale. 

Nach dem Trailer war ich ja wirklich guter Dinge, aber zusammenfassend kann ich nur den gelungen Einstieg und die Schauspieler loben, die für ein Werk aus dem Trashgenre recht bodenständig agieren. Dementsprechend kann ich auch nur dann eine Kaufempfehlung aussprechen, wenn ihr unter akutem Mangel an Creature Features leidet, euch auch mit mangelnder Qualität zufrieden gebt oder bereit seit, euch während der Sichtung die Kante zu geben…

 

 

Strandbilder
 

 

Einfach mal die Aussicht genießen. (Brooke Butler, Mitchel Musso)

©Tiberius Film

Da spielt man doch gerne den Retter in der Not! (Meagon Holder, Brooke Butler)

©Tiberius Film

Das Matrjoschka-Prinzip mal anders. (Cleo Berry)

©Tiberius Film

Strandsurfen?!

©Tiberius Film

Er hat den Strand voll im Blick... (Hector David jr.)

©Tiberius Film

Brüste! Zumindest ein bisschen.

©Tiberius Film

Na, hoffentlich haben sie den Autoschlüssel nicht vergessen.

©Tiberius Film

Das Monster gibt nochmal alles!

© Tiberius Film

 
Zusatzinfos | Herkunftsland: USA | Originaltitel: The Sand | Regie: Isaac Gabaeff | Freigabe: FSK 16 | Uncut: Ja | Spieldauer: 81 Min. | Verleih: Tiberius Film | DVD/BD VÖ: 02.06.2016

 

Killer Beach (2015)
Prädikat: Eine gute Idee ziemlich uninspiriert umgesetzt.
Story35%
Schauspieler55%
Spannung45%
Inszenierung50%
46%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

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