ASP: Hast du mich vermisst?

Liebe Freunde der Musik! Heute möchte ich einmal mit einem kleinen Projekt beginnen, welches mir schon eine geraume Weile durch den Kopf geistert. Hierbei geht es um die Vorstellung der Band ASP, eine Gruppe, die mich schon seit vielen Jahren begleitet und deren Musik ich immer wieder auf’s Neue gerne höre. Auch haben mich ihre Songs oft beim Schreiben inspiriert und noch heute sind viele schöne Erinnerungen an ihren einzigartigen Stil geknüpft.

Ich hatte in meinem Artikel zu Within Temptations’ Hydra schon einmal kurz angeschnitten, dass ich zum Ende meiner Teenagerzeit und auch noch viele Jahre später in der Gothicszene aktiv war. Dies war auch die Zeit, zu der ich zum ersten mal auf ASP stieß. Wie es genau dazu kam weiß ich gar nicht mehr, aber sicherlich lief einer ihrer Songs im Frankfurter Nachtleben, welches im Übrigen auch die Diskothek war, in der die Band im Milleniumjahr ihr erstes Album, Hast du mich vermisst? (Der Schwarze Schmetterling I) veröffentlichten. Leider war ich damals nicht dabei. Aber auch heute, 14 Jahre später, verfolge ich immer noch regelmäßig das Schaffenswerk von ASP, kaufe mir regelmäßig die in aufwendigen Editionen erscheinenden Alben und genieße sowohl die ersten Songs, wie auch die neueren. Der Bandname setzt sich im Übrigen aus den Anfangsbuchstaben von Alexander Spreng, dem Sänger der Band zusammen. Die Entwicklung der Gruppe möchte ich euch anhand der Eckpfeiler ihrer Veröffentlichungen vorstellen. Dafür nehme ich mir diese einzeln vor: Von Hast du mich vermisst? über den gesamten Zyklus zum Schwarzen Schmetterling, der 4 weitere Alben umfasst. Die Figur des Schwarzen Schmetterlings ist in dieser Zeit zu einer Art Sinnbild für ASP geworden. Dieses wird immer wieder einmal aufgegriffen, sowohl in den Texten, als auch im Artwork der Alben bzw. den zahlreichen weiteren Projekten der Band. Nach dem 5. Studiowerk folgte ein Konzeptalbum zu Otfried Preußler`s Buch Krabat und in 2011 startete die Band den Fremdenzyklus, der bislang 2 Alben umfasst. Ich möchte nun die Reise beginnen in eine Welt des Rocks, der elektronischen Musik, der düster-melancholischen Texte, der Freude und der Trauer, der Erinnerungen: Die Welt von ASP!

Mit Geräuschen wie von einem sich aus dem Kokon windendes Insekt beginnt Hast du mich vermisst? gefolgt von einem schweren Atmen und langsam einsetzenden Synthieklängen. Dann die ersten Worte von Sänger Alexander Spreng: “Es tut so gut wieder bei euch zu sein…”. Schon interessant, diese ersten Worte für ein Debütalbum zu wählen. Da mir allerdings nur noch die neu aufgelegte Version der CD vorliegt, weiß ich nicht, ob dies bei der ursprünglichen Version genauso war. Ich meine mich zu erinnern, dass es dort gar kein bzw. nur ein sehr viel kürzeres Intro gab. Anyway…Der schwarze Schmetterling breitet mit unheilvollen Worten seine Flügel aus und legt sie über uns. Passenderweise lautet dann der erste Song nach dem Intro auch Schwarzer Schmetterling, ein dunkles Stück, in dem ASP jedoch den Tanz auf seinem eigenen Grab besingt. Musikalisch bildet das Lied eine Symbiose aus E-Gitarre und elektronischen Sounds und zeigt so schon die Marschrichtung des Albums auf. Alexander Spreng singt mal deutsch und mal englisch, was sich durch die gesamte Diskographie zieht. Mir persönlich gefallen die Lieder mit deutschen Texten meist besser, allerdings heißt das noch lange nicht, dass jene mit englischem Text schlecht sind. Ein sehr gutes Beispiel ist der Song Dancing, der von tanzenden Schatten an einer Wand handelt und dabei das Lebensgefühl der dunklen Szene wunderbar mit den Eindrücken des Besuchs einer Gothic-Diskothek verbindet: Die sich in weichen, anmutigen Bewegungen wiegenden Gestalten und ihr Schattenwurf. Es ist großartig, wie ASP nicht nur mit diesem Song alleine, sondern mit der gesamten LP jenes Gefühl einfängt, den Eindruck von kaltem Leder auf nackter Haut. Auch, wenn dies kein Fetisch ist, der auf mich einen Reiz ausübt, ist es doch faszinierend, wie ein Musiker einen solchen Eindruck vermitteln kann und ein sehr eindringliches Gefühl erzeugt. Songs wie Küss mich oder Teach me War sind ebenfalls gute Beispiele dafür.

Die Band kann aber nicht nur Emotionen vermitteln, sondern auch richtig rocken! Sing Child sowie Und wir tanzten sind Lieder, die seinerzeit regelmäßig die Tanzfläche gefüllt haben und dies sicherlich auch heute noch tun. Gerade an letztgenanntem Song, der ruhig, fast unschuldig beginnt und einem dann einen bitterbösen Refrain um die Ohren peitscht, kann ich mich kaum satt hören. Besonders hervorheben möchte ich auch das Lied Imbecile Anthem, welches zwar ebenfalls ein kaltes Herz hat, aber mit einer schönen Gesangsmelodie und der überraschend zerbrechlichen Stimme von Alexander Spreng zu gefallen weiß.

Textlich legt man mit Hast du mich vermisst die Messlatte bereits ziemlich hoch. Seien es Passagen wie “I didn’t fall in love it was love that fell on me” oder “Ich stehe nackt und hilflos vor dem Morgen, nie war ich so stark“: Die Bildsprache ist großartig!

Nach so einem Debüt darf man gespannt sein, was da noch so kommt, aber soviel darf schon gesagt werden: ASP haben sich bis heute nicht ausgeruht, immer wieder neue Elemente in ihre Musik aufgenommen und dabei jederzeit ihr Gesicht gewahrt.

Im nächsten Beitrag werde ich euch die LP :duett (Der Schwarze Schmetterling II) vorstellen. Bis dahin!

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ASP: Hast du mich vermisst?
Prädikat: Der Beginn einer melancholischen Reise...
Texte92%
Gesang80%
Artwork80%
Umfang80%
Instrumental83%
83%Gesamtwertung
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