Gabriel Burns 02 - Die Brut | Cover ©Decision Records

Der Besucher

Ein junges Mädchen sitzt des nachts in ihrem Zimmer und klammert sich völlig verängstigt an ihrer Bettdecke fest. Sie ruft nach ihrem Vater. Als er herbeigeeilt ist, erzählt sie ihm von Geräuschen in der Wand sowie einer Stimme, die zu ihr spricht und von dem Kindmann erzählt hat. Der Vater versucht das Kind zu beruhigen, sicher hat sie nur schlecht geträumt. Plötzlich vernimmt er ein Geräusch, das vom Fenster her kommt. Feine Risse haben sich dort gebildet und zeichnen sich klar von dem nächtlichen Schwarz dahinter ab. Verunsichert fragt er sich, was hier vor sich geht. Im nächsten Moment zerspringt die Scheibe mit einem lauten Knall und entlässt die Schreie von Vater und Tochter in die Nacht.

Zurück in Vancouver

Zurück in Vancouver 

Drei Monate sind seit den Ereignissen in Eden Creek ins Land gezogen und wir finden uns erneut in einem Taxi wieder. Der Fahrer ist, wie sollte es auch anders sein, Steven Burns, welcher nach den verstörenden Erlebnissen in seine Heimatstadt Vancouver zurückgekehrt ist. Hier hat er die letzten Wochen versucht, die gesammelten Eindrücke zu verstehen, sich einen Reim darauf zu machen…doch vergebens. Neben den immerzu präsenten Schuldgefühlen, weil er einst seinen Bruder Daniel verschwinden ließ, trägt er nun also eine weitere Last mit sich herum…und diese soll schon bald noch schwerer werden, denn just in diesem Moment geht die Tür des Taxis auf und ein glatzköpfiger Mann setzt sich zu uns…

Port McNeill

Fahle Gewässer

Als er Bakerman sieht, wird Steven von den Erinnerungen an Eden Creek überwältigt. Er will endlich Antworten, angefangen dabei, wer sein rätselhaftes Gegenüber ist. Sein Ärger scheint den Mann jedoch keineswegs zu beeindrucken. Gelassen erwidert er nur, dass er ein einfacher Finanzberater sei. Des Weiteren habe er einen neuen Auftrag für Steven: Er soll nach Vancouver Island reisen, wo seltsame Dinge vor sich gehen. Als Gegenleistung verspricht er, ihm dabei zu helfen, das Verschwinden von Daniel aufzuklären. Steven ahnt noch nicht, dass Bakerman längst mehr weiß, als er preisgibt und so willigt er ein. Unser nächster Halt lautet Port McNeill…

Es ist ein stürmischer Nachmittag in der kleinen kanadischen Küstenstadt. Die Wellen brechen unermüdlich gegen die Ufer und es wirkt wie ein spöttischer Wink des Schicksals, dass das Wasser sich dunkelgrün gefärbt hat. Gerade, als die Lehrerin Ann Price sich zuhause etwas hinlegen möchte, klopft es an ihre Haustür. Eine seltsam klingende Kinderstimme quäkt von draußen und beschuldigt Ann, dass sie wieder einmal in der Schule Alkohol gesoffen habe. Erschrocken und verärgert reißt sie die Tür auf und stockt…was sie erblickt, ist weder ein Junge noch ein Mädchen. Der Frau fehlen die Worte und noch während sie in ihrer Fassungslosigkeit erstarrt ist, wird sie von der mysteriösen Gestalt niedergestochen…

Indes sind wir an unserem Zielort in Port McNeill angelangt. Vor dem Anwesen der Familie Garner treffen wir auf Dr. Phillips, eine schrullige Dame in den Sechzigern mit einem sehr speziellen Kleidungsstil. Gemeinsam begeben wir uns zum Haus, wo sie und Steven von Mr. Garner in Empfang genommen werden. Dieser ist ob der kürzlich stattgefundenen Ereignisse völlig durcheinander und es fällt ihm offensichtlich schwer, das Erlebte in Worte zu fassen. Seine Tochter Amanda rief ihn eines Nachts, weil sie glaubte, dass “Etwas” in ihrem Kinderzimmer sei. Wenig später zersplitterte die Fensterscheibe. Der Familienvater kann sich keinen Reim darauf machen und während Steven noch skeptisch ist, bleibt unsere Begleiterin äußerst gelassen, fast schon, als würde sie so etwas jeden Tag hören. Da Mr. Garner nichts weiter zu besagter Nacht einfällt, ist es an der Zeit mit Amanda direkt zu sprechen. Und siehe da: Kaum hat das Mädchen den Raum betreten und mit unheilschwangerer Stimme “Er ist hier…” gesagt, springt der Fernseher wie von selbst an. Dann ertönen laute Schritte aus einem alten Schuppen neben dem Haus. Zusammen mit Dr. Phillips und Steven, der das alles immer noch für einen blöden Scherz hält, eilen wir nach nebenan. Hier kommt plötzlich ein Nagel auf den Schriftsteller zugeschossen und streift seine Hand, bevor er sich tief in das Holz des Schuppens bohrt. Steven’s Blick verrät uns, dass er erste Zweifel an seiner Meinung hegt. Ist hier am Ende tatsächlich etwas Übernatürliches im Gange? Die ältere Dame bleibt weiterhin unbeeindruckt und selbst, als nun wieder Krach aus dem Haus zu vernehmen ist, sagt sie nur, dass sie “ihm” diesen Unfug schon austreiben werde. Doch wer ist er? Bevor diese Frage geklärt werden kann, muss jedoch erst einmal Steven’s Hand versorgt werden. Also begeben wir uns mit ihm und Mr. Garner in das städtische Krankenhaus. Es wundert uns nicht wirklich, als Dr. Phillips sich bereiterklärt, bis zu unserer Rückkehr alleine auf dem Anwesen zu bleiben. Kaum sind wir im Hospital angekommen, wird auch schon die blutüberströmte Leichte von Ann Price eingeliefert. Offensichtlich, so der zuständige Arzt, wurden ihr bewusst Stichwunden zugefügt, die zu einem langsamen Exitus führen. Damit aber noch nicht genug: Auch ihre Stimmbänder wurden durchtrennt. Wer in Himmels Namen wäre zu so etwas imstande? Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sich die Bewohner von Port McNeill diese Frage stellen müssen…

