Wehret den Anfängen

Es ist 01:00 Uhr. Draußen feiern die Leute auf dem Habsburgerring. Autos fahren am Hotel vorbei. Der Fernseher läuft. NCIS irgendwas. Doch von alldem bekomme ich nicht mehr viel mit. Ich bin erschöpft…unglaublich erschöpft. Meine Füße schmerzen und mein Körper liegt schwer auf dem Bett. Aber das war es wert. Was für ein Tag! Nach fünf Jahren war es endlich wieder an der Zeit, inmitten von abertausenden Gamern, Entwicklern, Streamern und Cosplayern über die Kölner Messe zu schlendern und mit ihnen eines der schönsten Hobbies zu feiern: Videospiele! 

Doch von Anfang an: Vor ca. zwei Jahren gründeten ein Kumpel und ich die “Pixel Tourists”. Der Gedanke dahinter war und ist, Gamer zusammenzubringen, bei denen die Chemie untereinander stimmt – nicht in Bezug auf ihre Zockerskills, sondern in erster Linie auf menschlicher Ebene. Denn obwohl es heutzutage sehr simpel ist, andere Spieler in online Matches oder den sozialen Medien zu finden, ist es doch selten, dass man auf solche trifft, die mit einem mehr teilen, als nur das Interesse an diesem oder jenem Game. Dass wir mit dieser Meinung nicht alleine sind, zeigte sich schon nach kurzer Zeit: Die “P.T.s” wuchsen schnell und zählen mittlerweile schon über 50 Mitglieder. Nur im sogenannten “Real Life”, also dem echten Leben, hatten sich die meisten von uns noch nicht kennengelernt. Dies war allerdings der nächst logische Schritt und da kam die Gamescom 2018 gerade recht. Gesagt, getan: Unser “Specter” (ich nutze in diesem Artikel mal unsere Gamertags) erklärte sich bereit, die Buchungen von Hotel, Tickets und Bahn zu übernehmen, sodass wir uns am vergangenen Freitag nur noch in den Zug setzen und auf zwei geile Tage freuen mussten. 

Los ging es um halb fünf, also mitten in der Nacht, die dann auch dementsprechend kurz war. Doch bereits am Bahnhof, wo ich auf DaRehm, Koronis und Specter traf, war die Müdigkeit verflogen. Während der Fahrt nach Köln erfuhren wir per Whatsapp, wo sich die anderen gerade befanden und schmunzelten über die Unmengen an Futter, die Koronis plötzlich aus den schier unendlichen Tiefen seines Rucksacks beförderte.

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Nach eineinhalb Stunden Fahrt konnten wir uns in der Messestadt auf die Suche nach Sazlic begeben, der kurz nach uns eingetroffen war. Schon hier mussten wir feststellen, wie wichtig eine gute Kommunikation ist, wenn man sich bei einem solchen Event nicht aus den Augen verlieren will. Dabei waren wir noch nicht einmal wirklich innerhalb der Messe, wo die Massen an Menschen erst richtig aufeinandertrafen. Zahlreiche Schlangenlinien später konnten wir uns dann aber auch einreihen in die Riege der Wartenden. 

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Nur die Harten komm’n in’n (toten) Garten

Eine knappe halbe Stunde zog ins Land, doch dann wurden die Tore zu den Hallen unter frenetischem Jubel geöffnet. Spätestens jetzt zahlte sich die frühe Anreise aus: Wo sich innerhalb kürzester Zeit riesige Schlangen an den Ständen der Aussteller bilden sollten, waren diese für den ersten Schwung an Besuchern noch leicht zugänglich. So kam es dann, dass wir bereits nach wenigen Metern von einem Herrn von Behaviour Digital Inc. angesprochen wurden, ob wir denn nicht Bock hätten, deren neues Game Deathgarden anzuspielen. Der Titel sagte uns erstmal nichts, wodurch wir den Burschen in Erklärungsnot brachten. “Das ist der Nachfolger von Dead by Daylight“. Ahhhh, dieses Spiel sagte uns durchaus etwas. Also, rein in die gute Stube und erstmal erklären lassen, wie das Teil abläuft:

