Odd Thomas ist wirklich seltsam (engl.: „odd“). Von seiner Mutter mit einer seltenen Gabe beerbt, sieht er seit jeher tote Menschen und folgt ihren stummen Hinweisen um ihre Mörder zu finden und an die örtliche Polizei zu „vermitteln“. Sowohl Chief Porter als auch Odds´ Freundin „Stormy“ wissen von der Gabe und decken ihn bei all den zunächst wild anmutenden Behauptungen. Neben den Toten gibt sieht Odd aber auch die „Bodachs“, Gestalten aus dem Höllenreich, die immer dann auftauchen, wenn etwas Schreckliches kurz bevorsteht. Und während bereits das Erscheinen vereinzelter Bodachs als Omen für großes Blutvergießen ausreicht, stockt dem „Geisterflüsterer“ regelrecht der Atem, als plötzlich tausende jener Viecher seinen Heimatort „Pico Mundo“ heimsuchen. Dies kann nur eines bedeuten: „Pico Mundo steckt in ernsthaften Schwierigkeiten“…und nur Odd Thomas kann die herannahenden Ereignisse abwenden.

Regisseur Stephen Sommers ist bekannt für lockere Blockbusterunterhaltung: Er war an sämtlichen „Die Mumie“-Filmen (inkl. dem Spin-off „Scorpion King“) beteiligt. Auch „Van Helsing“ und „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ tragen seine Handschrift (Autor/Regie). „Odd Thomas“ ist jedoch ganz anders als diese Streifen. Der auf einem Buch von „Dean Koontz“ basierende Film ist locker, fröhlich, schräg, gruselig und doch einfach…ja, anders eben. Das liegt vor Allem an den hervorragenden Schauspielern: Allen voran Anton Yelchin („Star Trek“, „Star Trek: Into Darkness“), der die schräge Hauptfigur dermaßen sympathisch „seltsam“ verkörpert, dass man „Odd“ einfach gern haben muss. Addison Timlin („Californication“) als Stormy und Willem Dafoe („Antichrist“) als Chief Porter machen das Dreiergespann komplett, welches alleine schon ausreicht um 100 Min. lang Spaß vor der Mattscheibe zu haben.

Eins, zwei, drei, vier, Eckstein...Ein, zwei, drei, vier Eckstein, alles muss versteckt sein…

Der Film lässt sich dabei am ehesten noch als „Fantasy Krimödie“ beschreiben: Während die Suche nach den Auslösern der bevorstehenden Katastrophe miträtseln lässt, sorgen die sehr gut animierten Bodachs für den Gruselfaktor. Über alldem steht aber zu jeder Zeit das Gefühl „dabei zu sein“. Die Charaktere sind so großartig normal, das Setting in der Kleinstadt Pico Mundo so gut gewählt und die Dialoge dermaßen erfrischend, dass es eine wahre Freude ist. Im Zentrum steht jedoch zu jeder Zeit Odd. Seine wirren und trolligen Gedanken sind Auslöser für Gespräche, die meist irgendwie neben der Spur wirken. Großartig ist auch, dass der ganze Teil, in dem Odd seine Glaubwürdigkeit beweisen muss wegfällt und der Film direkt dort einsteigt, wo ihm zumindest die wichtigsten Menschen Glauben schenken. Das ist auch der Grund dafür, dass der Film ein recht hohes Tempo an den Tag legen kann, wenngleich nicht ständig etwas Neues passiert. Des Weiteren spürt man förmlich den Spaß, den das gesamte Team beim Dreh offensichtlich hatte. Der Film nimmt sich auch zu keinem Zeitpunkt zu ernst und schafft es gerade dadurch eine Sogkraft zu entwickeln, der man sich gerne aussetzt. Hinzu kommt das gute Timing: Zwar werden die meisten Schreckmomente durch die typischen Kameraeinstellungen schon lange vorausgeahnt, die Story-Twists jedoch kommen zum richtigen Zeitpunkt. Insbesondere das Ende hat weder meine Freundin noch ihr Vater (die Twists sonst schon sehr früh erkennen) vorhergesehen. Ich sowieso nicht.

Tja, und nach gut 1 ½ Std. läuft schon der Abspann und obwohl es sich um einen Film mit Monstern, Katastrophen und Geistern handelt, fühlt man sich danach gut…

Bleibt zu hoffen, dass auch weitere Teile aus der „Odd Thomas“-Reihe verfilmt werden. 2013 erschien bereits der 5. Band („Odd Apocalypse“) im Buchhandel. Also gilt auch hier wieder: Don´t copy, buy it!

 

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