Feuer

Feuersbrunst

Es ist kurz vor Unterrichtsschluss und wie an jedem Nachmittag muss Rektor Copeland seine Schüler dazu ermahnen, sitzen zu bleiben, bis er die Schulstunde beendet. Wo andere Lehrer sich jedoch an diesem wiederkehrenden Ritual stören, muss er stets darüber schmunzeln, da es ihn an seine eigene Kindheit erinnert. Wie schön war das doch damals, als der Glockenschlag bedeutete, dass man den Rest des Tages tun und lassen konnte, was immer man möchte. Das waren noch Zeiten! Und hier liegt auch ein Grund, weshalb er seinen Beruf so gerne ausübt: Die Nähe zu der jüngeren Generation hält ihn frisch und kreativ, ja, sie erinnert ihn daran, dass das Leben viel mehr bereithält, als nur Geld zu verdienen und seine Rechnungen zu begleichen. Manches Mal kann er in Momenten wie diesem, wo seine Schüler freudig erregt aus dem Klassenraum stürmen, nachempfinden, wie das für ihn einst war. Gerade, als er seine Sachen zusammenräumen möchte, um in seinen wohlverdienten Feierabend zu gehen, vernimmt er Schritte aus Richtung der Tür. Er dreht sich um und sieht eine Gestalt, die einen Benzinkanister trägt. Mit einem irren Kichern löst sein Gegenüber den Verschluss vom Behälter und lässt dessen Inhalt in aller Seelenruhe auf den Boden plätschern. Rektor Copeland ist von der bizarren Situation regelrecht überrumpelt. Kaum, dass er die Gestalt dazu aufgefordert hat, damit aufzuhören, taucht hinter ihr eine Kreatur auf, die noch am Ehesten einem Hund ähnelt, aber genauso gut eine zu groß geratene Ratte sein könnte. Erschrocken weicht er zurück, doch da ist es bereits zu spät. Das vierbeinige Wesen fletscht die Zähne, springt und reißt Copeland von den Beinen. Blut spritzt gegen das Lehrerpult, als das Monster die Kehle seines Opfers zerfetzt, während die unbekannte Gestalt dahinter ein Feuerzeug zückt und das Benzin in Brand steckt. Davon bekommt der Rektor allerdings nichts mehr mit…

Nachdem Steven’s Wunde versorgt wurde, sind wir mit ihm und Mr. Garner wieder zurück zum Spukhaus gegangen. Dort erwartet uns ein zugleich witziges als auch bizarres Bild: Dr. Phillips befindet sich im Schneidersitz auf dem Boden und lauscht amüsiert einer balinesischen Folklore. Poltergeister, so behauptet sie, seien in ihrem früheren Leben meist verbohrte Spießer gewesen, die mit jeglicher Art von Kunst nicht anzufangen wüssten. Musik würde sie in den Wahnsinn treiben und gefügig machen. Belustigt fügt sie noch hinzu, dass es auch sehr gut mit Wagner funktioniere. Ihre Erläuterungen werden plötzlich von Mr. Garner unterbrochen, der Rauch aus Richtung der Stadt aufsteigen sieht. Neugierig, wie wir sind, begeben wir uns zum Ort des Geschehens, während Steven und die Anderen im Haus bleiben. Als wir eintreffen, bietet sich uns ein Bild der Zerstörung: Die Schule steht lichterloh in Flammen und inmitten der Feuersbrunst findet man den stark verletzten Polizeichef, die zerfetzte Leiche des Schuldirektors und eine winselnde Kreatur, die eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Hund hat. Oha…dann lassen wir Feuerwehr und Gesetzeshüter mal lieber ihre Arbeit machen und gehen zurück zur Behausung der Garners.

Als wir dort ankommen, bricht bereits der Abend an. Bevor wir ins Haus gehen, drehen wir uns noch einmal um und sehen, dass der Rauch noch immer aus der Schule aufsteigt. Im roten Schein der untergehenden Sonne hat das Bild fast schon etwas Schönes. Mit diesem Gedanken steigen wir auf die Veranda, wo wir auf Steven und Dr. Phillips treffen. Die ältere Dame scheint Schmerzen zu haben und als ihr Kollege sie darauf anspricht, erwidert sie nur, dass sie kürzlich einen Eingriff hinter sich gebracht hat. Das Alter eben. Die beiden wechseln das Thema und Steven unternimmt einen erneuten Versuch, mithilfe seines Gegenüber etwas mehr über Bakerman zu erfahren. Dr. Phillips blockt jedoch ab. Er würde beizeiten schon aufgeklärt werden. Ein kurzer Moment des Schweigens entsteht und wird schließlich von der älteren Dame unterbrochen, die in ruhigem Ton von Eindringlingen spricht, denen einst unsere Welt gehörte und die nun versuchen, sich diese zurückzuholen. Die Geschehnisse in Eden Creek und nun in Port McNeill seien Anzeichen dafür, dass genau das gerade geschieht. Weder Steven noch wir werden wirklich schlau aus ihren kryptischen Ausführungen. Also müssen wir uns noch gedulden und es soll auch noch eine Weile dauern, bis wir uns einigermaßen ein Bild davon machen können, wie das alles zusammenhängt…

