Da ist es wieder! Das Ereignis, das die hiesigen Kinoleinwände in ein Actionfeuerwerk verwandelt. Der Pyromane an der Lunte: Michael Bay. Und wer sitzt auf den Raketen? Mark Wahlberg, Nicola Peltz und Jack Raynor…soweit zumindest die Hauptrollen. Neben diesen werden aber auch andere bekannte Gesichter in das bunte CGI-Treiben geworfen. So beispielsweise Stanley Tucci und Titus Welliver. Tja, und da sitzt man dann im Kino, mit Popcorn in Griffnähe, lehnt sich zurück, das Licht geht aus, der Vorhang auf und wenige Minuten später werden die Sinne mit einer Fülle an explosiven Eindrücken befeuert, dass manchem gar schwindlig wird…die Transformers sind wieder da!

Aber moment, worum geht es eigentlich? Leute, das ist gar nicht so leicht zusammen zu fassen. Ich versuch’s trotzdem: Am Anfang wird mal eben kurz erklärt, dass nicht ein Komet die Dinosaurier platt gemacht hat, sondern ein Raumschiff der Transformers, das die sogenannte Saat auf der Erde zur Explosion gebracht hat. Hierbei handelt es sich um eine Bombe, die alles im Umkreis einiger hundert Kilometer in das Metall verwandelt, aus dem dann neue Transformers gebaut werden. Hui, da müssen aber mal ganz schnell die Geschichtsbücher umgeschrieben werden. In unserer Gegenwart tut sich schließlich ein hochrangiger CIA-Mitarbeiter mit Lockdown, einem Transformers-Kopfgeldjäger zusammen, um den Autobots den Gar aus zu machen. Warum? Nun, der CIA-Mensch Harold Attinger (Kelsey Grammer) möchte die Saat. Diese will er an Joshua Joyce (Stanley Tucci) übergeben, den Leiter von KSI, einem Konzern, der mithilfe des Transformiums eigene Kampfmaschinen herstellen möchte…zur Kriegsführung natürlich. Dafür soll Attinger einen großen Firmenanteil an KSI erhalten. Lockdown wiederum will Optimus Prime, um ihn zu seinen “Machern” zurück zu bringen. Dieser habe nämlich seine Bestimmung, auf die nicht näher eingegangen wird, nicht erfüllt.

Ok, kommen noch alle mit? Gut, weiter geht’s.

Cade Yeager (Mark Wahlberg) schlittert eher zufällig in diesen aufkeimenden Krieg, als er den ziemlich lädierten Optimus findet und wieder aufpeppelt. Das Oberhaupt der Autobots ist gelinde gesagt ziemlich angesäuert, weil die Menschen seine Kumpanen einem nach dem anderen verschrotten. Es ist also an Cade, seiner Tochter Tessa (Nicola Peltz) und ihrem Freund Shane (Jack Reynor) Optimus’ Glauben an das Gute im Menschen neu zu entfachen und mit seiner Hilfe mal wieder mächtig Kleinholz in den gegnerischen Reihen zu machen…