Vier Leute nehmen die Rolle von Überlebenden in einem abgegrenzten Bereich ein und müssen versuchen, zwei von drei Schalter zu aktivieren. Sobald dies geschafft ist (was allerdings eine Weile dauert), öffnet sich ein Ausgang, durch den sie flüchten und somit die Runde für sich entscheiden können. Dem entgegen steht der Jäger. Als Einzelgänger ist er nicht nur unsterblich, er kann auch Gebrauch von Schusswaffen machen und seine Widersacher so zu Fall bringen. Seine Aufgabe ist es letzten Endes, das Öffnen des Ausgangs zu verhindern, bestenfalls, indem er alle Überlebenden an Altaren opfert, was allerdings erst geht, wenn er wenigstens drei von ihnen einmal zu Fall gebracht hat. Die Opferung ist im Übrigen auch die einzige Option, einen der Überlebenden komplett aus der Runde zu schmeißen. Solange sie nur am Boden liegen, kann ihnen noch von einem Mitstreiter aufgeholfen werden. Allen Spielern stehen dabei  zusätzliche Fähigkeiten zur Verfügung, die ihnen das Vorankommen erleichtern, wenn sie denn richtig eingesetzt werden. Als Jäger konnte ich meine Geschwindigkeit beispielsweise für kurze Zeit drastisch erhöhen, was besonders vonnöten war, wenn die Anderen versuchten, zwei Schalter gleichzeitig zu aktivieren. Letztlich konnte ich zwar für das eine oder andere Ableben sorgen, doch der Sieg ging in den beiden gespielten Runden an die Überlebenden. Jetzt muss man natürlich sagen, dass die Spielzeit nur ca. 10-15 Minuten betrug und man mit etwas Übung auf beiden Seiten sicher noch mehr reißen kann. Gefallen hat es uns allen aber schon jetzt, denn obwohl man dass alles irgendwie schon aus besagtem Vorgänger kennt, kann ich mit “DG” sehr viel mehr anfangen. Die Matches laufen deutlich schneller ab, als in “DbD” und neben dem futuristischen Setting haben mir sowohl die Parkourfähigkeiten der “Opfer” (zumindest rein optisch…gespielt habe ich sie ja selbst nicht) als auch das Gunplay des Jägers sehr zugesagt. Dieser frühe Besuch bei Behaviour Digital Inc. war definitiv schon eines unserer Highlights. 

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https://www.youtube.com/watch?v=6vLFcjTeXSk

Trailer zu Deathgarden von Behaviour Digital Inc.

 

Wir zocken Rend, ganz ungehemmt

Nach diesem tollen, ersten Testzock zogen wir weiter über die Kölner Messe. Noch waren die Zuschauermassen gut überschaubar und an manchem Stand konnte man relativ schnell Games ausprobieren. Unser Weg führte uns als nächstes zu dem Stand der Frostkeep Studios, wo deren aktuelles Projekt Rend vorgestellt wurde. Leider war hier die Luft aber schon schnell raus, da der Titel noch sehr unfertig wirkte. Grafisch war die Qualität noch in Ordnung und das Gameplay ging ebenfalls klar. Anders sah das schon beim Sound aus, der sehr rudimentär rüber kam…manche Klänge schienen mir gar komplett zu fehlen. Ansonsten möchte ich aber nicht allzu viel an dem Projekt herumkritisieren, da ich zuvor zwar schonmal von dem Namen gehört, allerdings keine Ahnung hatte, was ich eigentlich machen soll bzw. kann. Daher rannte ich ein wenig durch die offene Welt, legte mich mit aggressivem Getier an, was im schnellen Ableben meines Charakters endete, und versuchte, die zugegebenermaßen etwas wirr wirkende Menüführung zu durchblicken. Bis zum Craften, Bauen einer Festung oder dem Skill System bin ich gar nicht erst gekommen. Letztlich hat mich der gesamte Stil des Open World Survival Action Adventures mit Teamplay-Elementen aber nicht sonderlich überzeugt. DaRehm, welcher in erster Linie Derjenige war, der Rend testen wollte, war zwar etwas angetaner, aber eben auch nicht Feuer und Flamme. Schauen wir also mal, wie sich das Ding im Laufe der noch andauernden Early Access-Phase weiterentwickelt. 