Der Kindmann

Verlassenes Gemäuer

Chuck Settler sitzt in einem sperrlich beleuchteten Raum und geht seiner Lieblingsbeschäftigung nach: Er zeichnet. Dabei summt er leise eine Melodie vor sich hin, die durch die leeren Gänge der verlassenen Wohnanlage hallt. Der junge Mann ist traurig…wie so oft. Während er mit schnellen Handbewegungen ein rotes Kreidestück über die Wand gleiten lässt, fragt er sich einmal mehr, warum die Menschen im Dorf immer so gemein zu ihm sind. Vielleicht halten sie ihn für dumm, weil er sich nicht so gut artikulieren kann? Nun, Chuck ist sich dessen durchaus bewusst und eben deswegen fing er ja einst mit dem Zeichnen an. Bilder sind bis heute für ihn die beste Möglichkeit, um mit anderen in Kontakt zu treten, ihnen zu zeigen, was er erlebt hat. Und das war in der letzten Zeit eine ganze Menge. Heute stand beispielsweise die alte Schule lichterloh in Flammen. Er hatte noch versucht, den Rektor und den Polizisten zu retten, doch es war vergebens. Und dann war er noch einer Gestalt begegnet, wie er sie noch nie zuvor gesehen hat. Riesig, unheimlich und finster, mit gewaltigen Flügeln. Am liebsten hätte er die Anderen im Dorf vor diesem Monster gewarnt…doch zu oft wurde schon über ihn gespottet und höhnisch mit dem Finger auf ihn gezeigt, als das er sich noch trauen würde, mit den Dorfbewohnern mehr zu reden, als unbedingt notwendig. Also war er wieder zurück an seinen Lieblingsplatz gegangen, wo er ganz für sich alleine war und zeichnen konnte, während sein trauriges Summen durch die Räume hallte. Vielleicht würde ja eines Tages jemand kommen, der ihm zuhört und Glauben schenkt…

Nachdem auch die letzten Sonnenstrahlen am Horizont erloschen sind, ist die Nacht über Port McNeill hereingebrochen und während in den meisten Häusern nach und nach die Lichter ausgehen, sind wir noch hellwach und beobachten eine aufgewühlte Dr. Phillips, wie sie hierhin und dorthin wuselt. Doch der chaotische Schein trügt: Die alte Dame hat einen Plan, um dem Poltergeist auf die Schliche zu kommen. Hierzu baut sie einen Projektor auf, der den ungebetenen Gast für das menschliche Auge sichtbar machen soll. Das Gerät stellt sie zusammen mit einer Kamera in die Nähe von Amanda’s Bett und begibt sich dann mit Steven hinunter ins Wohnzimmer. Dort können wir die von der Videokamera aufgezeichneten Bilder verfolgen. Und tatsächlich müssen wir unsere erwartungsvollen Gesichter auch gar nicht lange in das fahlgrüne Flimmern des Bildschirms tauchen, bis sich etwas tut: Neben dem Bett von Garner’s Tochter erscheint eine Art Nebel, aus dem sich langsam Tentakeln formen, welche nach dem Mädchen greifen. Das Kind erwacht und obwohl ihre Augen von Angst geweitet sind und ihr Vater auf einen Abbruch drängt, will Dr. Phillips noch abwarten. Dann geschieht es: Der Geist berührt Amanda, die sofort zu schreien beginnt und damit den übernatürlichen Besucher aufschreckt. Das Kamerabild erlischt und im nächsten Moment hören wir, wie der Poltergeist sich erst durch das Treppenhaus und dann in die Küche bewegt. Sofort folgen wir den Geräuschen und sehen, wie Weinflaschen aus den Regalen gestoßen werden und mit lautem Krachen zu Boden fallen, gefolgt von einer Tüte Mehl. In das daraus entstandene Gemisch werden von unsichtbarer Hand Buchstaben geschrieben, die nach und nach ein einziges, klar lesbares Wort bilden: Kindmann. 

Wer aber ist dieser Typ, dessen Spitzname aus einem Stephen King Roman stammen könnte? Mr. Garner erklärt, dass es sich um Chuck Settler handelt, einen jungen und geistig zurückgebliebenen Mann, der sich gerne in der Nähe von Kindern aufhält. Bei den Dorfbewohnern hat er eben deswegen auch keinen allzu guten Stand, weshalb sie ihm den den garstigen Rufnamen verpasst haben. Steven jedoch möchte sich selbst ein Bild machen und so begeben wir uns zum Trudeaux-Block, einer verlassenen Wohnanlage, in der sich Chuck meistens aufhält. Kaum haben wir das Gebäude betreten, hören wir auch schon das traurige Summen des Kindmanns. Als wir ihm schließlich zum ersten Mal gegenüberstehen, ist es weniger die unfassbar dicke und grauhaarige Gestalt Chucks, sondern vielmehr dessen Zeichnung einer Feuersbrunst, die uns den Atem raubt. Das Bild ist so real, dass es tatsächlich den Anschein hat, als stünde der Raum in Flammen. Kaum verständlich fragt er Steven, ob er ihm noch weitere Zeichnungen zeigen soll. Als Steven zustimmt, begleiten wir Chuck in den Keller, wo uns das Abbild eines Wesens erwartet, welches uns nur allzu bekannt vorkommt: Ein grauer Engel. Auf Steven’s Nachfrage hin sagt der Kindmann, dass er die Kreatur in der Schule gesehen hat…

Gerne würden wir mehr von ihm erfahren, jedoch wird das Gespräch zwischen Chuck und Steven von Sergeant Fenwick unterbrochen, der just in dem Moment mit einigen Kollegen und gezogener Waffe den Raum betritt. Ohne Umschweife lässt er dem übergewichtigen Mann Handschellen anlegen. Auf Steven’s Einwand, was das soll, erwidert Fenwick, dass man bei der Leiche von Rektor Copeland in der abgebrannten Schule einen von Chuck’s Hosenknöpfen gefunden habe . Aber wie kann er so sicher sein, dass er ihm gehört? Siegessicher erklärt der Polizist, dass es sich hierbei um Spezialanfertigungen mit den Initialien des jungen Mannes handelt, weil dieser aufgrund seines Umfang keine normalen Hosen tragen könne. Damit beendet Fenwick die Fragerunde und setzt dazu an, auch Steven mit auf’s Revier zu nehmen. Dieser sei ihm von Anfang an suspekt gewesen. Dann taucht aus der schattigen Ecke des Raumes plötzlich eine vierbeinige, hundeähnliche Bestie auf . Zunächst wirkt sie wie ein schwaches, gequältes Wesen, doch im nächsten Moment setzt sie zum Sprung an. Blitzschnell reagiert der Sergeant und streckt die Kreatur mit seiner Waffe nieder. Naja, wenigstens zu etwas ist er gut…

