Out of Inferno | CoverDie beiden Brüder Tai-kwan (Lau Ching Wan) und Keung (Louis Koo) haben sich dem Kampf gegen das Feuer verschrieben. Einst waren sie beide Feuerwehrmänner, doch nach dem Tod ihres Vaters sind sie getrennter Wege gegangen. Während Keung, der seinen älteren Bruder für den familiären Schicksalsschlag verantwortlich macht, eine eigene Firma gründet und ein Löschsystem für Hochhäuser entwickelt, bleibt Tai-kwan seinem Job treu. Als jedoch in einem Bürogebäude ein Brand ausbricht, treffen die beiden erneut aufeinander und müssen wieder zusammenarbeiten, um möglichst viele Menschen vor der Katastrophe zu retten. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich auch Tai-kwans schwangere Frau Si Lok (Angelica Lee) in dem Hochhaus befindet und so steht der werdende Vater vor der schweren Entscheidung, ob er den Regeln, denen er sich als Feuerwehrmann verschrieben hat, folgt und keinen Unterschied zwischen den Opfern macht, oder, ob er zuerst versucht seine Frau in Sicherheit zu bringen. Viel Zeit bleibt ihm dabei jedoch nicht, denn das Chaos wird von Minute zu Minute schlimmer und bald schon scheint es keinen sicheren Ausweg mehr zu geben…

Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber ich bin der Meinung, dass es viel zu wenige gute Katastrophenfilme gibt. Das mag sicher daran liegen, dass hierfür meist das notwendige Kleingeld fehlt, um die zahlreichen Spezialeffekte, die für dieses Genre meist notwendig sind, zu finanzieren. Umso euphorischer war ich, als ich von dem neuen Streifen Out of Inferno der Gebrüder Oxide und Danny Pang (The Messengers, Bangkok Dangerous Remake von 2008) erfuhr. Die Beschreibung und der Trailer versprachen anständige Action, viel Spannung, tolle Effekte und das ganze gepaart mit einem Schuss Drama. Im Grunde sind das die Zutaten, welche alle Katastrophenfilme auszeichnen, die ich mir immer wieder anschauen kann. Insbesondere was die ersten drei Punkte angeht, macht der Streifen auch nahezu alles richtig: Es kracht und knallt, wie man das bei einer völlig außer Kontrolle geratenen Feuersbrunst erwartet und den Protagonisten bleibt nur wenig Zeit, um einmal durchzuatmen. Kaum wähnen sie sich einmal in Sicherheit, kommt es auch schon zur nächsten Katastrophe. Die Effekte sind dabei sehr ansehnlich, zumal fast ausschließlich mit echtem Feuer und nur wenig CGI gearbeitet wurde. Das ist auch gut so, da die Computereffekte doch klar als solche zu erkennen sind. Das Problem, mit dem Out of Inferno zu kämpfen hat und das sich mitunter auch negativ auf die Spannung auswirkt, liegt bei dem Drehbuch und der Regie. 

Mehr als einmal hatte ich den Eindruck, dass man auf Teufel komm raus ein Actionfeuerwerk par excellence abfeuern möchte und sei es auch auf Kosten von Logik und glaubwürdigen Charakteren. So gibt es beispielsweise eine Szene, in der die Feuerwehrleute einen Raum betreten, der so lichterloh brennt, dass sie mit ihren Wasserschläuchen einfach nicht dagegen ankommen. Die Lösung ist dann schließlich, dass man die Fenster öffnet um die Flammen…ja, was? Auszupusten?! So richtig ist mir die Idee dahinter nicht klar geworden. Dies ist jedoch nur eine von zahlreichen Aktionen, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte.

Spätestens, als ich im Making Of die Regisseure davon reden hörte, dass sie sehr viel Wert auf eine realistische Umsetzung gelegt und sich dafür extra von echten Feuerwehrmännern haben beraten lassen, stellte ich mir die Frage, ob es um die Katastrophenabwehr in China wirklich so schlecht bestellt ist.

Hinzu kommt schließlich noch die Entwicklung der Charaktere, die ich als wenig glaubwürdig, wenn nicht sogar unsympathisch empfand. Dies betrifft vor allem Tai-kwan, der im Ansatz durchaus interessant gezeichnet wird: Ein Mann, der sein Leben riskiert, um das anderer zu retten und dabei keinen Unterschied macht, ob es um seine Frau oder einen Wildfremden geht. Mit meinem Verständnis hörte es jedoch auf, als mehr und mehr klar wurde, dass er auch privat den Bezug zu seiner Partnerin verloren hat und selbst zum Ende hin, als er eine an sich tieftraurige Nachricht erfährt, kaum eine Gefühlsregung zeigt. Da hätte ich mir doch zumindest eine kleine Veränderung gewünscht. Dies liegt wohlgemerkt nicht an der Leistung der Darsteller! Diese liefern allesamt eine durchaus bodenständige Performance ab. Umso bedauerlicher ist es, dass ihnen das Drehbuch und die Regie da wenig Flexibilität bieten. 

Unter dem Strich kann ich Out of Inferno dennoch empfehlen, wenn man bereit ist, über die genannten Schwachpunkte hinweg zu sehen. Dann bekommt man mit dem Film ein spannendes, effektreiches Actionwerk geliefert, das für knapp zwei Stunden den Adrenalinspiegel “anfeuert”. Wortwitz und Artikel Ende;)

 

 

Zusatzinfos | Herkunftsland: Hong Kong, China | Originaltitel: 逃出生天 oder einfach Out of Inferno;) | Freigabe: FSK 12 | Uncut: Ja | Spieldauer: 112 Min. | Verleih: Edel Germany | DVD/BD/ 3D BD VÖ: 25.03.2016
Out of Inferno (2013)
Prädikat: Feuriger Katastrophenfilm, der inhaltlich jedoch weit hinter der guten Inszenierung zurückbleibt.
Story50%
Schauspieler75%
Spannung85%
Inszenierung80%
73%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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