Mad Max: Fury Road 3D | CoverDer verrückte Max ist wieder da! Pünktlich zum 30 jährigen Jubiläum zog George Miller, Schöpfer der Mad Max Reihe, nochmal raus in das vertrocknete Wüstenland, um ein weiteres Kapitel seiner Endzeitgeschichte zu erzählen. Der Weg, den er dafür beschritten hat, ist äußerst heikel und hat schon so manche dunkle Wolke über beliebten Filmfranchises aufziehen lassen. Es geht um den Versuch, das Feeling und den Stil der Originale beizubehalten und die Grundidee zeitgleich vor allem optisch in die Gegenwart zu hieven. Die ersten Meinungen, die ich nach Filmstart so aufschnappen konnte, waren gemischt. Obwohl die meisten sagten, das Teil sei richtig gut geworden, gab es auch einige, die alles andere als zufrieden waren. Von einem zweistündigen Actionfeuerwerk war da die Rede. Aber das ist es ja eigentlich nicht, was die alten Mad Max Filme ausmachte. Wurde also erneut eine Filmreihe Opfer des Bedürfnisses, einen Nachfolger möglichst massentauglich zu gestalten? Im Kino konnte ich mir damals leider kein Bild davon machen, also musste es eben die Bluray sein. Kurze Zeit später war es dann soweit und ich begab mich auf eine Reise, an deren Anfang ein schweigender, verwirrter und ziemlich durchgeknallter Typ stand. Sein Name war Max…

Viel mehr, als ein paar wenige Gedanken teilt dieser Typ dann auch erst einmal nicht mit uns. Dafür bleibt auch gar keine Zeit, denn bereits zu Beginn des Films wird er von einer Gruppe vollkommen verrückter Halunken gefangen genommen. Diese gehören zu Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne, auch bekannt aus dem originalen Mad Max), einem ziemlich ekligen Kerl, der mitten im Wüstenland eine Art Imperium errichtet hat. Hier hält er eine riesige Wasserreserve unter Verschluss und damit seine Anhänger sowie das bettelarme Volk unter Kontrolle. Max schafft es jedoch zu flüchten und gerät während dieser Aktion mit Furiosa (Charlize TheronPrometheus – Dunkle Zeichen) aneinander, die gerade im Begriff ist, drei, nennen wir sie einmal “Zuchtweibchen”, vor Immortan Joe zu retten. Nach anfänglichen Reibereien besinnen sich die beiden schließlich auf das alte Sprichwort “der Feind meines Feindes ist mein Freund” und versuchen gemeinsam Joe’s Clan zu entkommen, der ihnen schon längst an den Fersen hängt. 

Aus all den Kritiken, die ich von dem Film so mitgenommen habe, stimmt vor allem eine Aussage: Mad Max: Fury Road bringt Action ins Haus und zwar so richtig. Selten zuvor habe ich einen Streifen gesehen, in dem diese so sehr zelebriert wird, wie hier. Umso wichtiger ist es für den Film daher, dass er sich genau in diesem 

Punkt von vielen anderen Actionwerken unterscheidet. Hier wird nicht einfach nur inszeniert, sondern regelrecht komponiert. Von klassischer Musik untermalt sprudeln die Verfolgungsjagden geradezu vor außergewöhnlichen Ideen, deren Umsetzung man schwerlich beschreiben kann. Das muss man sich einfach anschauen. Und in all diesem lauten und explosiven Getöse schafft Miller es tatsächlich noch, die Grundzutat seiner Filmreihe immer wieder zum Vorschein zu bringen: Der Wahnsinn, der die meisten Menschen in dieser Welt heimgesucht hat. Es gibt da diese eine Szene, in der Nux (ganz groß: Nicholas HoultX-Men: Zukunft ist Vergangenheit), einer von Immortans Anhängern, der auch später noch eine größere Rolle spielen wird, durch einen gigantischen Sandsturm rast und sich dabei über den “wundervollen Tag” freut. Dieser Moment beinhaltet so ziemlich alles, was den Film so besonders macht.

Aber nicht nur in den actionreichen Szenen hat mich die Bildgewalt regelrecht in die Couch gepresst. George Miller und sein Kameramann John Seale wissen auch die ruhigen Momente mit einer ansprechenden und fast schon lyrischen Ästhetik zu versehen.

Bei solch einem cineastischen Feuerwerk könnte man befürchten, dass die Schauspieler untergehen. Wenn jedoch der Score für die Melodie und die Bilder für die Noten stehen, dann sind Charlize Theron, Tom Hardy und all ihre Kollegen die Instrumente…und sie wissen genau, wie sie das Stück mit Leben füllen können.

Es gibt an diesem Film nahezu nichts zu kritisieren. Ich könnte jetzt noch etwas darüber schwadronieren, dass der titelgebende (Anti-)Held etwas zu kurz kommt, fast keinen Text hat und von der Screentime her gar etwas hinter Charlize Theron zurückbleibt. Auch in Sachen Story bewegt sich das Werk gerade einmal im durchschnittlichen Bereich, aber das sollte man auch nicht anders erwarten. Diese wenigen Kritikpunkte (wohlgemerkt auf sehr hohem Niveau) haben mich allerdings überhaupt nicht gestört und da ja noch zwei weitere Teile kommen, bin ich einfach mal gespannt, was George Miller mit Max noch so vor hat. Bis dahin werde ich mir Fury Road einfach noch ein paarmal anschauen, denn eine einzige Sichtung reicht bei weitem nicht, um all das zu erfassen, was einem da entgegen geworfen wird;)

 


Zusatzinfos | Herkunftsland: Australien, USA | Originaltitel: Mad Max: Fury Road | Freigabe: FSK 16 | Uncut: Ja | Spieldauer: 120 Min. | Verleih: Warner Bros. GmbH | DVD/BD/3D BD VÖ: 17.09.2015
Mad Max: Fury Road (2015)
Prädikat: Endzeitaction in perfekter Komposition - Max is back!
Story70%
Schauspieler90%
Spannung95%
Inszenierung95%
88%Wertung
Leserwertung: (1 Judge)
80%

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