Last Frontier | Cover ©Splendid FilmNach vielen Jahren kehrt der verschlossene Rowan zum ersten Mal wieder in die bewaldete Region Alaskas zurück, in der er einst aufgewachsen ist. Allerdings ist es nicht etwa Heimweh, das ihn dorthin treibt, sondern die Suche nach einem Freund, der genau hier verschwunden ist. Während seiner Vorbereitungen trifft er auf seinen Bruder und weitere alte Bekannte – das Wiedersehen ist jedoch nicht gerade herzlich. Irgendetwas scheint in der Vergangenheit vorgefallen zu sein. Allerdings bleibt nicht viel Zeit, um die Probleme aus der Welt zu schaffen, denn alle Zeichen deuten darauf hin, dass ein übergroßer und höchst aggressiver Grizzlybär für das Verschwinden seines Freundes und den Tod einiger anderer verantwortlich ist. Um der Gefahr Herr zu werden, muss Rowan sich wider Willen mit den Menschen zusammentun, mit denen er eigentlich nichts mehr zu tun haben möchte. Aber es hilft ja alles nichts…

Der im Januar von mir besprochene Backcountry von Adam MacDonald und David Hackl’s Last Frontier, der ursprünglich übrigens mit dem ebenso nichtssagenden Titel Red Machine – Hunt or be Hunted veröffentlicht wurde, sind gute Beispiele dafür, wie man ein Thema sowohl in Sachen Inszenierung als auch in Bezug auf die Spannung sehr unterschiedlich umsetzen kann. Während ich mir nämlich bei Ersterem noch mehr Thrill und die Darstellung des Bären als ein Tier, das nur sein Revier verteidigt, gewünscht hätte, werden genau diese Dinge in Last Frontier sehr gut umgesetzt und das, obwohl Backcountry die besseren Voraussetzungen dafür hatte. Zum Einen, weil er auf wahren Begebenheiten beruht und zum Anderen, da er mit deutlich weniger Protagonisten auskommt, die sich entsprechend schlechter gegen den Bären zur Wehr setzen können. Vielleicht fehlte es Adam MacDonald einfach noch etwas an Erfahrung, war dies doch sein 

erster abendfüllender Spielfilm, während David Hackl als Produktionsdesigner in zahlreichen Werken und als Regisseur für Saw V schon etwas geübter sein dürfte. Dies merkt man seinem Streifen auch an: Von Anfang an inszeniert er die Geschichte aus der Feder von J.R. Reher spannend und bis zum Ende hin ohne Längen. Dies liegt sicher auch an dem bemerkenswerten Cast, der sich u.a. aus James Marsden (bekannt als Cyclops aus der X-Men-Reihe), Thomas Jane (Deep Blue SeaStephen King’s Der Nebel) und Billy Bob Thornton (Armageddon) zusammensetzt. Sehr gut fand ich in Last Frontier außerdem, dass es vor allem mit Thomas Jane’s Figur einen Charakter gibt, der eben nicht vor hat, den amoklaufenden Bären zu töten. Stattdessen ist ihm bewusst, dass es einen Grund für das Verhalten des Tieres geben muss, weshalb er ihn lediglich betäuben und so dingfest machen möchte. Dies ist vielleicht auch einer der Gründe, weshalb gerade im letzten Drittel die Spannungsschraube nochmal deutlich anzieht, da die vor dem Bären Flüchtenden ihrem Jäger hier zunehmend ausgeliefert sind.

Das Ganze gipfelt schließlich in einem nervenaufreibenden Finale, in dem auch noch einmal ganz stark der Aspekt zur Geltung kommt, dass fast ausschließlich mit einem echten Tier gedreht wurde.

Ebenfalls erwähnenswert ist, dass Last Frontier sowohl als reiner Thriller als auch als Tierhorror funktioniert. Ich kann ihn daher also jedem empfehlen, der mit einem dieser Genres etwas anfangen kann. David Hackl ist hier ein kurzweiliger, sehr packender und optisch toller Streifen gelungen.

 


[otw_shortcode_info_box border_type=“bordered“ border_color_class=“otw-black-border“ border_style=“bordered“ shadow=“shadow-down-right“]Zusatzinfos | Herkunftsland: Kanada | Originaltitel: Into the Grizzly Maze | Regie: David Hackl | Freigabe: FSK 16 | Uncut: Ja | Spieldauer: 94 Min. | Verleih: Splendid Film | DVD/BD VÖ: 18.03.2016[/otw_shortcode_info_box]

Last Frontier (2014)
Prädikat: Tolle Schauspieler, spannungsgeladen und optisch toll inszeniert - eine klare Empfehlung!
Story70%
Schauspieler85%
Spannung90%
Inszenierung85%
83%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.