Rites of Spring | Cover

Mit dem 20. März wird gemeinhin die kalte Jahreszeit verabschiedet und der Frühling eingeläutet. Die Natur beginnt wieder in allen erdenklichen Farben zu erblühen, Frühlingsgefühle erwachen und genau an diesem Tag verschwinden Jahr um Jahr junge Frauen spurlos. Oh, Moment, letzteres stammt ja aus Padraig Reynolds Spielfilmdebüt Rites of Spring, wo den Freundinnen Rachel (Anessa Ramsey) und Alyssa (Hannah Bryan) genau dies widerfährt. Anstatt wie geplant abends schön was trinken zu gehen, werden sie von einem Unbekannten entführt und in einer Scheune festgehalten. Was genau der Typ von ihnen möchte, bleibt lange Zeit ein Rätsel. Parallel zu diesen Ereignissen plant Ben (AJ Bowen, You’re Next) mit seiner Freundin Amy (Katherine Randolph, Jarhead), seinem Bruder Tommy (Andrew Breland) und einem zwielichtigen Bekannten einen Überfall auf den millionenschweren Geschäftsmann Ryan Hayden (James Bartz). Allerdings läuft auch hier Vieles nicht so, wie es gedacht war. 

Was genau diese beiden Handlungsstränge miteinander zu tun haben und was der Entführer von Rachel und Alyssa möchte, wird aufgrund der Spoilergefahr nicht verraten, zumal diese Frage auch einen guten Teil der Spannung ausmacht. Leider wird die Auflösung am Ende allerdings eher schlecht als recht und fast schon belanglos abgefrühstückt. Was dann nach der Sichtung bleibt, ist ein bestenfalls durchschnittlicher Slasher, der zwar gut gemeinte Ambitionen hat, den Genreklassikern zu huldigen, dabei aber einfach zu lange braucht, um aus dem Quark zu kommen. Erst im letzten Drittel nimmt das Werk wirklich an Fahrt auf und auch erst dann sieht man einmal den das Cover zierenden Bösewicht. Dieser ist auch eher wenig Furcht einflößend und mitunter fast schon dämlich inszeniert. Warum bitte haut er erst eine Karre zu Klump, wenn er sein darin sitzendes Opfer, welches natürlich nicht im Traum daran denkt, einfach mal los zu fahren (!) und den Kerl vom Dach zu fegen, einfach durch das Seitenfenster ziehen könnte?! Na gut, das sind eben die ungeschriebenen Regeln des Genres. Aber auch in Sachen Synchronisation, Schauspieler, Kill Inszenierung und Atmosphäre wird nur Mittelmaß geboten. Der Film ist nicht grottig und kann aufgrund der Thematik auch gut zum cineastischen Einläuten des Frühlings genutzt werden. Abgesehen davon sollte man sich unter dem Motto “It’s Feeding Time” allerdings eher einen kleinen Snack als ein Festmahl vorstellen.

 

Zusatzinfos | Herkunftsland: USA | Originaltitel: Rites of Spring | Freigabe: FSK 18 | Uncut: Ja | Spieldauer: 80 Min. | Verleih: Mad Dimension | DVD/BD VÖ: 10.05.2013
Rites of Spring (2011)
Prädikat: Wohl bekomm's...aber plant lieber noch einen Nachtisch ein.
Story60%
Schauspieler65%
Spannung65%
Inszenierung65%
64%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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