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https://www.youtube.com/watch?v=uRl5a0u1w28

Wird wohl eher nicht mein Game werden: Rend

 

Come together

Nun war es aber an der Zeit, die anderen Pixel Tourists aufzusammeln. Immerhin fehlten noch Someoneplayswithyou, die ich mal der Einfachheit halber bei ihrem richtigen Namen Sarah nenne, und Cookie sowie unsere Quotenschweizer Rami und dessen Frau Luzia. Während wir auf die Vier warteten, füllte sich die Messe immer mehr. Mancherorts wurde Merchandise zum Nulltarif in eine laut jubelnde, ach, was sage ich, eine grölende Menge geworfen. Ich hätte ja nicht gedacht, dass etwa 100 Leute so einen Krach machen können…vielleicht werde ich aber auch einfach alt. Wenig später hatten wir allerdings alle zusammengefunden und für mich war es an der Zeit, im Außenbereich ein paar Züge an meiner Dampfe zu nehmen. Und während ich so da stehe, spricht mich plötzlich von hinten jemand an. Ich drehe mich also um und schaue in ein völlig unbekanntes Gesicht. Selbst, als der Unbekannte meint “ich bin’s, Kilkenny!”, fällt der Groschen nicht. Einige peinliche Sekunden später macht’s dann aber Klick: Kilkenny, einer meiner treuesten Zuschauer stand da vor mir! Keine Ahnung, warum mir sein Username erstmal nichts sagte…irgendwie hatte ich nur den Anfangsbuchstaben wahrgenommen und dabei zuerst an einen der Pixel Tourists, KernelPanic42, gedacht…aber der stand doch mit den anderen drinnen. Wer weiß, was in dem Liquid meiner E-Zigarette war. Nachdem die Klarheiten alle beseitigt waren, nahm ich Kilkenny noch mit nach drinnen und stellte ihn den anderen vor. 

Wenig später zog er dann aber wieder seiner Wege und wir betraten die nächste Halle. Nun, da wir uns endlich alle gefunden hatten, konnten wir uns auch voll und ganz auf die großartigen Stände der Entwickler/Publisher, die zahlreichen Monitore, auf denen Trailer liefen, und die tollen Cosplayer konzentrieren. Gerade bei Letzteren klappte uns ein ums andere Mal die Kinnlade runter. Ähnlich erging es Sarah, als wir die Bühne der Rocket Beans erreichten, auf der gerade munter musiziert wurde. Als dann auch noch Florentin am Rand der Bühne auftauchte, verlor sie keine Zeit und stellte sich in die Traube derer, die ein Foto mit ihm haben wollten. An dieser Stelle möchte ich dann auch mehr Bilder denn Worte sprechen lassen;)

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Ein weiteres, unerwartetes Highlight war der Stand von Tropico 6 (Limbic Entertainment, Kalypso Media). Hier hatte man sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen und vor einem großen, aufgespannten Bild aus dem Game eine Kamera installiert. Nun konnte man sich als Diktator oder Soldat verkleidet (die Klamotten lagen alle schon da) vor die Wand stellen und fotografieren lassen. Die Bilder wurden sofort ausgedruckt und konnten mitgenommen werden. Eine sehr, sehr starke Idee, wie ich finde;)

 

Who you gonna call?

Einer meiner nächsten Höhepunkte waren die Aufbauten der Ghostbusters Fans Deutschland. Tatsächlich wusste ich gar nicht, dass die Jungs und Mädels mit den Protonenpacks in Köln am Start sein wollten. Wie ein Kind ging ich mit leuchtenden Augen auf eine Replik der Bestie zu, in die sich Sigourney Weaver und Rick Moranis im ersten Teil des Film-Franchises verwandeln. Im nächsten Moment entdeckte ich eine Nachbildung von Slimer und…ach, ich kam aus dem Schwärmen einfach nicht mehr heraus. Einen kleinen Eindruck könnt ihr euch anhand der folgenden Bilder machen.