Die Brut

Finale in der Schule

Auf dem Polizeirevier angekommen verschwendet Steven keine Zeit, um den leitenden Beamten vor dem Unheil zu warnen, das über seiner Stadt liegt. Die im Trudeaux-Block gesichtete Bestie sei nur ein Beispiel dafür. Schmunzelnd erwidert der Sergeant, dass er schon seine Kammerjäger auf das Vieh angesetzt habe. Mit so einem “Rattenmops” würden die wohl fertig werden. Steven bittet ihn inständig, die Männer zurückzurufen und tatsächlich scheint sein verzweifelter Tonfall etwas zu bewirken. Fenwick bittet seinen Constable, in die Wohnanlage zu gehen und einmal nach dem Rechten zu schauen. Der junge Polizist macht sich gemächlich auf die Socken und als Steven ihm noch den Rat mit auf den Weg gibt, die Dunkelheit zu meiden, belächelt er diesen nur. Ganz anders sieht das aus, als er sich kurze Zeit später völlig verzweifelt und den Tränen nahe aus der Wohnanlage meldet und seinem Sergeant berichtet, dass er die schrecklich zugerichteten Leichen der Männer gefunden habe. Die Lage gerät zunehmend außer Kontrolle und der einzige Hinweis vom Kindmann, der den grauen Engel in der Schule gesehen haben will, macht keinen Sinn. Das Gebäude ist doch komplett abgebrannt! Dann erwähnt allerdings einer der Polizisten einen Neubau für die unteren Jahrgänge. Steven ist entsetzt und rät Fenwick eindringlich, sich auf den Weg zu machen und die Kinder zu holen. Nach dem Tod der beiden Kammerjäger scheint auch der Sergeant langsam zu merken, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und so eilen wir mit ihm, seiner Kollegin Debra und Steven zur neuen Schule. Dort angekommen müssen wir feststellen, dass sich in dem Neubau keine Menschenseele befindet und das, obwohl der Unterricht in vollem Gange sein sollte. Spätestens jetzt begreift Fenwick, dass er der Situation alleine nicht gewachsen ist und möchte Verstärkung rufen…wenn denn mal das Funkgerät funktionieren und nicht nur Rauschen von sich geben würde. Verzweiflung macht sich unter den Anwesenden breit, während wir ein zugleich kindlich als auch verrückt anmutendes Kichern durch die leeren Gänge hallen hören…

Mit traurigem Blick sitzt Chuck Settler auf der Pritsche in seiner Zelle und lässt die Fragen des Constables, welche wie ein Hagelschauer auf ihn einprasseln, über sich ergehen – er hätte sowieso keine Antworten darauf gehabt. Anstatt ihm also zuzuhören, denkt er an seine Kreide, die er schmerzlich vermisst, und wie gerne er die tristen Wände dieses Gefängnisses in eine bunte Landschaft verwandeln würde. Einen strahlend blauen Himmel würde er zeichnen und darunter eine Wiese, auf der Kinder freudig herumtollen. Plötzlich wird er aus seinen Gedanken gerissen. Hat der Polizist da gerade gesagt, dass die anderen zur neuen Schule gegangen sind? Genau davor hatte er sie doch warnen wollen! Langsam wird seine Trauer von Wut übermannt. Er muss etwas tun, um die Männer, die Frau und vor allem die Kinder zu retten. Da kommt ihm eine Idee. Er deutet dem Constable an, ihm etwas über die zurückliegenden Ereignisse und das, was in der Schule vor sich geht. Dazu müsse er nur etwas näher kommen. Der Polizist tut es tatsächlich und findet sich einen Wimpernschlag später im eisernen Griff von Chuck Settler’s Pranken wieder. Nun braucht es nicht mehr als eine kurze Aufforderung, die Zellentür zu öffnen, und der Kindmann ist frei. Als er das Präsidium verlassen möchte, startet der Constable einen letzten Versuch, den gewichten Burschen aufzuhalten: Er zieht seine Pistole, zielt und drückt ab. Chuck zuckt kurz zusammen, als die Kugel seine Wange streift. Dann packt er ein Telefon und wirft es seinem Gegenüber an den Kopf. Als der Polizist zusammenklappt, eilt er hinaus in Richtung Schule…

Während Steven und seine Begleiter noch immer fieberhaft nach den Kindern suchen, taucht plötzlich Dr. Phillips auf und sagt, dass sie im Polizeirevier erfahren habe, wo sie sich aufhalten. Viel Zeit für Geplauder bleibt jedoch nicht, denn plötzlich hören wir das verängstigte Schluchzen von Kindern aus dem oberen Stockwerk. Wir folgen der Gruppe nach oben in die Aula, wo wir die jungen Schüler bewusstlos, aber immerhin noch lebendig auf dem Boden finden. Dann fällt mit einem Schlag die Tür hinter uns zu, gefolgt von den sich langsam schließenden Rollläden, die das Tageslicht aussperren und uns in Dunkelheit zurücklassen. Einzig ein grauer Schimmer, einem Rauschen gleich, ist noch zu erkennen. Uns stockt der Atem, als aus dem Gebilde eine riesige, graue Gestalt hervortritt. Ihr Knurren und der ledrige Gestank scheinen direkt aus der Hölle zu kommen. Langsam nähert sich das geflügelte Wesen einem der Kinder, und betastet es mit seiner langen Zunge. Steven möchte dazwischengehen, wird aber rücklings von Dr. Phillips gepackt, die ihm eine scharfe Klinge an den Hals hält. Als sie zu ihm spricht, klingt nicht mehr die Stimme der schrulligen, alten Dame aus ihrem Mund, sondern ein fast schon kindlich anmutendes Krächzen. Mit Schrecken erkennt Steven, dass Dr. Phillips schon die ganze Zeit von einer Präsenz besessen war, die in ihrem Körper nicht nur die Morde begangen und die alte Schule in Brand gesteckt, sondern auch den Poltergeist vertrieben hat, der die kleine Amanda eigentlich vor der drohenden Gefahr hatte warnen wollen. Mit Entsetzen in den Augen fragt er, was sie mit den Kindern vorhat. Als Antwort bekommt er lediglich die wütend hervorgepressten Worte “man kann den Menschen nichts Kostbareres rauben als ihre Brut”.

