Animal - Die Höllenbrut

Animal - Die Höllenbrut | CoverKürzlich durfte ich mal wieder feststellen, wie schnell man auf so manch  interessanten Film stößt, wenn man die zahlreichen Online-Videotheken    regelmäßig durchstöbert. Da war ich auf der Suche nach einem guten, aber  nicht zu anspruchsvollen Genrestreifen und lande bei einem Film mit dem  zugegebenermaßen sehr einfallslosen Titel Animal – Die  Höllenbrut. Nie von gehört, aber das muss ja noch lange nichts heißen.  Ok, erstmal schauen, ob es das Teil vielleicht günstig irgendwo in Discform zu kaufen gibt. Fehlanzeige…den Film gibt’s wirklich nur online. Na gut, das Cover schaut anständig aus und der Titel ist zwar dämlich, aber wenigstens nicht so vollkommen overpaced, wie es bei offensichtlichen Trashproduktionen der Fall ist. In Ordnung, scheiß auf die paar Euro, her damit.

Keine 1 1/2 Stunden später lief der Abspann und entließ mich in das mittlerweile leider sehr seltene Gefühl, mal wieder einen neuen Film gesehen zu haben, der sich ausschließlich auf die Basics des Creature Horrors konzentriert. Charaktertiefe? Fehlanzeige. Eine ausgefeilte Story? Pfff! Fünf junge Erwachsene begeben sich für eine Wanderung in den Wald, bleiben zu lange, sodass sie in der Nacht zum Auto zurück müssen, werden von einem Monster angegriffen und flüchten sich in eine Hütte, wo bereits drei Leute sitzen, denen es genauso erging. Das war’s! Ab diesem Zeitpunkt geht es nur noch darum, wie man der Bestie entkommen kann, die stets ganz nahe am Haus ist und immer wieder versucht, hinein zu gelangen.

Glücklicherweise sind Genrefilme dieser Art aber nicht unbedingt auf ausgefeilte Ideen angewiesen und oftmals reicht es schon, wenn die Schauspieler einigerma-

ßen abliefern, die Synchro kein Ohrenbluten verursacht sowie (ganz wichtig) die Special Effects punkten. Animal – Die Höllenbrut kann hier absolut überzeugen. Die Darsteller, darunter u.a. Jeremy Sumpter aus dem kürzlich erst rezensierten Into the Storm, sind zwar größtenteils im familienfreundlichen Film zuhause, können sich jedoch auch hier behaupten. Die Synchronisation geht ebenfalls absolut in Ordnung und generell kann die akustische Untermalung überzeugen. Und wie steht es um die Special Effects? Hier kann ich Entwarnung auf ganzer Linie geben. Das Aussehen der Kreatur, die man, wie im Genre üblich, erst gegen Ende richtig zu Gesicht bekommt, ist zwar nicht so ganz meins, rein handwerklich gibt es jedoch absolut nichts zu meckern, zumal man komplett auf CGI verzichtet. Dies verleiht dem Streifen einen guten Schuss 80er Jahre Flair. Für die Creature Effects waren u.a. Bryan BlairSnowy Highfield (beide wirkten auch schon bei The Collection mit) sowie Hiroshi Katagiri (Piraten der Karibik – Fremde GezeitenA.I.) zuständig, was auch die hervorragende Qualität erklärt. Das gilt übrigens genauso für die Splatterszenen: Auch, wenn selten voll draufgehalten wird, fließt und spritzt die rote Suppe doch ordentlich. Abgesehen davon gibt es noch ein paar wenige, dafür aber überraschend gut platzierte Jump Scares.

In einer Zeit, wo man regelmäßig mit CGI Fastfood bombardiert wird, ist es schön zu sehen, dass sich manche Filmteams noch die Arbeit machen und einen handwerklich tollen Streifen auf die Beine stellen. Animal – Die Höllenbrut mag flach sein, aber sowohl optisch als auch akustisch wird anständig rangeklotzt. Mehr kann und sollte hier nicht erwartet werden!


Zusatzinfos: Freigabe – FSK 18, Uncut – Ja, Laufzeit – 86 Min.
Animal - Die Höllenbrut (2014)
Prädikat: Bitte mehr davon!
Spannung65%
Schauspieler75%
Effekte93%
78%Gesamtwertung
Leserwertung: (2 Votes)
75%

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