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Einkaufen im Nerd-Paradies

Eine unserer nächsten Anlaufstationen war die Merch-Halle und wer sich nur ansatzweise etwas aus Figuren, Klamotten, Kuscheltieren, Soundtracks oder sonstigem Schnickschnack aus den Bereichen Games und Filme macht, dem dürfte hier unweigerlich das Herz aufgegangen sein. Es ist einfach unfassbar, wie viel geilen Scheiß es gibt! Dementsprechend musste ich mich auch arg zusammenreißen, um nicht einfach überall zuzugreifen. Zwar bin ich letztlich trotzdem mit mehreren Tüten rumgelaufen, aber insgesamt habe ich mich ganz gut im Zaum halten können. Bei meiner liebsten Errungenschaft handelt es sich um die Replik eines sogenannten Pylonen aus der Spielereihe Starcraft von Blizzard

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Aber ganz ehrlich: Mit viel Zeit und unlimitierten Geldmitteln hätte ich wahrscheinlich eine gute Wagenladung aus dieser Halle mitgenommen. Selbst Nerds, die sich über all die Fanartikel, welche es dort draußen gibt, gut informiert halten, dürften hier noch so manches Produkt gefunden haben, das ihnen vollkommen neu ist. Besonders angetan haben es mir ja folgende Figuren, die ich im Vorbeigehen noch fix fotofiert habe:

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Affen, Außerirdische und kaputte Nazis

Als wir dann so gemütlich durch die nächsten Hallen schlenderten, meinte Sarah plötzlich, dass sie total gerne mal an Ubisoft‘s Stand von Just Dance 2018 gehen und eine Runde tanzen würde. Also haben wir, dank des geringen Andrangs auch nur nach einer kurzen Wartezeit, die Joy-Cons der Nintendo Switch in die Hand genommen und uns für den Song Bubble Pop von der koreanischen Sängerin HyunA entschieden. Weder kannte ich den Titel, noch war es sonderlich hilfreich, dass man selbigen quasi nicht hörte. Ergo konnten wir uns ausschließlich auf das Visuelle konzentrieren, was in diesem Fall bedeutete, einen komplett durchgeknallten Tanz nachzuahmen, den ihr euch hier gerne mal anschauen könnt:

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https://www.youtube.com/watch?v=JmYO9hvdVB0

 

Es war ja zuvor schon absehbar, dass wir, und insbesondere ich, uns zum Affen machen werden, aber…meine f*cking Fresse, was hatte ich das überhaupt nicht drauf! Aber was soll’s…yolo und so, ne?! 

Zu dem Game selbst kann ich soviel auch gar nicht sagen, da ich dieses Franchise nie wirklich aktiv verfolgt habe. Grundsätzlich wirkte die Bewegungserkennung allerdings angenehm genau, wobei ich mich immer noch frage, wie exakt das eigentlich funktionieren kann, wenn der einzige Bezugspunkt der eine (!) Controller ist, den man in der Hand hält. Ich denke aber mal, dass die vorgegebenen Bewegungen mit dem Joy Con nur dann richtig gut funktionieren, wenn man die Choreographie entsprechend gut umsetzt. So oder so: Ich kann mir gut vorstellen, dass Tanz-Enthusiasten eine Menge Spaß mit dem Game haben und, dass sich dies auch mit dem in rund einem Monat erscheinenden Nachfolger Just Dance 2019 nicht ändern wird. Für selbigen fand im Rahmen der Gamescom übrigens die erste Qualifikationsrunde für den World Cup statt und wenn ich das richtig gesehen habe, befand sich die entsprechende “Dance Zone” direkt neben dem Stand, an dem wir rumgehampelt sind. Hier war auch gerade eine Lady zugange, die ein wahres Feuerwerk an perfekten Tanzschritten auf’s Parkett gelegt hat. Sehr nice!