Im nächsten Moment geht die Tür zur Aula in einem Hagel aus Holzsplittern zu Bruch und der Kindmann stürmt in den Raum. Ohne zu zögern geht er auf den grauen Engel los, versucht die Schüler mit seinen bloßen Händen vor der Kreatur zu schützen. Es entbrennt ein ungleicher Kampf zwischen Mensch und Monster, den Chuck nur verlieren kann. Doch selbst, nachdem die Bestie ihm schon mit ihrem säureartigen Geifer große Teile der Kopf- und Gesichtshaut weggeätzt und ihn geblendet hat, stürzt er sich immer wieder auf sie, wodurch er den anderen Zeit verschafft, um die Rollläden zu reaktivieren und langsam das Licht herein zu lassen. So wird der graue Engel, welcher immer noch mit dem schrecklich zugerichteten Kindsmann ringt, zum Rückzug gezwungen. Es ist ein Bild des Grauens und wir sind froh, als ein unfassbar heißer Windstoß durch die Aula fegt und uns in einen friedlichen Schlummer der Bewusstlosigkeit entlässt…

Erwachen

Gabriel Burns 02 - Die Brut | Erwachen

Als wir erwachen, spüren wir die sanfte Wärme einer hoch am Himmel stehenden Sonne auf unserer Haut und unsere Hände ertasten saftiges Gras. Wir öffnen die Augen und setzen uns auf. Es ist ein wunderschöner Frühlingstag und die zurückliegenden Ereignisse nicht mehr, als eine fahlgrüne Erinnerung, welche nicht weiter der Rede wert ist. Unser Blick gleitet über die Wiese und die mannigfaltigen Blumen. Neben uns sitzt Steven Burns. Er hat sich ebenfalls aufgerichtet und schaut mit tränenverschleierten Augen, aber auch dem Anflug eines Lächelns, nach vorn. Wir folgen seinem Blick. Einige Meter von uns sehen wir den Kindmann. Im Schneidersitz, mit einem Blatt Papier auf dem Schoß und einem Stück Kreide in seiner Linken, zeichnet er nach und nach ein Bild von einem strahlend blauen Himmel über einer grünen Wiese, welches einer Fotografie der vor uns befindlichen Szenerie sehr nahe kommt. Auch er lächelt zufrieden. Dann hebt er kurz den Blick von seiner Zeichnung, um einigen Kindern zuzuwinken, die ein Stück entfernt durch das Gras tollen. Voller Zufriedenheit schließen wir die Augen und atmen tief ein. Als wir unsere Lider wieder öffnen, sind die Kinder und Chuck verschwunden. Der Himmel ist plötzlich von einem unangenehmen, fahlen Grünschimmer befallen. Erschrocken blicken wir uns um. Steven ist ebenfalls wie vom Erdboden verschluckt. Schließlich ertönt der Klang von ledrigen Schwingen im Wind, wird lauter und lauter, kommt immer näher, bis er schließlich unseren angsterfüllten Schrei erstickt und wir den Alptraum verlassen dürfen, nur, um in einem neuen zu erwachen…

Ein ruhige, tiefe Stimme erfüllt den Raum. Ein weiteres Mal öffnen wir die Augen und anstelle einer Wiese, finden wir uns im Haus der Garners wieder. Ein glatzköpfiger Mann steht mit dem Rücken zu uns: Bakerman. Er spricht zu Steven, der auch eben erst aufgewacht ist und noch ganz benommen wirkt. Zuerst erkundigt er sich nach den Kindern und sein Gegenüber gibt Entwarnung – es geht ihnen gut. Auch die Polizisten werden über die Geschehnisse kein weiteres Wort verlieren. Dann wird sein Ton härter und er ermahnt Steven, dass dieser mit Dr. Phillips ausschließlich die seltsamen Ereignisse im Haus der Garners untersuchen sollte – nicht mehr! Warum aber möchte er nicht, dass Steven weiterforscht? Immerhin hat er durch sein Einschreiten die Kinder gerettet. Erneut drängt sich der Eindruck auf, dass Bakerman nicht nur viel mehr weiß, als er preisgibt, sondern auch großen Wert darauf legt, die Kontrolle zu bewahren. Dieser Charakterzug soll ihm jedoch noch einmal zum Verhängnis werden. 

Dann erkundigt sich Steven nach Dr. Phillips und wir erfahren, dass sie vor Kurzem in Vancouver einer Routineoperation unterzogen wurde, bei der man ihr einen Fremdkörper eingepflanzt hat. Eigentlich sollten ihr nur die Nierensteine entfernt werden, doch als sie aus der Narkose aufwachte, hatte sie die Kontrolle über Körper und Geist verloren. Die Taten, die von der anderen Präsenz verübt wurden, musste sie hilflos mit ansehen. Der Fremdkörper wurde ihr zwischenzeitlich entnommen und untersucht, allerdings haben die beauftragten Mediziner so etwas noch nie zu Gesicht bekommen. Weitere Nachforschungen sind im Sande verlaufen, denn sowohl die Chirurgen, welche Dr. Phillips in Vancouver operiert haben, als auch die Kreatur, die von Seargent Fenwick in der verlassenen Wohnanlage erschossen wurde, sind wie vom Erdboden verschluckt. Der Kindmann hat den Kampf mit dem grauen Engel nicht überlebt…

