Under the Dome - Staffel 1

Chester’s Mill ist ein beschauliches Städtchen auf dem Lande. Jeder kennt jeden, die Kühe weiden auf den Wiesen und abends fahren die Kids auf der Straße mit dem Fahrrad herum. Diese scheinbare Idylle wird jedoch jäh unterbrochen, als eines schicksalhaften Tages etwas Unglaubliches passiert. Wie aus dem Nichts erscheint plötzlich ein mysteriöses, kuppelförmiges Gebilde, das die Stadt von der Außenwelt abschneidet. Keiner weiß woher es kommt und noch viel weniger, wie man es wieder loswerden soll. Nun jedoch, da die Bewohner von Chester’s Mill gänzlich auf sich gestellt sind, dauert es nicht lange, bis die makellose Fassade der Stadt bröckelt und ihre finsteren Geheimnisse zutage treten.

Mit Verfilmungen von Büchern aus Stephen King‘s Feder ist das immer so eine Sache. Größtenteils haben diese ja den Ruf, billig produziert zu sein und mit eher mäßiger Schauspielleistung aufzuwarten. Ausnahmen wie The Green Mile und Der Nebel bestätigen die Regel. Zwar bin ich selbst sehr viel weniger kritisch, was auch die anderen Filmumsetzungen angeht, da diese gerade aufgrund ihrer einfachen Machart so schön unkompliziert sind und zum Runterkommen einladen.  Hinsichtlich Under the Dome war ich dann allerdings doch erstmal etwas skeptisch. Eine Serie sollte schon einen gewissen Drive, eine Spannungskurve haben, die mich förmlich zum Anschauen der nächsten Folge zwingt. Nach meiner letzten Serie (Breaking Bad), war der Erwartungshorizont nahezu unerreichbar. Also habe ich mir eine kleine Abkühlungsphase gegönnt, um Under the Dome dann doch mal eine Chance zu geben. Die erste Staffel habe ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Meine (selbstverständlich spoilerfreie) Meinung dazu, erfahrt ihr in den kommenden Zeilen…

Die erste Folge steigt schon sehr früh mit dem “Fall” der Kuppel in die Kernstory ein. Die Charaktere, die von nun an scheinbar gefangen sind, werden im Laufe dieser ersten 13 Folgen peu á peu vorgestellt. Hauptfiguren sind u.a. der zunächst undurchsichtige Dale “Barbie” Barbara (Mike VogelCloverfield), die Reporterin Julia Shumway (Leute, was habe ich innerlich gefeiert, als ich den Nachnamen zum ersten mal gehört habe – Alf lässt grüßen…gespielt wird sie von Rachelle LefevreWhite House Down), James “Big Jim” Rennie (Dean Breaking Bad Norris) und sein Sohn Junior Rennie (Alexander KochThe Ghosts). Sowohl diese als auch alle anderen Rollen werden von den Darstellern sehr gut ausgefüllt, sodass es einem nicht schwer fällt, Sympathien/Antipathien zu entwickeln. Was ich diesbezüglich immer für ein wichtiges Erkennungsmerkmal von guter Drehbuch- und Schauspielarbeit halte: Man hofft, dass die Antagonisten zur Besinnung kommen, das einfach alle an einem Strang ziehen und fällt so immer wieder darauf herein, wenn der Bösewicht mal einen vermeintlich friedlichen Moment hat. Mag sein, dass ich da etwas zu naiv herangehe, allerdings bin ich der Meinung, dass es vielmehr ein Zeichen für eine sehr gute Ausarbeitung der Figuren ist, die den Zuschauer in ihrer Ambivalenz ein ums andere mal hereinzulegen vermögen. Hier spiegelt die Serie auch eine absolute Stärke von Stephen King wieder. Wer dessen Bücher kennt, der weiß um seine Fähigkeit, Charaktere auf eine ganz individuelle Art und Weise zum Leben zu erwecken.