Langsam aber sicher schienen die ersten Besucher wieder nachhause oder zumindest in ihr Hotel zu gehen, denn die Massen begannen sich nach und nach zu lichten. Das konnten wir uns nochmal zunutze machen und zwei weitere Games antesten. Beim ersten handelte es sich um X-Morph: Defense von dem polnischen Entwickler EXOR Studios. Der Titel ist zwar schon seit dem 30.07.2017 auf dem Markt, doch bisher hatte ich es nicht geschafft, den Plan des Antestens auch mal in die Tat umzusetzen. Warum also nicht die Gelegenheit nutzen? Eine Schlange gab es nicht, sodass wir nur warten mussten, bis die Spieler vor uns fertig waren. Zwei Gruppen á zwei Leute waren es, woraus schonmal hervorgeht, dass X-Morph zumindest einen Multiplayer hat – genauer gesagt, einen Koop Modus. Jeder steuert ein außerirdisches Raumschiff in der isometrischen Ansicht über eine Map, auf der es Abwehrtürme zu erbauen gilt. Diese sollten möglichst so platziert werden, dass sie die, nach Abschluss der Bauphase anstürmenden, Gegnerhorden aufhalten, bevor diese den eigenen Basiskern zerstören können. Soweit, so Tower Defense like. Das Besondere ist hier allerdings, dass man mithilfe des Raumschiffs in Twin Stick Shooter Manier aktiv eingreifen kann. Hinzu kommt ein außerordentlich flüssiges Gameplay in einem optisch hervorragenden Gewand. Für besonders Zerstörungswütige gibt es darüber hinaus noch die, teils sogar notwendige, Möglichkeit, so ziemlich alles auf der Map in Stücke zu schießen. So kann man beispielsweise Hochhäuser mehr oder weniger zielgerichtet zu Fall bringen, sodass sie die Gegner unter sich begraben. Sehr stark! Bei den Widersachern handelt es sich übrigens um die Menschheit, denn als böse Außerirdische wollen wir natürlich den rohstoffreichen Planeten in unsere Griffel bekommen. Abgesehen von ihrem Titel waren mir aber auch die Entwickler selbst sympathisch. Einer von ihnen hatte sich sogar mit dem Spieler vor uns zusammengetan, um im Koop zu zocken. Als wir dann an der Reihe waren, fragte er immer wieder mal, ob alles ok ist. Im Anschluss stellte er sich ein paar meiner Fragen. Ich wollte beispielsweise wissen, wie es um die (bereits bekanntgegebene) Umsetzung ihres Titels für die Nintendo Switch steht. Wichtig war mir insbesondere, wieviele Abstriche sie machen mussten, um die Performance auf der, zugegebenermaßen nicht allzu hardwarestarken, Hybridkonsole zu gewährleisten. Grafisch hätte man X-Morph etwas zurückfahren müssen, um stabile 30 FPS (Frames per Second oder zu deutsch: Bilder pro Sekunde) auf den Monitor zu zaubern. Mehr wäre leider nicht drin gewesen. Auch, ob ein online Multiplayer angedacht sei, habe ich ihn gefragt. Seine Antwort: Man hätte es probiert, allerdings die Physik nicht in den Griff bekommen, sodass es bedauerlicherweise nur einen lokalen Mehrspielermodus gibt. Aber, man empfehle, zumindest auf dem PC, einen Workaround, der es ermöglicht, gemeinsam die Erde zu unterjochen. Auf meine letzte Frage, ob es denn möglich ist, an eines der X-Morph T-Shirts zu kommen, von denen er eines anhatte, reagierte er…verhalten. Schwierig, meinte er, da diese stark limitiert seien. Dennoch fragte er mich nach meiner Größe und verschwand, um kurz darauf mit einem dieser tollen Dinger zurückzukehren. Das nenne ich mal geil! Das Shirt wird selbstverständlich in Ehren gehalten und zwischenzeitlich habe ich mir auch das Game gekauft. Eine Empfehlung geht von meiner Seite ganz klar raus…aber macht euch gerne selbst ein Bild:

