Wie zur Hölle soll ich diesen Film zusammenfassen? Ja, diese Frage stelle ich mir seit ein paar Tagen, dabei ist die Hauptstory eigentlich ziemlich schnell erläutert: Roy Schneider alias Kommissar 00 Schneider (Helge Schneider) hat einen neuen Auftrag. Gerade erst ein “Sexferkel” zur Strecke gebracht, muss er sich schon mit Jean Claude Pillemann (Rocko Schamoni) alias die Eidechse auseinandersetzen. Dieser kettenrauchende, zischende und unschuldige Passanten bespuckende Zeitgenosse versetzt Mülheim an der Ruhr in Angst und Schrecken. Da muss der Spitzenermittler mal wieder ran und auf Teufel komm raus kombinieren. Dazu gehört unter anderem das Entfernen von Zigarettenstangen aus einem Kiosk, die Suche nach einem gestohlenen Huhn und die Trauer um Schneider’s geliebte Fußhupe alias Zorro der Hund. Das klingt jetzt alles reichlich bekloppt und wisst ihr was? Das ist es auch!

Dabei macht die Jagd auf die Eidechse gerade mal einen Bruchteil des Films aus. Der Rest wirkt fast schon episodenhaft und reiht eine bizarre Szene an die nächste. Hier geht es dann um entlaufene Gorillas, Tante Tyree, die gar keine Tante (und schon gar keine Frau) ist und sich stattdessen als diebische Elster entpuppt, und um Menschen mit Kartoffelsäcken über der Birne…ach ja, ein ganz gefährlicher Staubsaugervertreter klingelt auch mal an die Tür. Leute, ich könnte noch eine Weile weiter darüber lamentieren, in welch vollkommen abgedrehte Situationen 00 Schneider gerät und doch würde jeder Versuch nur ansatzweise zu beschreiben, warum dieser Film einfach unglaublich lustig ist, in einer Sackgasse enden. Aber warum ist dieser Streifen eigentlich so komisch?

Wer sich einen Film von und mit Helge Schneider reinpfeiffen möchte, der wird in der Regel schon wissen, worauf er sich einlässt. Hier kann alles passieren und dem Schwachsinn sind keine Grenzen gesetzt. In diesem Falle ist das aber ausschließlich positiv gemeint. Ein bisschen wie ein Film von David Lynch, nur eben in lustig, knallt 00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse dem Zuschauer zusammenhanglose Szenen um die Ohren, bis man vergessen hat, worum es hier eigentlich geht. Dabei wirken viele Situationen sehr improvisiert, was einem das Gefühl vermitteln, dass hier jetzt einfach mal alles passieren kann. Als 00 Schneider bspw. an einem, im Übrigen irgendwo im Nirgendwo stehenden Briefkasten einen Umschlag einwerfen möchte, sieht man im Hintergrund einen Berg, der einem Vulkan nicht unähnlich ist. Plötzlich bebt die Erde und die große Stärke des Films ist es, dass der Zuschauer in diesem Moment keineswegs überrascht wäre, wenn das Ding im Hintergrund jetzt Lava spucken würde. Das findet mancher so extrem lustig, wie es andere nur mit dem Kopf schütteln lässt…aber so sind eben die Geschmäcker.

Und bei allem Schwachsinn schafft Helge Schneider, der hier Regisseur, Autor und Hauptdarsteller zugleich ist, es doch, die eine oder andere Spitze zu verteilen. So gibt es bspw. nur wenige Szenen, in denen nicht (!) geraucht wird und doch wird in einigen Einstellungen die Message “Rauchen ist scheiße” vermittelt. Auch, dass während des gesamten Films kein Mensch stirbt, könnte als kleiner Seitenhieb auf das Blockbuster Actionkino verstanden werden, in dem der Tod des Antagonisten mittlerweile schon ganz selbstverständlich als die Standardbestrafung gesehen wird.

All das ist natürlich reine Interpretation und vielleicht steckt auch einfach gar nichts dahinter. Aber ganz ehrlich: Dem Schneider, dem traue ich alles zu;)

Im Übrigen möchte ich jedem noch wärmstens die Extras empfehlen, allen voran die Outtakes und das Interview mit Helge Schneider, in dem er den Fragesteller etwas piesackt.

Es gäbe noch viel mehr zu schreiben, aber es läuft immer wieder auf folgendes hinaus: Man muss es erlebt haben. In diesem Sinne eine klare Empfehlung von meiner Seite für die, die Helge Schneider schon immer mochten und mit dem Humor etwas anfangen können. Alle Anderen sollten vielleicht besser die Finger davonlassen.

Prädikat: Erwartet das Unerwartete!

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