Eine Sache jedoch konnte Bakerman nach erneuter Sichtung der Aufzeichnungen, welche in Amanda Garner’s Zimmer entstanden sind, entdecken: Nur für kurze Zeit ist in dem nebelartigen Gebilde ein Gesicht zu erkennen, welches dem von Amanda verblüffend ähnlich sieht. Steven vermutet, dass es sich dabei um eine Art Abbild des Kindes handelt, was allerdings von Bakerman verneint wird. Er gehe davon aus, dass es sich um ihre Zwillingsschwester handelt, die sie und die anderen Kinder von Port McNeill vor der drohenden Gefahr warnen wollte. Von einer Schwester war aber doch bislang nie die Rede gewesen? Auf Steven’s Frage hin erläutert er, dass Amandas’ Zwilling auch nie das Licht der Welt erblickt habe – sie sei kurz vor der Geburt gestorben. Das Gespräch wird jäh von Steven’s klingelndem Handy unterbrochen. Als er abnimmt hören wir noch die fröhlich aufgelegte Stimme seines Verlegers, Sonny Haseltine. Es fallen Worte wie “Terminabgabe” und “neues Kochbuch”, aber wir merken, dass dieser Fall, trotz der zahlreichen offenen Enden, vorerst abgeschlossen ist. Also machen wir uns auf den Rückweg nach Vancouver, wo uns schon bald die nächsten Ereignisse erwarten und zu einem der wichtigsten Momente auf unserer Reise führen – dem Experiment Stille…

Nachwort und Wertung

Ok, ich habe hiermit offiziell meinen bis jetzt längsten Artikel auf BMTH verfasst und hiermit geht an dich, der du bis zu diesem Punkt “durchgehalten” hast, ein dickes DANKE raus! Ich hoffe, dass du beim Lesen auch Spaß hattest. Quantität steht natürlich nicht für Qualität, aber man wird vielleicht (hoffentlich) gemerkt haben, dass es sich hier um ein Herzensprojekt handelt, in das ich gerne ein paar Worte mehr stecke, um uns die Reise so “immersiv” wie möglich zu gestalten. Dies ist auch ein Grund, weshalb ich nicht nur die Fakten der Reihe wiedergebe, sondern hier und da auch ein wenig meine Phantasie von der Leine lasse und mich in Fan-Fiction übe. Hierbei habe ich jedoch keine Änderungen vorgenommen, die die Story beeinflussen. Lediglich in den kursiv geschriebenen Absätzen habe ich die eine oder andere Szene um ein paar eigene Ideen erweitert. Ein Beispiel wäre der Kindmann, dessen Person in meinen Augen etwas mehr Tiefgang und Hintergrund verdient hat, ist er doch die tragische Figur dieser Folge.

Apropos Figuren und Folge – ein paar Worte möchte ich noch zu meiner Wertung (siehe ganz unten) verlieren: Wie bei jeder Episode von GB wird auch hier wieder ganz großes Ohrenkino abgeliefert. Neben der Stammbesetzung (die Sprecher und ihre Figuren findet ihr unten in der Zusatzbox) hat mir vor allem Barbara Ratthey gefallen, die mich als Dr. Phillips stets auf’s Neue zum Schmunzeln bringt und die wir zum Glück auch noch öfter hören werden. Ebenfalls großartig ist Klaus Jepsen in der Rolle des Sergeant Fenwick. Die Figur an sich sammelt zwar nur wenige Sympathiepunkte, weiß aber durch manch toll platzierte Situationskomik zu unterhalten (“Das Böse?! Und was will das hier??” – herrlich!), die Jepsen sehr gut abzuliefern weiß. Letztlich möchte ich auch Andreas Ksyenzik nicht unerwähnt lassen. Als Kindmann hat er zwar meines Erachtens zu wenige Einsätze, aber die sitzen dann auch!

Abschließend gehört Die Brut für mich trotz der technisch einwandfreien Umsetzung nicht zur stärksten Episode der Reihe, was daran liegen mag, dass mich das anfängliche Geisterthema nicht so sehr anspricht und das an sich tolle Küstensetting zu kurz kommt. Gerade bei Letzterem hätte man soundtechnisch vielleicht noch etwas mehr Atmosphäre aufbauen können. Gleichwohl ist die Folge alles andere als unbedeutend. Besonders wichtig ist das Interesse der grauen Engel an den Kindern (daher ja auch der Titel) und die Manipulation von Dr. Phillips durch einen ihr eingesetzten Fremdkörper. Hier schimmern bereits die ersten Anzeichen des großen Plans durch, der von den “Anderen” verfolgt wird. Es spricht einmal mehr für die Serie, dass diese ersten Andeutungen erst im späteren Verlauf einen Sinn ergeben. An diesem Punkt haben wir es jedoch erst einmal nur mit ein paar harmlosen Tropfen zu tun, die sich im Laufe der nächsten 43 Folgen zu einem ausgewachsenen Unwetter steigern werden. Ich hoffe, dass wir diesen Weg auch weiterhin gemeinsam beschreiten können. In diesem Sinne – bis zum nächsten Mal!

 

Sprecher & Rollen | Intro: Hans Paetsch | Erzähler: Jürgen Kluckert | Steven Burns: Bernd Vollbrecht | Mr. Bakerman: Ernst Meincke | Mr. Garner: Wolfgang Bahro | Amanda Garner: Uta Lambertz | Dr. Phillips: Barbara Ratthey | Daniel: Max Oscar Schälte | Anne Price: Heike Schrötter | Kindmann: Andreas Ksyenzik | Dr. White: Matthias Hinze | Krankenschwester: U. Stürzenbecher | Sergeant Fenwick: Klaus Jepsen | Constable Stark: Sven Plate | Rektor Copeland: Michael Narloch | Debra: Ulrike Stürzenbecher | Mike: Gerald Schaale | Bob: Marco Rudolph | Popescu: Irmin Schmidt | Sonny Heseltine: E. von Nordhausen | Weitere: Wolfgang Kühne und Jochen Schröder

Serienguide - Gabriel Burns 02: Die Brut
Prädikat: Ein weiteres tolles Setting (was leider etwas zu kurz kommt), großartige Sprecher und weitere Andeutungen zum großen Plan. Der Abstieg in die Finsternis hat aber gerade erst begonnen...
Story85%
Sprecher95%
Atmosphäre80%
Inszenierung80%
85%Wertung
Leserwertung: (2 Votes)
88%

21 Responses

  1. madmulder

    Sehr geile Sache! Und Geniale, Stimmungsvolle S/W-Bilder! Bin über deinen Link auf Hörgruselspiele gestolpert.

