Vor gut 2 Monaten berichtete ich über die extrem starke Folge Planetaktion Z, die mich regelrecht umgebügelt und emotional tief berührt hat. Bis zu der heute veröffentlichten Episode Geheimsache Wetterhahn habe ich mich dann auch nicht weiter mit der Hörspielreihe beschäftigt und vielleicht war gerade das der Grund, warum mir bereits in den ersten Minuten dieser Folge das Herz aufgegangen ist. Möglicherweise kennt ihr ja das Gefühl, wenn man sich in einer Serie, einem Film, einer bestimmten Musik oder etwas Ähnlichem wie zuhause fühlt. Da sind dann beispielsweise bestimmte Charaktere, die einem ans Herz gewachsen sind, Geschichten und Texte, die einen berühren und genau den Nerv dessen treffen, was man selbst denkt und fühlt. Beschäftigt man sich schließlich nach einer Weile der Abstinenz wieder mit dem jeweiligen Medium, dann ist es, als würde man nach langer Zeit wieder nachhause kommen. Das mag jetzt pathetisch klingen, aber genauso geht es mir manches mal.

So auch bei der vorletzten Serienepisode von Mark Brandis, die den Spagat zwischen Unterhaltung und Tiefgang wieder einmal mit Bravour meistert…

Die Geschehnisse in Geheimsache Wetterhahn werden erneut von den Langzeitfolgen der Ikarus-Katastrophe überschattet. Der durch die Zerstörung des Wanderplaneten aufgewirbelte Staub verhindert ertragreiche Ernten und die Regierungen der Union und der Republiken tun sich weiterhin schwer, eine Lösung für die fortwährende Hungersnot zu finden. Dann tritt ex-General Alfred Dreier mit einer vielversprechenden Idee die Präsidentschaftswahlen an und die Menschheit hofft, nun bald wieder aufatmen zu können. Indes erfährt Mark Brandis, das die Martin Luther King, ein Schiff der Raumnotretter, auf der indonesischen Insel Sumba abgestürzt ist. Ohne zu zögern macht er sich auf den Weg, um herauszufinden, wie es zu dem Unglück gekommen ist. Unterstützt wird er dabei von seinem alten Freund und Kollegen Lt. Pablo Torrente. Als die beiden der Absturzursache auf den Grund gehen, kommen sie einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, dass die Weltordnung verändern könnte…

Mehr möchte ich nicht verraten, aber ihr dürft davon ausgehen, dass die Folge noch einiges mehr zu bieten hat;) Allerdings bin ich auch etwas verwundert, denn obwohl es sich um die vorletzte Episode handelt, hatte ich nicht das Gefühl, dass die Serie jetzt auf ihr Finale zusteuert. Da ich weder die Bücher, noch irgendeine Zusammenfassung zum abschließenden Kapitel der Reihe gelesen habe, bin ich

sehr gespannt, wie man diese zuende bringen möchte. Für sich genommen ist Geheimsache Wetterhahn aber wieder eine äußerst starke Folge geworden. Hinsichtlich Spannung und Story kommt sie zwar nicht an den Vorgänger heran, das gewohnt hohe Niveau wird aber weiterhin beibehalten. Dies liegt insbesondere an den wie immer großartigen Sprechern, allen voran Michael Lott, dem ich einfach gerne zuhöre. Aber auch Martin Keßler, der hier Lt. Pablo Torrente spricht und den viele als die markante deutsche Stimme von Nicolas Cage wiedererkennen werden, leistet ganze Arbeit. Ach, was schreibe ich denn da! Arbeit?

Wie schon bei den vorangegangenen Folgen hatte ich auch dieses mal nicht das Gefühl, dass die Sprecher hier nur einen Job machen, sondern vielmehr, dass sie richtig Bock darauf haben und mit vollem Elan dabei sind.

Das eine schließt das andere natürlich nicht aus, aber ich spreche hier von einer sehr hohen Hörspielqualität. Das gilt nicht nur für die Sprecher, die bis in die kleinste Nebenrolle voll abliefern, als auch für die fantastische Hintergrundakustik.

Besonders gefallen haben mir wieder einmal die inneren Monologe von Mark Brandis, in denen u.a. die Frage darüber aufgeworfen wird, wann der Mensch bereit ist, alle Konflikte über Bord zu werfen und sich nur deswegen zu helfen, weil man der gleichen Spezies angehört. Das erinnert dann sogar ein wenig an Roland Emmerich’s Independence Day, allerdings ohne einen amerikanischen Präsidenten, der die Nationen höchstpersönlich vereint und dabei immer schön die eigene Flagge schwenkt. Geheimsache Wetterhahn braucht auch keine Außerirdischen. Gänzlich unaufgeregt und fast schon am Rande wird hier mehr Gefühl und Inhalt vermittelt, als dies bei so manchem Hollywood-Epos der Fall ist.

Stammhörern von Mark Brandis brauche ich auch diese Folge sicher nicht noch extra zu empfehlen, daher möchte ich insbesondere jenen, die bislang noch keine Berührungspunkte mit der Reihe hatten, einen ganz heißen Tipp geben: Hört euch diese tolle Serie an! Selten zuvor habe ich es erlebt, dass ernste und sehr aktuelle Themen so unterhaltsam verpackt werden, wie hier.

 

Mark Brandis - Geheimsache Wetterhahn (2015)
Prädikat: Ganz großes Ohrenkino zwischen Unterhaltung und Tiefgang!
Sprache96%
Inhalt82%
Spannung85%
Ton90%
88%Gesamtwertung
Leserwertung: (1 Judge)
98%

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