Was habe ich so gar keine großartigen Erwartungen in die neue LP von LP gehabt. Meine Hoffnungen, dass Linkin Park mal wieder anständig die Gitarren, Synthies und Stimmbänder malträtieren waren so niedrig, dass ich nicht mehr als ein Schmunzeln übrig hatte, als ich sah, dass The Hunting Party es auf das neue Cover des Alternativ- und Metalkatalog EMP geschafft hat. Mal ganz ehrlich: Minutes to Midnight hat mir ja noch gut gefallen. Ich begrüße es grundsätzlich, wenn eine Band auch mal etwas Anderes versucht. Aber ein Album in diesem Stil hätte gereicht und auch, wenn ihnen der Weichspülerpop regelmäßige Auftritte auf den Transformers-Soundtracks, sowie zweifelsohne eine Menge Kohle bescherte: Was ich da in den letzten Jahren so hörte klang einfach alles gleich und irgendwann dann auch langweilig. Kürzlich habe ich dem neuen Album dann doch nochmal eine Chance gegeben. Etwas belanglose Dudelei im Hintergrund, während man konzentriert an etwas sitzt soll ja nicht schaden. Aber hey, wow, was war das? Shouts? Fette Gitarrensounds? Endlich mal ein paar neue Einfälle? Wollen Linkin Park es etwa doch nochmal wissen?

Eins vorweg: Linkin Park machen keine 180 Grad Wende. The Hunting Party bietet immer noch genug Stoff für hohe Chartplatzierungen, aber fuck yeah, für einen guten Teil der LP haben die Jungs endlich mal die Bademäntel aus- und die Jeans angezogen! Wer hätte ernsthaft noch solch roughe Vocals wie zu Beginn des Openers Keys to the Kingdom erwartet? Oder fast schon Marilyn Manson’sche Riffs wie in Wastelands? Songs wie Until it’s Gone sind wieder Radio Recycling. Nicht schlecht, aber eben auch nicht so gut, dass man noch aufhorchen würde, wenn sie plötzlich im Hintergrund laufen. Anders da A Line in the Sand: Der Song kommt ganz ruhig daher, unschuldig fast, doch es dauert nicht lange, da bekommt der Hörer ein fettes Gitarrenriff um die Ohren geschmettert. Dann wird es wieder ruhiger und man denkt sich: “Alter, wenn nach so einem Opening nichts brutales kommt…”. Kaum ist der Gedanke zuende, prügelt Chester Bennington einem Shouts durch die Gehörgänge, wie man sie bei Linkin Park selten gehört hat. Mike Shinoda darf auch noch ein paar Lines loswerden, dann holt der Song nochmal kurz Luft und eskaliert schlussendlich vollends. Genauso so muss das sein! In vielerlei Hinsicht steht dieses Lied für das gesamte neue Werk der 6 US-Burschen und erinnert mich an das großartige The Paramour Sessions von Papa Roach: Denkmaschine aus, Handbremse lösen und Vollgas!

Prädikat: Endlich wieder voll in die Fresse!

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