Synchronicity | Cover ©Edel GermanyDie Tüftlergruppe um Jim Beale (Chad McKnightThe Signal) steht kurz vor der Fertigstellung einer Maschine, mit der sie ein künstliches schwarzes Loch erschaffen möchten. Als sie den ersten Versuch fahren, ist das Ergebnis vielversprechend. Um aber den eindeutigen Beweis dafür zu haben, dass ihre Erfindung funktioniert, müssen sie einen zweiten erfolgreichen Durchlauf schaffen. Für den benötigten Energieaufwand ist allerdings eine Substanz notwendig, deren einziger Hersteller die Firma des Großunternehmers Klaus Meisner (Michael IronsideStarship Troopers) ist. Dieser möchte im Gegenzug jedoch (ganz Business like) mit mehr als 50 Prozent an der Erfindung beteiligt werden, was Jim verständlicherweise überhaupt nicht schmeckt. In dieser festgefahrenen Situation ist es vielleicht nicht die beste Idee, sich mit der hübschen aber recht launigen Abby (Brianne DavisJarhead – Willkommen im Dreck) einzulassen, die Meisner sich neben seiner Gattin als “Betthäschen hält” – Jim tut es trotzdem und bedingt dadurch, dass er in eine eher ungünstige Verhandlungsposition gerät. Aber nicht nur damit muss er sich herumschlagen, denn seit dem ersten Testlauf leidet er an unfassbaren Kopfschmerzen und Visionen. Was er noch nicht weiß: All dies hängt eng miteinander zusammen und schon bald wird sein Leben vollkommen aus den Fugen geraten.

Ein Film über schwarze Löcher, Zeit- und zwischendimensionale Reisen? Jawollo, nehme ich gerne! Und wie man das bei Streifen mit diesen Themen nicht anders gewohnt ist, ist auch Jacob Gentry‘s Synchronicity kein Werk, das sich mal so nebenbei anschauen lässt. Nein, da muss man schon aufmerksam bei der Sache bleiben. Wenn man in der ersten Hälfte des Films dennoch das Gefühl bekommt, etwas verpasst zu haben, sollte man nicht das Handtuch werfen und am Ball bleiben, denn dieser Eindruck ist beabsichtigt und wird sich im weiteren Verlauf alleine durch den klasse eingebauten Twist wieder legen. 

Doch gerade, weil Gentry es schafft, die meisten Fettnäpfchen zu umschiffen, welche bei Werken zum Thema Zeitreisen üblich sind und von den meisten Drehbuchautoren und Regisseuren mitgenommen werden, ist es ärgerlich, dass er an anderer Front einen unrunden Eindruck hinterlässt. Dies trifft insbesondere auf die Handlungen von Jim Beale in der zweiten Filmhälfte zu, denn während das zunächst undurchsichtige Verhalten von Abby langsam aufgeklärt wird, erschloss sich mir seines immer weniger. Dabei wäre es storytechnisch sicher kein allzu großer Kniff gewesen, sein Verhalten zu erklären oder eben, dieses umzuschreiben (aus Spoilergründen möchte ich darauf aber nicht näher eingehen). Außerdem fand ich es etwas schade, dass die Geschichte sich nach und nach zugunsten einer wenig glaubwürdigen Lovestory immer mehr vom technischen Aspekt entfernt hat.

In Sachen Inszenierung wird dann aber wieder voll abgeliefert und diesbezüglich sollten insbesondere Liebhaber klassischer 70er/80er Streifen einen Blick riskieren.

Selten habe ich einen aktuellen Film gesehen, der so authentisch an die dystopischen Werke aus jener Zeit erinnert. Dieser Eindruck entsteht sowohl durch das schummrige Licht, welches die meisten Szenen dominiert, als auch durch den fantastischen Soundtrack von Ben Lovett, welcher auch schon die Musik zu Gentry’s The Signal anno 2007 beigesteuert hat.

Abschließend bleibt zwar, ob der mäßig umgesetzten SciFi-Romantik, ein etwas durchwachsenes Gefühl, aber insgesamt kann ich Synchronicity aufgrund der technisch tollen Inszenierung, der guten Darsteller (insbesondere was den “alten Hasen” Michael Ironside angeht) und der interessanten Thematik rund um Zeitreisen und multiple Dimensionen, eine Empfehlung aussprechen. 

 

 

Bilder vom Zeitreisen

Der erste Testlauf steht kurz bevor.

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Hoffentlich ist bald Mittagspause...!

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Harte Verhandlungen (vlnr.: Chad McKnight, Biranne Davis, Michael Ironside)

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Gefährliche Liebschaft.

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Was geht hier vor sich? (vlnr.: AJ Bowen, Chad McKnight)

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Jim möchte das Unheil noch abwenden...

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Zusatzinfos | Herkunftsland: USA | Originaltitel: Synchronicity | Regie: Jacob Gentry | Drehbuch: Alex Orr | Darsteller: Chad McKnight, Brianne Davis, AJ Bowen, Scott Poythress, Michael Ironside | Produktion: Alex Orr| Freigabe: FSK 16 | Uncut: Ja | Spieldauer: 100 Min. | Verleih: Edel Germany | DVD/BD VÖ: 06.05.2016

 

Synchronicity (2016)
Prädikat: SciFi Fans und/oder Romantiker sollten sich das Teil nicht entgehen lassen!
Story65%
Schauspieler80%
Spannung83%
Inszenierung90%
80%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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