Wer - Das Biest in dir | CoverAls im ländlichen Frankreich eine dreiköpfige Familie Opfer eines brutalen Angriffs wird, in dessen Folge Vater und Sohn regelrecht zerfleischt werden und die Mutter nur knapp mit dem Leben davonkommt, sieht sich die Verteidigerin Kate Moore (A.J. CookFinal Destination 2) mit einem mehr als außergewöhnlichen Fall konfrontiert. Für die Polizei scheint die Sache klar zu sein und bereits nach kurzer Zeit haben sie ihren Hauptverdächtigen festgenommen: Talan Gwynek (Brian Scott O’Connor), ein großer, stark behaarter und stiller Mann, der aufgrund seiner furchteinflößenden Erscheinung auch in den Augen der Bevölkerung eindeutig der Mörder sein muss. Warum aber scheinen die Wunden an den Opfern von einem Tier zu stammen? Darüber hinaus leidet Talan offensichtlich an einer Krankheit, die es ihm unmöglich gemacht hätte, die Tat zu begehen. Um die Unschuld ihres Klienten zu beweisen, lässt Kate eine Untersuchung an ihm durchführen. Alles scheint gut zu laufen, der Nachweis der Erkrankung ist greifbar nahe – doch dann kommt es zu einer Katastrophe…

Aufgrund des Titels ist es überflüssig, die Grundthematik von William Brent Bell‘s Werk aus Spoilergründen unerwähnt zu lassen. Natürlich geht es hier im Kern um den Mythos des Werwolfs. Dabei ist es fast schon etwas schade, dass nicht nur der Titel Wer – Das Biest in dir, sondern auch (hier sogar noch sehr viel deutlicher) der Trailer viel zu viel vom weiteren Inhalt preisgeben. Was den Streifen nämlich vor allem auszeichnet, sind seine zahlreichen “What the fuck!”-Momente. Diese funktionieren deswegen so gut, weil Bell, der auch das Drehbuch geschrieben hat, die Thematik deutlich weniger fantastisch umsetzt, als man das aus vergleichbaren Werken wie bspw. An American Werewolf in London kennt. Er geht es bodenständiger, ja, im Grunde sogar wissenschaftlich an. Dies hätte man nutzen können, um die ohnehin schon großartigen “Wow!”-Effekte noch zu verstär-

 

ken, indem man im Vorfeld nichts oder nur das absolute Minimum aus dem Plot bekannt gibt und den Zuschauer stattdessen rätseln lässt, was hier genau vor sich geht. Das erfährt man nämlich erst nach etwa der Hälfte des Streifens und bis dahin geht es recht gemächlich zur Sache. Dann aber bricht die Hölle los und Bell zaubert einen fetten Moment nach dem anderen aus dem Regiehut. Unterstützt wird dies durch die sehr interessante Fusion von Found Footage und klassischem Dreh.

Hier rennt zwar kein Protagonist ständig mit der Handkamera herum, durch die gewählten Einstellungen hat man aber doch immer das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein –

– ganz ohne das vollkommen verwackelte Bild, welches in diesem Genre ja üblich ist. Bei all diesen tollen Ideen stört es dann auch gar nicht mehr, dass mancher Splattereffekt eher schlecht als recht am Computer eingefügt wurde und die Synchro mitunter zu wünschen übrig lässt. Als das extrem starke Finale schließlich vorüber war, hatte ich diese Kritikpunkte vergessen und habe innerlich ob der Grundidee und der tollen Umsetzung nur noch applaudiert. 

In diesem Sinne – tut euch einen Gefallen, wenn ihr Wer noch nicht kennt und ich jetzt euer Interesse wecken konnte: Lasst den Trailer aus (auch, wenn ich ihn der Vollständigkeit halber unten einfüge), lest am besten auch nicht die Zusammenfassung auf der Rückseite der DVD/BluRay. Haut das Ding in den Player, lehnt euch zurück und macht euch auf einen der abgefahrensten Werwolfstreifen der letzten Jahre gefasst!

 
Zusatzinfos | Herkunftsland: USA | Originaltitel: Wer | Freigabe: FSK 18 | Uncut: Ja | Spieldauer: 93 Min. | Verleih: Ascot Elite Home Entertainment GmbH | DVD/BD VÖ: 14.10.2014
Wer - Das Biest in dir (2013)
Prädikat: Überraschend gut!
Story85%
Schauspieler80%
Spannung87%
Inszenierung87%
85%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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