The Blackburn Asylum - Der Nächste bitte! | Cover ©Tiberius FilmFünf Colleague-Freunde wollen zu einer Hütte in den Wäldern Alaskas fahren, um dort eine fetzige Zeit zu erleben. Im Horrorgenre bedeutet das soviel wie: Sex, Drogen und ein bzw. mehrere Killer, welche sich die Gruppe einen nach dem anderen vor- und diesen dann auch gleich aufknöpft. In Lauro Chartrand‘s The Blackburn Asylum – Der Nächste Bitte! geht das Drama allerdings schon los, bevor die Teens die Hütte erreichen, denn bereits auf der Fahrt dorthin werden Chelsea (Emilie UllerupSanctuary), Ryan (Calum Worthy), Schaun (Zack PeladeauiZombie), Jade (Sarah LindWolfCop) und Luke (Alexander CalvertScream – Die Serie) Steine in den Weg gelegt. Zuerst können sie der Straße aufgrund eines Waldbrandes nicht weiter folgen. Daher sind sie gezwungen, sich einen anderen Weg zu suchen, woraufhin sie umdrehen und auf einen offensichtlich verunglückten Wagen mit einer verletzten Frau treffen. Anstalten ihr zu helfen machen sie keine und daher ist es vielleicht Schicksal, dass den jungen Herrschaften als nächstes der Sprit ausgeht. Bei der nächstgelegenen Tankstelle treffen sie allerdings nur auf zwei wirre, alte Damen, die den Laden zu schmeißen scheinen. Benzin? Fehlanzeige. So gehen die Fünf wieder ihrer Wege und landen schließlich in einer Mine, die einst eine Irrenanstalt war. Doch nur, weil selbige schon vor einer ganzen Weile geschlossen wurde, heißt das nicht, dass dort keiner mehr haust.

Zu Beginn geben einem Lauro Chartrand und die Drehbuchautorin Nastasha Baron mehrere Optionen, in welche Richtung sich der Streifen entwickeln könnte. Während des (aus Spoilergründen oben nicht zusammengefassten) Intros musste ich zu allererst an Wrong Turn denken. Dann fühlte ich mich an Cabin in the Woods oder jeden anderen Horrorfilm erinnert, in dem die späteren Opfer sich zu einer Hütte im Wald begeben. Bevor es dann endlich losgeht, könnte man noch eine Art Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast erwarten. Es werden also bereits am Anfang eine Menge Klischees bedient und das ändert sich auch während der restlichen Laufzeit nicht. Von den üblichen Beziehungsquerelen bis hin zu den genrespezifischen “Lasst uns getrennt vorgehen, um es den Killern ein-

facher zu machen”-Situationen wird das volle Programm runtergenudelt. Was an sich ja nicht schlecht sein muss, zumal es genügend andere Filme gibt, die sich dieser Standardrezeptur bedienen und dennoch gut funktionieren. The Blackburn Asylum hingegen tut dies so offensichtlich und teils vollkommen dämlich begründet, dass er schon alleine deswegen immer wieder droht in eine Parodie seiner selbst abzurutschen. Und vielleicht wäre das auch gar nicht so schlecht gewesen, denn tatsächlich gehören beispielsweise die Auftritte der beiden Tankstellenschwestern mit zu dem Besten, was der Streifen auffährt.

Gerade hier zeigt sich, was man noch hätte retten können, wenn man die Sache mit etwas weniger Ernst und dafür mehr in Richtung einer Horrorkomödie angegangen wäre.

Stattdessen versucht man das nicht nachvollziehbare Verhalten der Figuren mit irgendwelchen hirnrissigen Erklärungen zu kaschieren, was die Sache keineswegs besser macht. Gleiches gilt übrigens für den deutschen Titel. Hätte man es nicht einfach bei der ursprünglichen Namensgebung (Blackburn) oder wenigstens bei The Blackburn Asylum belassen können? Es ist mir ein Rätsel, warum hier noch “Der nächste Bitte!” eingebaut werden musste. Das macht den Film jetzt natürlich nicht schlechter…aber eben auch nicht besser.

So sind die einzigen Lichtblicke am Ende des (Minen-)Tunnels die Schauspieler, welche zumindest eine durchschnittliche Leistung abliefern, sowie die wenigen, dafür aber gut geratenen Gewaltdarstellungen und die Maske. Von letztgenannter hätte man allerdings gerade bei den Killern ruhig mehr zeigen dürfen. Aber sei’s drum. Lauro Chartrand hat hier schlussendlich einen leider nur unterdurchschnittlichen Slasher abgeliefert, der weit unterhalb der Streifen rangiert, an die ich mich zu Beginn noch erinnert fühlte.

 

Bilder aus der Anstalt

Waldspaziergang mit Folgen...

©Tiberius Film

Gothic-Schwestern bei der Arbeit. Aber hängt das Kreuz nicht falsch herum?

©Tiberius Film

Alte Schwestern bei der Arbeit...ohne Kreuz.

©Tiberius Film

Steinschlagpanik.

©Tiberius Film

Zusatzinfos | Herkunftsland: Kanada | Originaltitel: Blackburn | Regie: Lauro Cartrand | Drehbuch: Nastasha Baron | Darsteller: Emilie Ullerup, Jen Soska, Sylvia Soska, Calum Worthay, Mike Dopud, Zack Peladeau | Produktion: Nastasha Baron, W. Corr Pearce, John Sereda | Freigabe: FSK 18 | Uncut: Ja | Spieldauer: 84 Min. | Verleih: Tiberius Film | DVD/BD VÖ: 06.10.2016
The Blackburn Asylum - Der Nächste bitte! (2015)
Prädikat: Minenslasher nach allzu offensichtlichem 08/15-Rezept.
Story50%
Schauspieler60%
Spannung50%
Inszenierung40%
50%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.