Lavalantula | CoverDas Trash Genre ist ohne Frage der Klassenclown des neuzeitlichen Kinos: Er hampelt ständig herum, macht Faxen am laufenden Band und kümmert sich einen feuchten Kehricht um die Meinung der Anderen. Ganz oben auf der Agenda steht dabei jedoch vor allem eines: Aufmerksamkeit! Und dafür ist dem Trash kein Effekt zu billig, keine Idee zu absurd und kein Original zu heilig. Nun möchte man ja eigentlich meinen, dass daraus wenigstens ein abwechslungsreiches Portfolio unterschiedlichster Themen zusammenkommen müsste. Tatsächlich bedient sich unser Klassenclown jedoch meistens beim Katastrophen- oder Monsterfilm (gerne auch mal in Kombination). Das Problem dabei: Die “Twister” können noch so sehr aus Feuer, Eis oder Gummibärchen bestehen (ok, Letzteres war erfunden…wäre aber echt mal was Anderes), die Haie noch so viele Köpfe haben oder mit anderen Tieren kombiniert werden – auf Dauer wird das nicht nur etwas öde, der geneigte Freund solcher Filmkost verliert langsam aber sicher auch den Überblick und läuft Gefahr, die echten Perlen des Genres zu verpassen. Damit sind vor allem solche Streifen gemeint, die nicht nur eine vollkommen bekloppte Story aufweisen, sondern darüber hinaus auch in Sachen Umsetzung punkten. Will heißen: Billig gemacht, aber nicht so unglaublich schlecht, dass man sich die Augen herausreißen und in die Ohren stopfen möchte, um das Elend weder anhören noch -sehen zu müssen. Sharknado wäre ein Beispiel oder auch Big Ass Spider, der mich zwar nicht gänzlich überzeugen, zumindest aber aus der Masse an Schrott herausstechen konnte (hier gibt’s die Review: Klick). Der neue Film von Mike Mendez, der damals schon als Regisseur für die Spinne mit dem fetten Arsch verantwortlich zeichnete, hat erneut die achtbeinigen Krabbelviecher zum Thema. Dieses mal jedoch sind es mehr…und sie speien Lava (?!).

Die Story von Lavalantula ist schneller erzählt, als man Arachnophobia sagen kann. Nach einem Vulkanausbruch fallen besagte Spinnen über Los Angeles her und frönen ihrer pyromanischen Lust. Während überall das Chaos ausbricht, versucht Schauspieler Colton West (Steve Guttenberg) seine Familie und nebenbei noch mal eben die ganze Stadt zu retten. Unterstützung bekommt er dabei von Freunden, die genauso durch wie zu allem bereit sind und mit denen Guttenberg schon einmal für Recht und Ordnung gesorgt hat…

Die Rede ist von Michael Winslow und Marion Ramsey, die zusammen Guttenberg in einer äußerst bekannten 80er Jahre Filmreihe eine Truppe völlig durchgeknallter Cops gemimt haben. Gemeint ist die Police Academy. Das klingt nicht nur wie der feuchte Traum von Fans dieser großartigen Komödien, es wurde in Lavalantula auch grandios umgesetzt. Insbesondere die zahlreichen und gekonnt platzierten Querverweise auf die siebenteilige Reihe sind bester Nährboden für ganz große Unterhaltung. Und damit meine ich nun kein halbherziges Mitleidsschmunzeln, weil endlich mal einer von vielen Witzen funktioniert hat – ich rede von Situationen, die richtig zünden und mir mitunter Tränen in die Augen getrieben haben, weil ich so sehr gelacht habe. Und das Beste an alledem:

Der Nostalgiefaktor ist nur ein großartiger Bonus für den Streifen, denn auch ohne die Anlehnung an die Police Academy funktioniert Lavalantula sehr gut.

Das liegt vor allem daran, dass er sich in keiner Sekunde zu ernst nimmt und man dem gesamten Cast anmerkt, wie viel Spaß sie beim Dreh hatten. Hinzu kommt, dass sich die Effekte für einen Trashfilm wirklich sehen lassen können. Natürlich ist man immer noch weit von erstklassigem CGI entfernt, aber ich habe schon deutlich miesere Animationen gesehen.

Alles in Allem hat Mike Mendez mit seinem neuesten Werk das geschafft, was ihm mit Big Ass Spider nicht so recht gelingen wollte: Einen Film zu kreieren, der die belanglose Story und die bestenfalls mittelmäßigen Effekte mit sympathischen Darstellern, tollem Humor und vielen gut platzieren Genreverweisen (im Übrigen nicht nur auf die Police Academy…es gibt auch ein Wiedersehen mit dem Hauptdarsteller aus Sharknado;) mehr als aufwiegt. So kann ich euch sogar guten Gewissens nahelegen, das Geld für den Kasten Bier, ohne den man sich ähnlich geartete Streifen sonst nicht ansehen kann, zu sparen, denn auch in nüchternem Zustand ist Lavalantula ganz großes Trashkino!

 

 

Zusatzinfos | Herkunftsland: USA | Originaltitel: Lavalantula | Freigabe: FSK 12 | Uncut: Ja | Spieldauer: 83 Min. | Verleih: Tiberius Film | DVD/BD VÖ: 01.03.2016
Lavalantula - Angriff der Feuerspinnen (2015)
Prädikat: Herrlich bekloppt, extrem lustig und sehr sympathisch!
Story60%
Schauspieler85%
Spannung70%
Inszenierung85%
75%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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