Durch einen dummen Zufall kommt eine Spinne in einem Militärlabor mit einem außerirdischen Wachstumshormon in Kontakt und durch einen noch blöderen Zufall gelangt das Krabbelviech aus der Anlage in ein Krankenhaus von Los Angeles. Dort nimmt es erst einmal ein paar Menschen zu sich, während es im Stundentakt wächst, bis es in der Größe eines Hauses eine Party in der Stadt schmeißt. Ungewollt mittendrin im Geschehen ist Alex, ein Kammerjäger, der sogleich versucht dem Arachnid den titelgebenden Arsch weg zu pusten und nebenbei noch die große Liebe zu finden…

Krokodile, Piranhas, alle möglichen Arten von Haien (in Tornados / mit 2 Köpfen / mit einem Oktopus gekreuzt / im Supermarkt) und natürlich Spinnen – neben den Aliens und Zombies liegt vor Allem der Tierhorror in den letzten Jahren wieder voll im Trend. Das dabei meist nur Schrott herauskommt, der bestenfalls für einen feucht-fröhlichen Männerabend gut ist, dürfte dem geneigten Genre-Fan mittlerweile hinreichend bekannt sein. Aber wie verhält es sich mit „Big Ass Spider“? Der Trailer und sonstige Informationen, die der Veröffentlichung vorangegangen sind ließen zumindest auf bodenständigen Trash hoffen. Die Spinne schien gut animiert zu sein, die Story zumindest nur so blöde, dass man es auch nüchtern ertragen kann und als Regisseur erschien „Mike Mendez“ (Killers) endlich einmal wieder auf der Bildfläche. Und da ich Letztgenannten großartig finde und Monsterfilme in der Regel ohnehin ganz schnell in meiner Sammlung landen, war „Big Ass Spider“ schon lange vor dessen Einschlag im Handel vorgemerkt. Tja, was soll ich sagen…der Film erfüllt in vielerlei Hinsicht nicht die Erwartungen: Die Spinne ist gar nicht so gut animiert und wirkt in den schlechtesten Szenen tatsächlich so mies reingeschnitten wie bei jeder x-beliebigen Billigproduktion und bis auf wenige Lichtblicke scheint es dem Drehbuch einfach an guten Ideen zu fehlen. Außerdem wirken insbesondere die Dialoge teils doch arg gezwungen komisch und auch Alex´ Sidekick, der Mexikaner Jose Ramos, der durch seine fehlenden Sprachkenntnisse für den einen oder anderen Lacher sorgen soll, reißt das Ruder nicht mehr herum. So zündet der in solchen Filmen wichtige (Slapstick-)Humor in der gesamten Laufzeit leider nur selten.

Hat man schon geiler gesehen...Sieht nicht schlecht aus…hat man aber auch schon geiler gesehen…

Gleichwohl, „Big Ass Spider“ hat auch seine starken Momente. Seltsamerweise sind die Effekte dann doch wieder gut – gerade zu Beginn und beim großen Finale…in der Mitte des Films hat die CGI-Abteilung gesoffen, gekifft oder war einfach nur total neben der Kappe. Die Schauspieler leisten bodenständige Arbeit (aber auch nicht mehr) und die deutsche Synchronisation, die in anderen Filmen aus dem Trash-Sektor meist ja schon reicht um das Verlangen zu erwecken sich die Ohren abzuschneiden, geht vollkommen in Ordnung. Ganz besonders groß ist die Einstiegsszene, in der unser großer Achtbeiner zu einer von „Storm Large“ gesungenen Cover-Version des Klassikers „Where is my mind“ fröhlich Hubschrauber vom Himmel kratzt. Von diesen Momenten hätte ich gerne mehr gehabt! Schluss und endlich bleibt ein Film, der irgendwo zwischen dem fantastischen (und wirklich komischen) „Arac Attack“ und den beiden (unfreiwillig komischen) „Spiders“-Filmen rangiert. Ich bereue es nicht ihn gesehen zu haben und würde ihm sicher auch noch eine zweite Chance geben…dann aber sicherheitshalber mit einem Kasten Bier und einem guten Kumpel…

Euer /anawak 

Big Ass Spider (2013)
Prädikat: Ein dicker Arsch und lange Beine? Nett, aber es kommt es auch auf die inneren Werte an;)
Story50%
Schauspieler70%
Inszenierung65%
62%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

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