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Nach all den meist sehr durchwachsenen Kritiken, die man so hier und da aufschnappt, habe ich mir nun gestern einmal selbst ein Bild vom neuen Smith-Film gemacht. Gar nicht so leicht zu bewerten das Teil. Das geht schon da los, dass man den Film eigentlich aus zwei Perspektiven heraus bewerten kann und sollte:

Sehe ich ihn als reinen Unterhaltungsstreifen, der er irgendwo auch sein will, so hat er mich überzeugt. Die Effekte sind klasse und die Story um General Raige (Will Smith) und seinen Sohn Kitai (Jaden Smith), die auf der seit 1.000 Jahren nicht mehr von Menschen bewohnten Erde bruchlanden, weiß zu überzeugen. Ich mag ja ohnehin solche Vater-Sohn Geschichten (einer der Gründe, warum ich bspw. auch Emmerich´s “The Day after Tomorrow” so großartig finde). Die wurde hier durchaus gut inszeniert und bodenständig gespielt…aber…

Ja, und hier jetzt das große Aber…wirft man auch nur einen kurzen Blick unter die Oberfläche, so offenbaren sich doch einige Risse in der Hochglanzfassade. Ich fange einmal beim Augenscheinlichsten an: Jaden Smith. Der Junge ist einfach noch zu unerfahren um einen solch groß angelegten Streifen mehr oder minder alleine zu tragen. So offenbart er während der 100 Minuten nur wenige starke Momente. Er überzeugt zwar in den Kampfszenen (von denen es leider nicht viele gibt), aber sobald es darum geht authentisch Emotionen zu vermitteln hat er (noch) seine Probleme. An diesem Eindruck kann auch sein Vater nicht viel ändern. Der sitzt nämlich 95% der Spielzeit schwer verwundet in den Resten des Raumschiffs und dirigiert seinen Sohn hin zum Heck des Schiffs, welches 100 Meilen entfernt abgestürzt ist. Das Will Smith ein großer Schauspieler ist und auch im Sitzen noch eine tolle Performance abliefert dürfte wohl keinen überraschen. Leider, und da muss ich manchem Kritiker Recht geben, wirkt der Film über weite Strecken hinweg wie eine vollkommen überteuerte Werbung für Jaden. Schaut man einmal in die Extras rein, so wird der Eindruck noch verstärkt. In “Das Erbe eines Vaters” wird der Smith-Nachwuchs am laufenden Band mit Lobeshymnen überschüttet. Des Weiteren ist zwar vollkommen nachvollziehbar, dass ein Will Smith stolz auf seinen Sohn ist (wie es wohl jeder Vater wäre), aber das wird mir “Behind the Scenes” auch etwas zu sehr zelebriert. Hinzu kommt, dass noch einmal hervorgehoben wird, wie toll die Idee des Drehbuchs ist Angst als eine Entscheidung zu formulieren. Leider Gottes, und eigentlich mag ich es nicht so sehr in die Tiefe zu gehen, findet sich hier eine kleine Parallele zu Scientology. Es ist ja ein ewiges Hin und Her mit den Smiths und der Sekte. Hier wird mal Geld gespendet, da eine Schule gegründet und ein halbes Dutzend Scientology-Lehrer eingestellt, im nächsten Moment distanziert man sich wieder ganz klar davon. Man weiß es nicht, man steckt nicht drin und jeder soll sich natürlich sein eigenes Bild machen. Für mich haben diese Aspekte leider einen faden Beigeschmack hinterlassen.

Dreh dich besser um...“Dreh dich mal um”…gleich kommt einer der wenigen großen Momente von J. Smith.

Schlussendlich kann ich “After Earth” als reinen Unterhaltungsfilm definitiv empfehlen, schon alleine um Will Smith mal wieder außerhalb des reinen Drama-Genres zu sehen. Es empfiehlt sich aber definitiv den Kopf mal gut 1 1/2 Std. abzuschalten…ansonsten kann einem der Spaß vergehen. [kkstarratings]

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