Insbesondere Kinder haben in den Werken des Horrorautors immer wieder eine große Rolle gespielt. Beispiele hierfür wären Stand by me, dem übrigens auch eine großartige Verfilmung folgte, Das Mädchen oder Es. In der vorliegenden Serie dieses Element erneut eine große Rolle und ohne spoilern zu müssen, kann

ich verraten, dass vor allem einige junge Bewohner von Chester’s Mill eine besondere Bindung zu der Kuppel haben.

Aber auch sonst darf man sich voll und ganz auf eine Geschichte freuen, die in jeder Sekunde das Flair des King’schen Universums atmet.

Zwar habe ich selbst das Buch zur Serie nicht gelesen, allerdings zählt Stephen King zu meinen meistgelesenen Autoren. So hatte ich während Staffel 1 mehrfach das Gefühl, wieder in die einzigartige Welt seines Schaffens einzutauchen…Sicher dürfte es auch keinen Kenner seiner Werke wundern, dass Chester’s Mill im US-Bundesstaat Maine liegt, denn hier sind sehr viele seiner Erzählungen angesiedelt und es ist gleichzeitig auch die Region, in der er aufgewachsen ist. Interessant ist außerdem, dass in der Nähe dieses Ortes schon einmal eine Geschichte des Schriftstellers gespielt hat (der Titel lautet schlicht N.).

Erfreulich ist ebenfalls, dass die Crew um Serienschöpfer Brian K. Vaughan neben der Auswahl der Schauspieler auch sonst ganze Arbeit geleistet hat. Bedingt durch die stets präsente Frage, was die Kuppel ist und woher sie kommt, entsteht ein Sog, dem man sich nur schwerlich entziehen kann. Die Konflikte der Protagonisten und ihre nach und nach offenbarten Geheimnisse tun ihr Übriges, um Langeweile zu einem Fremdwort zu degradieren. Hinzu kommt, dass die Effekte weit über dem Serienstandard liegen. Man mag es gut kaschieren, aber im Vergleich zu Werken wie Fringe – Grenzfälle des FBI oder Supernatural, kommen die CGI-Effekte hier weitaus professioneller rüber. Ein Grund dafür könnte sein, dass zu den ausführenden Produzenten neben Stephen King selbst auch sein Namensvetter Stephen Spielberg gehört. Worüber man jedoch nicht hinwegtäuschen kann, sind einige Logiklöcher, die den Gesamteindruck allerdings nur wenig schmälern.

Was ich ebenfalls als überraschend empfand ist, dass bereits in dieser ersten Staffel gerade zum Finale hin recht viel passiert und über den möglichen Ursprung der Kuppel bekannt gegeben wird. Ob dies nun gut oder schlecht ist, wird der weitere Verlauf zeigen. Ich hoffe, es gibt noch reichlich Material um die Spannung auf gleicher Höhe zu halten. Sollte dem so sein, dann ist Under the Dome definitiv eine Ausnahme im Genre, zumal andere Mystery-Schöpfungen wie bspw. Lost zwar ebenfalls ungemein spannend sind, sich aber mit der schrittweisen Aufklärung unheimlich viel Zeit lassen. Da ist es doch sehr erfrischend, die Infohäppchen in verhältnismäßig kurzer Abfolge zu erhalten. Dies geht sogar so weit, dass Folge 13 ein wahres Feuerwerk an “Offenbarungen” abschießt, nur um den Zuschauer in einem ganz fiesen Moment den Abspann vor den Latz zu knallen. Großartig!

Ihr merkt, ich bin gelinde gesagt hin und weg. Bis auf wenige Ausnahmen macht Under the Dome bislang alles richtig und ich freue mich wie ein Keks auf die nächste Runde. Zu dieser gibt es selbstverständlich dann auch wieder einen Artikel;)

Bis dahin,

euer /anawak

 

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Under the Dome - Staffel 1 (2013)
Prädikat: Ein echter King!
Atmosphäre83%
Schauspieler80%
Story86%
Spannung90%
85%Gesamtwertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

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