Gestern habe ich mir mal den Film „Black Rock“ angesehen, von dem ich mir eigentlich was erhofft hatte…leider hat sich dieser Eindruck nicht ganz bestätigt.

Die Story ist schnell wiedergegeben: 3 Frauen wollen auf einer kleinen Insel zelten und treffen dort auf 3 Kerle. Bei den Typen handelt es sich um ehemalige Militärs, die gerade erst aus dem Irak zurückgekommen sind und gleich noch ein Kriegstrauma mitgebracht haben. So braucht es eigentlich auch nur einen kleinen Auslöser um die jungen Herrschaften mit Gewehren gegen sich aufzubringen. Diesen liefert Ihnen Ebbi, eine der 3 Damen auch prompt, als sie am abendlichen Lagerfeuer mit ihm flirtet und ihn dann, als er mehr möchte, zurückstößt. Den Rest hat man schon oft gesehen: Nach versuchter Vergewaltigung mit tödlichen Folgen für ihn, machen seine beiden verbliebenen Kameraden jagt auf die Mädels.

Das nun dargestellte Katz- und Mausspiel ist leider wenig spannend und nimmt auch mit fortlaufender Zeit an Qualität ab. Dabei gibt es durchaus interessante Ansätze – beispielsweise merkt man von Anfang an, das hier eine Frau Regie geführt hat. Das Verständnis der Charaktere ist ein anderes, als man das so aus den typischen Rape´n Revenge / Backwood / Slasher – Filmen kennt. Leider schießt Katie Aselton, die Frau auf dem Regiestuhl, über das Ziel hinaus und so werden aus den zunächst noch sehr weiblich dargestellten Damen plötzlich Amazonen, die nackt durch den Wald rennen, sich selbst Speere schnitzen und damit dann Jagd auf ihre Peiniger machen. Das hätte wie gesagt Potential gehabt, wäre da mehr Zeit für die Charakterentwicklung und mehr Mut zur Drastik, insbesondere bei den blutigen Parts, gewesen. Nein, ein Film muss nicht zwangsläufig blutig oder überbordend brutal sein um als gut durchzugehen. Aber diesem hier hätte es keineswegs geschadet, zumal man ja durchaus etwas zeigt: Da wird jemand mit dem Stein erschlagen, Frauen werden verprügelt, eine Kehle wird durchgeschnitten…allerdings kommt das Meiste davon nicht so glaubwürdig rüber, weil man den Szenen die mäßige Qualität der Effekte anmerkt. Generell spürt man einfach, dass der Film wohl nur ein mäßiges Budget hatte…und daraus wurde leider nicht alles geschöpft.

Eines jedoch muss man dem Streifen zugute halten: Die Maske hat zumindest anständige Arbeit geleistet. Irgendwann sehen die Frauen dermaßen ramponiert aus, dass man selbst schon Schmerzen bekommt. Auch die Szenen in denen gnadenlos auf die Frauen eingedroschen wird fand ich schwer erträglich. Dennoch: Hat man alles schon intensiver und packender gesehen.

Der Film ist demnach maximal etwas für einen sonst langweiligen Sonntag Nachmittag.

Black Rock (2012)
Prädikat: Spannungsarmer Inselthriller.
Story55%
Schauspieler70%
Spannung45%
Inszenierung65%
59%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

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