    Gruss

    Mad Mulder

    Antworten
    • Alan Ripley

      Wow, vielen Dank für das Feedback! Freut mich sehr zu lesen, dass dir mein kleiner Guide gefällt. Ich hoffe, dass es bald mal ruhiger wird, damit ich mir einmal Teil 3 vornehmen kann;)

      Antworten
  2. Julian

    Etwas spät, aber ich dachte, ich schau mal wieder vorbei und lass mal ein paar nachträgliche Weihnachtsgrüße hier. 8)

    Antworten
      • Julian

        Danke dir. 8) Dann auch gleich mal ein frohes neues Jahr!

      • Julian

        Bei mir war der Start ins neue Jahr eigentlich gut. Hat sich jetzt zwar schon wieder erledigt, aber ich will 2017 nicht jetzt schon aufgeben. Vielleicht wird es ja auch für GB-Fans mal wieder ein gutes Jahr. 8) Hoffe, bei dir ist auch alles glatt gegangen und du hattest ‘nen angemessenen Start.

      • Alan Ripley

        Ja, den hatte ich im Großen und Ganzen. Das letzte Jahr war allerdings arg stressig, weshalb ich mal runterfahren musste (daher gab’s auch weniger Artikel hier auf BMTH).

        Für 2017 hoffe ich auch inständig, dass es in Sachen GB (positive) Neuigkeiten gibt. Sicher wird es dieses Jahr auch mit dem Serienguide weitergehen, aber da muss ich viel Zeit und Muse für haben und…tja, zuviele Projekte zurzeit…auch ein paar interessante Sachen, die mit BMTH zu tun haben, über die ich aber noch nicht sprechen darf;)

      • Alan Ripley

        Es freut mich auf jeden Fall, dass du immer noch am Start bist;) Danke dafür! Ich sehe das nicht als selbstverständlich an.

      • Julian

        Nichts zu danken. 8) Solange es mit Burns nicht weitergeht, ist dein Blog das interessanteste, was es momentan zu dem Thema gibt. Von daher bleibe ich gerne weiter am Ball.

      • Alan Ripley

        Du bist doch ein Schatz;) Danke dir, es ehrt mich sehr, dass du hören. Wenn die laufenden Projekte, die sich momentan hauptsächlich im Hintergrund abspielen, mal in ruhigen Gewässern sind, mache ich mich auch endlich mal an Folge 3;)

      • Julian

        Darauf freue ich mich natürlich. Zum einen, weil es dann überhaupt weitergeht, zum anderen aber auch, weil es danach nicht mehr allzu lange bis zum Erstauftritt von Onkel Luther dauert. 8)

  3. Julian

    Hi. Ich bin’s mal wieder, diesmal auch mit ‘ner kleinen Frage. Planst du zu gegebener Zeit auch den Hörbüchern einen Platz in diesem Guide zu widmen oder beschränkst du dich hier allein auf die Hörspiele, die bislang erschienen sind?

    Antworten
    • Alan Ripley

      Hi Julian! Erst einmal werde ich mich auf die Hörspiele konzentrieren. Wenn ich damit dann irgendwann mal durch bin, dürften auch die Hörbücher folgen;) Danke auf jeden Fall für dein anhaltendes Interesse…Teil 3 des Guides habe ich schon angefangen, aber wie so oft sind zwischenzeitlich andere Dinge dazwischengekommen…aber er kommt auf jeden Fall;)

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      • Julian

        Kein Stress! Gut Ding will Weile haben. 🙂 Und bis es dann mal so weit ist, lese ich mich einfach auch noch ein paar Mal durch die anderen Teile.

      • Julian

        Unabhängig davon, ob und wann es mal weitergeht mit der Serie, fände ich es wirklich cool, wenn Volker Sassenberg sich mal zu deinem Blog hier verirrt. Für ihn wäre es sicherlich auch schön zu sehen, dass es trotz der langen Pause immer noch Fans gibt, die sich nach wie vor intensiv mit seiner Serie beschäftigen. Jetzt, wo mein Urlaub anfängt, ist ab Samstag auch mal wieder mein nächster kompletter Hördurchlauf angesagt. Im Moment sind die Nächte ja noch schön lang. Das ist für mich immer noch die beste Grundlage für einen Burns-Abend. 8)

      • Alan Ripley

        Das wäre natürlich ein Träumchen. Ich habe V. Sassenberg auch schonmal angeschrieben, jedoch leider keine Antwort erhalten. So wie es aussieht, müssen wir also einfach ausharren und weiter hoffen.

        Ich wünsche dir viel Spaß bei deinem nächsten Hördurchlauf und einen erholsamen Urlaub. Gerade das momentan teils stürmische Wetter sorgt sicher auch für die richtige Atmosphäre. Hau rein!

      • Julian

        Danke, werde ich auf jeden Fall tun. 8)

        Volker Sassenberg habe ich vor einigen Wochen sogar selbst mal geschrieben, leider aber auch ohne Antwort. Also hast du wohl recht, dass wir einfach geduldig weiterhoffen müssen. Aber du kennst ja das Sprichwort: Abwarten und Ila al Khalf trinken. Dann wird das schon.

      • Alan Ripley

        Ja…also wenn das wirklich noch viel länger dauert, werden manche Fans der ersten Stunde auch einen Schluck Ila al Khalf brauchen;) Aber glücklicherweise ist GB eine Serie die man einfach immer und immer wieder hören kann.

      • Julian

        Sehe ich auch so. 8) Aber wenn es mal weitergeht, hoffe ich, dass man auch wieder das ganze alte Team zusammenkriegt. Nicht nur die Sprecher, auch Matthias Günthert, Ingo Masjoshusmann, Manuel Rösler und wer noch alles so dazugehört. Es wäre wirklich ein großer Verlust, sowohl für die Serie als auch für Decision Products, wenn diese Leute nicht wieder mit dabei wären. Einige der Sprecher sind ja mittlerweile leider verstorben. Das wäre auch noch ein Problem, das man irgendwie bewältigen müsste. So oder so hoffe ich einfach mal, dass es irgendwann weitergeht und wenn, dann mit dem gewohnten Stil und der gewohnten Qualität.

