ASP – :Duett

Herzlich willkommen zurück bei der Artikelreihe zur Diskographie von ASP. Der zweite Teil der Erzählung vom Schwarzen Schmetterling heißt :Duett. Da mir die Urversion irgendwann einmal abhanden gekommen ist, schreibe ich nun über die neuveröffentliche Variante, welche hier und da um ein paar Feinheiten ergänzt wurde. Eines dieser kleinen Details ist der Prolog, welcher alleine dem Album schon die Berechtigung für seinen Titel verleiht. Im Zwiegespräch mit dem Schwarzen Schmetterling legt ASP eine tolle Grundlage für die kommenden 10 Titel und stimmt ein auf das, was da auf den Hörer zukommt. Die weinerliche Stimme des Protagonisten versucht sich dem Schattenwesen zu erwehren, das ein ums andere mal fordert: „Öffne das Portal“. Eines wird schon jetzt klar: Mit diesem Schmetterling ist nicht zu spaßen. Und vielleicht liegt es daran, dass ich gerade erst eine Folge Gabriel Burns gehört habe, aber wenn ich so dem Prolog von :Duett lausche, sehe ich doch die eine oder andere Parallele zur tragischen Titelfigur jenes Hörspiels. Aber das nur am Rande…

Besonders gelungen finde ich bei diesem zweiten Album, dass hier endgültig der finstre Weg zur Saga um den Schwarzen Schmetterling beschritten wird. Das Konzept, das in Hast du mich vermisst? noch nicht zu erkennen war, tritt nun klar in den Vordergrund. Auch, wenn man das Debütalbum noch nicht mochte, so sollte man :Duett definitiv eine Chance, treten hier doch noch einmal ganz andere Facetten der Band zutage. Das beginnt bereits mit Kokon, dem zweiten Titel. Mitten in die Fresse, krasse Synthie-Klänge und Lyrics, die die Geburt des geflügelten Wesens bereits anklingen lassen. Bei Tiles, welches textlich einige Parallelen zu Dancing (siehe Artikel zu Hast du mich vermisst?) aufweist, und The Little Big Man wird das Tempo wieder etwas rausgenommen, dennoch gehen beide Songs schön voran.

Die kleine Ballade vom Schwarzen Schmetterling erzählt schließlich, wie das dunkle Wesen geschlüpft ist. Ein ganz großer Song mit tollem Rythmus und einem bitterbösen Text. Dies ist eines der Lieder, die mir wirklich nie langweilig werden. Ach, was will ich drum herum reden: Ich liebe den Titel! Danach folgt mit Maybe ein Song, den ich zwar auch immer wieder gerne höre, der aber nicht so an mich geht, wie der Rest vom :Duett. Versuchung steht wieder ganz im Konzept des Albums. ASP und das mittlerweile geschlüpfte Ungeheuer stehen erneut im Dialog. Textlich gehört das Lied definitiv auf diesen Longplayer, musikalisch hätte es jedoch auch auf den Vorgänger gepasst. Was mir hier (wie schon beim Opener) besonders gut gefällt ist, wie der Sänger alleine durch seine Stimme klar zu verstehen gibt, wer gerade spricht…also der Schmetterling oder der Protagonist. Dieser Song zeigt nicht zuletzt auch, dass Alexander Spreng ein großer Geschichtenerzähler ist und im späteren Verlauf der Saga wird dies zum Glück auch noch intensiviert. Dazu aber in den kommenden Artikeln mehr. Mit Besessen gibt es mal wieder gehörig auf die Ohren. Ich weiß nicht, wie oft ich in den Clubs auf diesen Song abgegangen bin. Oh man, ich glaube es wird mal wieder Zeit. Ok, ich schweife ab;) Das Lied ist vom Schwarzen Schmetterling gesungen/gesprochen und hat passenderweise einen recht speziellen Text, bei dem ich mich immer wieder frage, ob ich jetzt angewidert oder begeistert sein soll. Dann kommt jedoch das Songfinale, in dem nochmal richtig das Gaspedal durchgedrückt wird und ich bin wieder voll drin.

Ok, Zeit für einen neuen Absatz, denn das nächste Lied möchte ich ganz besonders hervorheben. Vor einigen Jahren war ich ja im Zuge der Zaubererbrudertour auf einem Akustikkonzert (!) von ASP und so gut die CDs in meinen Augen auch sind, sie geben zu großen Teilen nicht wieder, was für eine extrem gute Stimme der Typ hat. Das ist mir auf dem Konzert damals selbst zum ersten mal wirklich klar geworden. Absolute Gänsehaut! Du bist nie allein ist einer der wenigen Songs, die dies ansatzweise zum Vorschein bringen. Ein Lied, das mich sehr tief berührt und inspiriert. Wenn ich solche Musik höre denke ich nur: Danke!

Schwarz ist ein Song, der, wenn man um das Konzept des Albums nicht weiß, so einige Klischees über die Gothic-Szene bedient und für sich genommen fast schon etwas lächerlich wirken könnte. Da es aber auch hier im Kern wieder um besagtes Flügelwesen geht, kann ich mich damit anfreunden. Musikalisch ist das Lied ok, aber nicht herausragend. Fading away (A Version) schließt das Werk ab. Ein tolles und vor allem abwechslungsreiches Stück, das in Ansätzen bereits die eine oder andere musikalische Richtung aufzeigt, in die ASP sich mit den nächsten Alben noch bewegen sollte. Bei gut 10 Minuten ein Song, den man am besten mit Kopfhörern, einer Tasse Tee und bei Kerzenschein hören sollte. Er entwickelt sich und rezitiert gegen Ende gar nochmal das Album selbst. Wunderschön, melancholisch, düster und doch hoffnungsvoll…ein klasse Finale.

Ach je, eigentlich sollte der Text gar nicht so lang werden, aber ich denke man merkt, dass ich voll bei dieser Band bin. Dieses kleine Projekt hier hat sich schon jetzt alleine deswegen gelohnt, weil ich mich mal wieder mit dieser Musik auseinandersetze und diese einige schöne Erinnerungen zutage treten lässt. Darin werde ich jetzt noch etwas schwelgen und verabschiede mich für heute.

Bis zum nächsten Mal…

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ASP - :Duett
Prädikat: Ein würdiger Nachfolger.
Texte92%
Gesang85%
Artwork75%
Umfang80%
Instrumental75%
81%Gesamtwertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

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