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https://www.youtube.com/watch?v=iQ6vKyL9bPw

 

Unser letzter Halt auf der Spielemesse war bei Bethesda‘s Wolfenstein Cyberpilot. Hierbei handelt es sich um einen VR-Ableger des gleichnamigen Franchises, in dem man an Bord eines robotischen Ungetüms Nazis dem Erdboden gleich macht (was mitunter sogar wörtlich zu nehmen ist). Grafisch konnte mich die etwa fünfminütige Demo absolut überzeugen und auch das Gameplay wusste zu gefallen. Mein großes Problem (und auch das von DaRehm, der den Titel zeitgleich mit mir testete) war allerdings die Motion Sickness. Das Thema scheine ich allerdings generell bei Spielen zu haben, in denen man sich bewegt, während man tatsächlich auf einem Stuhl hockt (bspw. Rigs oder Battlezone für PSVR), weshalb ich mal davon ausgehe, dass es nicht an dem Game lag. Gleichwohl hatte ich nach der Demo auch genug…den bekannten Alkoholtest mit der weißen Linie hätte ich zu diesem Zeitpunkt sicher nicht bestanden. Ach ja, einen fun fact hätte ich noch zu bieten: Die Dame von Bethesda hatte mir die Motion Controller versehentlich falsch in die Hände gedrückt, wodurch meine reale Linke an Bord der Kampfmaschine meiner virtuellen Rechten entsprach und umgekehrt. Das wirkte erst etwas seltsam, als ich ganz am Anfang in meiner ersten Aktion einen Schalter rechts von mir umlegen sollte und meine linke Klaue sich umständlich über meinen Schoss zu dem Hebel “verbog”. Den Fehler habe ich aber dennoch erst nach ein paar Minuten gefunden. Also, liebe Kinder: Verwechselt nie eure Hände, sonst aua! Abgesehen davon möchte ich euch natürlich auch hier einen Trailer nicht vorenthalten:

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https://www.youtube.com/watch?v=vegyneHJJvk

 

Der Besenfresser von Kölle

und morgendliche Nervensägen

Wenig später verließen wir vollkommen erledigt das Messegelände. Leck mich fett, war das anstrengend. Die Beschwerden über schmerzende Füße drangen immer häufiger aus unserer Truppe (die Hälfte davon kam wahrscheinlich von mir…als Ältester im Bunde war das aber auch mein gutes Recht;) und im Hotel angelangt, war es ein gottgleiches Gefühl, als ich mich auf das Bett fallen ließ. Viel Zeit blieb allerdings nicht, denn schon eine Viertelstunde später ging es zum “Hans im Glück”, einem nahegelegenen Burgerrestaurant. Und hier erwartete uns ein richtig, richtig leckeres Abendessen! Zwei Stunden aßen wir genüsslich, tranken ein “Feierabend-Bier” und nutzten die tatsächlich erste echte Gelegenheit, uns einmal ohne ständige Ablenkung zu unterhalten. DonPiet und seine Freundin, welche ebenfalls auf der Gamescom unterwegs waren, leisteten uns auch Gesellschaft und so konnte man schön den Tag revue passieren lassen und sich noch etwas besser kennenlernen. Ach ja: Kernel konnte darüber hinaus seine Wettschulden einlösen. Wie jetzt, was?! Hier der Hintergrund: 