  4. Julian

    Eine sehr schöne Fortführung des Guides. Die vereinzelt eingebrachte Fan Fiction hat das ganze auch ein wenig aufgelockert, ohne jetzt irgendwie aufdringlich zu wirken. Über die Qualität kann man sich hier definitiv nicht beschweren. 8)

    Was mir an der Folge ganz besonders gefallen hat, war, wie der Titel in Zusammenhang mit dem Cover mal ein wenig mit den Erwartungen des Zuschauers gespielt hat. Ich, und ich denke auch die meisten anderen Hörer, haben sich aufgrund des Covers unter der namensgebenden Brut erstmal etwas ganz anderes vorgestellt. Das bringt mich zum nächsten Punkt. Gerade in den letzten Szenen, während des Showdowns und auch während des kleinen Epilogs mit Bakerman, konnte diese Folge mit einigen Wendungen aufwarten. Zum einen wäre da natürlich die bereits angesprochene wahre Bedeutung des Titels der Folge, dann die ganze Sache mit Dr. Phillips, aber auch, was wirklich hinter dem Poltergeist steckte. Besonders hier kann die Folge wirklich punkten. Ich muss zugeben, dass es auch mir am Anfang ein klein wenig schwerer gefallen ist, mich auf die Poltergeist-Story einzulassen, weil ich nach Folge 1 zwar (logischerweise) mit weiteren übernatürlichen Gegebenheiten gerechnet hatte, aber eben in anderer Form. Das hat sich im Lauf der Folge aber recht schnell gelegt und an sich ist die Folge letztendlich auch wieder super inszeniert, sowohl von der technischen und atmosphärischen Seite, als auch aus storytechnischer Sicht.

    Zu den Sprechern muss man nicht mehr viel sagen. Jeder von ihnen hat seine Sache hervorragend gemacht. Wie von dir schon erwähnt, stechen neben den Hauptfiguren Steven und Bakerman besonders Klaus Jepsen als Widerling Fenwick, Barbara Ratthey als schrullige Dr. Phillips und Andreas Ksyenzik als introvertierter Kindmann hervor. Gerade das Wiederhören mit Barbara Ratthey, die in “Der Flüsterer” ja nur einen sehr kurzen Auftritt hatte, gehörte für mich zu den besten Aspekten dieser Folge. Das liegt zum einen daran, dass ich den Figurentypus der exzentrischen alten Dame generell sehr sympathisch finde. Diesem Typus gewinnt die Sprecherin durch ihre sehr prägnante Stimme einige neue Facetten ab und sorgt dabei auch für einige belustigende Szenen, die das ganze düstere und teilweise auch wirklich blutige Geschehen ein wenig auflockern. Dadurch habe ich mich auch mehr als einmal an die, leider verstorbene, Estelle Getty als Sophia Petrillo in der Serie “Golden Girls” erinnert gefühlt, die in der deutschen Fassung ebenfalls von Barbara Ratthey synchronisiert wurde. Außerdem kann sie sich sehr gut an die Dynamik der einzelnen Szenen anpassen. Eine meiner Lieblingsszenen ist das von dir erwähnte Gespräch mit Steven auf der Veranda der Garners. Die Szene ist sehr ruhig gehalten, die beiden Sprecher verleihen ihr allerdings auf subtile Weise etwas sehr Eindringliches. Kurzum: Barbara Ratthey versprüht in dieser Folge mal wieder einen sehr großen Charme und ich bin froh, sie in dieser Folge und glücklicherweise auch einigen weiteren Episoden von Gabriel Burns mit dabei zu haben.

    Wie gesagt, fällt mir aber auch besonders die Leistung von Andreas Ksyenzik sehr positiv auf. Zum einen hat er den sprachbehinderten Chuck hervorragend synchronisiert, ohne dabei irgendwie aufgesetzt zu wirken, zum anderen hat er den Szenen, in denen er auftritt, etwas sehr Beklemmendes verliehen, besonders in den Szenen in der Wohnung und dem Keller des verfallenen Trudeau-Blocks. Außerdem beweist diese Folge auf beeindruckende Art und Weise, was für ein wandelbarer Sprecher Andreas Ksyenzik tatsächlich ist, denn er wird in der Serie ja später noch einer tragenden Figur seine Stimme leihen und da akustisch kaum wiederzuerkennen sein. Ähnliches gilt auch für Wolfgang Bahro als Mr. Garner, der in der letzten Folge ja bereits als Bernard Cardieux zu hören war und diesmal glücklicherweise einen etwas größeren Sprecherpart spendiert bekommen hat.

    Ich persönlich möchte an dieser Stelle aber auch noch kurz die Leistung von Ulrike Stürzbecher würdigen. Ihr Einsatz in dieser Folge fiel leider, trotz einer Doppelrolle, nur sehr kurz aus, trotzdem hat es mich als Fan von ihr unglaublich gefreut, sie in dieser Folge zu hören.

    Auch die Musik ist wieder einmal beeindruckend inszeniert und wurde an den passenden Stellen eingebracht, sei es nun, um die Atmosphäre zu unterstreichen oder um als Brücke während eines Szenenwechsels die Dynamik nicht flöten gehen zu lassen. Mich hat es dabei besonders gefreut, auch einige Tracks aus der letzten Folge widerzuhören. Wie bereits in deiner Ankündigung des Guides vor längerer Zeit erwähnt, beschränkt sich das Team um Volker Sassenberg gerade in diesen ersten Folge vor allem auf Orchestermusik und zeigt dabei, welche beeindruckenden und teilweise auch wirklich überraschenden Resultate man damit auch heute noch erzielen kann.

    Zum Schluss bleibt zu sagen, dass mir auch diese Folge, auch wenn sie ein wenig hinter “Der Flüsterer” zurücksteht, hervorragend gefallen hat. Zudem wird hier bereits langsam deutlich, dass man es bei Gabriel Burns nicht nur mit einer Mystery-Serie zu tun hat, die uns in jeder Folge quasi ein “Monster der Woche” präsentiert, sondern dass tatsächlich ein größerer Zusammenhang besteht. Davon werden wir in den nächsten Folgen ja noch deutlich mehr mitbekommen und ich freue mich schon mal, wenn es so weit ist, diesen Guide dann weiter zu verfolgen.

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