Ich finde es wirklich schwer, mir ein Urteil über Transformers 4: Ära des Untergangs zu machen. Im Grunde macht der Film nichts anderes als die Vorgänger und kann da auch eigentlich nicht viel falsch machen. Allerdings ist das auch gleichzeitig das Problem. So unterhaltsam die millionenschwere Materialschlacht auch immer wieder ist, es fehlt einfach so langsam der frische Wind. Die eigentlich immer wieder coolen Zeitlupensequenzen bspw. weisen so langsam erste Anzeichen von Verschleiß auf. Auch manche Charakterzeichnung hat mir nicht so gut gefallen. Mark Wahlberg als nerdiger Tüftler mit Schultern wie ein Bodybuilder? Das wirkt nicht so ganz rund. Auch Grammer als Antagonist wirkt doch etwas sehr überzeichnet. Lediglich Tucci darf seinem Joshua ein ausgewogeneres Profil verpassen. Ansonsten macht nur Wahlberg’s Cade eine Entwicklung durch. Alles im Allem bleiben die Personen also ziemlich blass, was sicher nichts Neues ist, aber etwas mehr Feingefühl hätte ich mir dann doch gewünscht. Die Hollywoodkritiker werden sich sicherlich auch wieder an so einigen Logikfehlern ergötzen können. Grundsätzlich sehe ich das bei solchen Filmen ziemlich locker…man erwartet nunmal anspruchslose Unterhaltung. Aber ein paar Kleinigkeiten sind selbst mir dieses mal etwas sauer aufgestoßen. Warum bspw. kann Optimus plötzlich ganz ohne sein Jetpack fliegen?! Also bitte, bei fast 3 Stunden Laufzeit hätte man das auch noch erklären können. Ebenso etwas nervig, dass man sich von einem Decepticon partout nicht lösen will. Wenn schon reihenweise bekannte Transformers in diesem Teil ausscheiden und die Story mutig genug ist voranzuschreiten, dann hätte man hier auch konsequent sein können.

Aber wisst ihr was? Trotz alldem will und kann ich nicht sagen, dass Transformers 4 ein schlechter Film ist! Für Fans des Franchises, zu denen ich mich auch zähle, ist wieder jede Menge Stoff zum fröhlich jauchzen enthalten: Über alle Zweifel erhabene CGI, Actionschlachten par excellence, eine zwar arg verschachtelte, aber trotzdem interessante Story und natürlich Optimus und Bumblebee! Besonders gut hat mir gefallen, dass zum Ende hin nicht einfach alles wieder gut ist, sondern direkt 2 neue Storylines geöffnet werden. Auch Mark Wahlberg ist zwar etwas fehlbesetzt, macht dies aber mit haufenweise Sympathiepunkten wieder gut. Eine weitere gute Nachricht: Die Liebesbeziehung zwischen Tessa und ihrem Shane spielt tatsächlich nur die zweite Geige. Im Vordergrund stehen Vater und Tochter. Sehr gut, da hat sich Bay vielleicht mal was von Roland Emmerich abgeschaut.

Wo ich gerade noch nicht so richtig drauf klar komme ist, dass der Film geschlagene 2 3/4 Stunden geht. Ohne Scheiß, ich habe das nicht gemerkt! Ok, man nimmt wahr, dass der Film Überlänge hat (wie wahrscheinlich langsam bei diesem Artikel) und er wäre sicher auch mit einer Stunde weniger ausgekommen. Aber seien wir ehrlich: Die Herr der Ringe-Filme würden auch alle mit mindestens einer Stunde weniger noch funktionieren. Aber als Fan eines Franchises freut man sich doch über jede Minute, die man mehr hat.

Tja, und selbst nach diesem Bericht, der viel länger geworden ist, als geplant, kann ich noch keine klare Wertung abgeben. Ist Transformers 4 ein guter Film? Ja! Ohne Einschränkung? Nein. Solltet ihr ihn euch ansehen? Ja, wenn euch die Euphorie selbst beim dritten Teil noch gepackt hat. Wenn ihr die Filme jedoch noch nie so richtig mochtet: Respekt, dass ihr so weit gelesen habt! Vielleicht sollte so langsam einfach mal jemand anders auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Ich mag Michael Bay und die Filme von ihm, die ich kenne, haben mir alle gefallen. Mich würde aber einfach mal interessieren, was bspw. ein Gareth Edwards (Godzilla) oder ein Guillermo del Toro (Pacific Rim) aus dem Stoff machen würden. Beide haben ja zuletzt schon eindrucksvoll bewiesen, dass sie auch die ganz große Zerstörung auf die Leinwand zaubern können. Für den Moment ist jedoch davon auszugehen, dass Bay auch den 5. Teil noch angehen wird und bei aller Kritik: Die Transformers hätte es schlimmer treffen können.

Prädikat: Gut…aber wie lange noch?

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