Wer meine Streams der letzten Monate verfolgt hat, erinnert sich vielleicht: In einer meiner Solo-Sessions in Rare‘s Piratenabenteuer Sea of Thieves ließ Kernel die Aussage fallen, dass er einen Besen essen würde, wenn ich auf einer bestimmten Insel die Skelette finde. Und dreimal dürft ihr raten, was ich geschafft habe. Fortan durfte der Gute sich regelmäßig anhören, dass er bei unserem Community-Event in Köln eine borstige Speise vertilgen darf. Meiner einer ist natürlich davon ausgegangen, dass er selbst keinen Besen mitbringt, also hatte ich etwas vorbereitet: Mit Mikado Stäbchen und Marzipan hatte ich am Tag zuvor einige Mini-Replika gebastelt. Kernel wusste davon natürlich nichts und als ich während unseres Dinners meinte, dass er ja nun auch mal sein Versprechen einlösen könne, versuchte er es noch verbal zu verhindern. “Nein, nein, dass muss doch nicht sein…”, blablabla. Als er schließlich erkannte, was ich ihm da gredenzte, war ihm die Erleichterung deutlich anzusehen. Mehr noch, er freute sich sogar auf den Nachtisch! Und hier der Videobeweis, dass er brav aufgegessen hat:

 

Was er jedoch nicht wusste und was leider auch auf dem Video nicht zu sehen ist, war, dass ich in einigen der Attrappen ein paar Chili-Kerne verbaut hatte. Auf seine Frage, ob ich die Dinger denn auf einem Brettchen zusammengeklatscht und dort zuvor etwas Scharfes zubereitet hätte, konnte ich nicht anders, als breit zu grinsen. Naja, ganz so einfach wollte ich es ihm dann doch nicht machen.

Nach gut zwei Stunden waren wir aber alle derbe erledigt und gingen ins Hotel zurück, wo mir, kaum im Bett angekommen, auch schon die Äuglein zufielen. 

Am nächsten Morgen konnten wir, dank Specter’s hervorragender Planung, die kein Frühstück im Hotel vorsah, schön ausschlafen. Gegen halb 11 wurde ich so langsam wach und von Spectre mit den Worten begrüßt, dass es gut sein kann, dass ich so an die hundert Nachrichten auf Whatsapp habe. What…?! Mit einem Blick auf’s Handy sah ich, dass die Gruppe sich tatsächlich bereits seit 9 Uhr rege austauschte. Vor allem DaRehm war schon um 8 Uhr wach und topfit! Nach so einem Tag – was ein kranker Typ. Ich jedenfalls war froh, dass ich von dem morgendlichen Nachrichtenterror nichts mitbekommen hatte und so einigermaßen ausgeschlafen die Lobby betreten konnte. Auf dem Programm stand nun die Suche nach etwas Essbarem und nach einer gefühlten Ewigkeit kehrten wir schließlich ins “Fassbender” ein. Die Frühstückslokalität befand sich in einer ruhigen Seitengasse und bot ausreichend Kaffee, Brötchen, Wurst, Käse und Konfitüre, um die Lebensgeister zu wecken. Da Rami und seine Frau sich letztere für ihre Brötchen bestellt hatten, waren wir Anderen auch vor den Angriffen der zahlreichen Wespen gefeit, die hier ihr Unwesen trieben – denn die stürzten sich genüsslich auf unsere Schweizer! 

 

Der Himmel weint zum Abschied

Nun, da wir gut gesättigt waren, stand aber schon die nächste Frage im Raum: Was tun in den nächsten 2-3 Stunden, die den Meisten von uns bis zur Abfahrt nachhause blieben? Zunächst einmal bewegten wir uns Richtung Hauptbahnhof, wobei ein paar von uns einmal den Kölner Dom von innen sehen wollten. Danach setzten wir uns an den Rhein, mussten allerdings schon wenig später in eine Pizzeria flüchten, da es wie aus Eimern anfing zu regnen. Da war wohl jemand traurig, dass sich unser Community-Event dem Ende neigte. Umso mehr genossen wir noch die letzten Stunden! Doch irgendwann war es dann soweit und wir mussten uns verabschieden, allerdings nicht, ohne uns zu versichern, dass die ganze Sache in 2019 wiederholt wird. Denn obwohl ich nach den 1 1/2 Tagen völlig erschöpft war, blieben mir nur schöne Erinnerungen an die tollen Menschen, die ich über mein Hobby Gaming kennenlernen durfte und die ich einfach nicht mehr missen möchte! 

In diesem Sinne: Nach der Gamescom ist vor der Gamescom – see you in 2019!


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