Wir schreiben das Jahr 2018. Es ist Sommer. Ein verdammt heißer Sommer. Und damit meine ich nicht nur einfach verdammt heiß, sondern so richtig Scheiße heiß. Diese Hitze, die wir in Deutschland überhaupt nicht gewohnt sind, verwandelt einem das Hirn zu einer weißen, gallertartigen Masse und die Gedanken zu einem kuppelförmigen, gelben Kloß in deren Mitte. Die Menschen stöhnen und es fällt kaum ein Satz ohne die Worte Mikrowelle, Backofen oder Hölle.

Doch dieses Gefühl, sich inmitten von bitterlich weinenden Rostern über den gut durchgeglühten Kohlen eines Grills zu befinden ist nicht das einzige traurige Highlight des Sommers 2018. Fünf Buchstaben treiben so manch einem von uns ebenfalls Sturzbäche von Schweißperlen in die Schlüpfer (iiiieeeeeh!): D-S-G-V-O. Heilige, verfickte Kacke, was ein Teufelswerk! Im vergangenen Mai hieß es “plötzlich”, dass die “Datenschutzgrundverordnung” dann jetzt mal gültig ist und seien wir ehrlich: Wie viele Webseitenbetreiber hatten das Machwerk schon vorher ernsthaft auf dem Schirm? Ich meine, klar, es war bereits ein Jahr zuvor bekannt, dass da was auf uns zugerollt kommt, aber irgendwie kam sie dann doch sehr überraschend…die DSGVO. Und da diese jeden, der einen Internetauftritt hat, betrifft, durfte ich mich auch damit auseinandersetzen. Toll…und das, wo ich ohnehin schon seit Monaten nicht mehr so richtig auf BMTH aktiv war!

Aber es half ja alles nichts…also setzte ich mich eines mittags hin und begann an der Oberfläche der neuen Vorgaben zu kratzen. Doch obwohl so ziemlich überall im Internet stand, dass die Umsetzung ja sooo wild gar nicht ist, war ich in sehr kurzer Zeit hart überfordert. Die Hitze tat ihr Übriges und so saß ich bereits nach den ersten Stunden Recherche da und überlegte extrem genervt, ob ich mir den Aufwand wirklich geben und jeden Stein auf meiner Seite umdrehen will, um auch jedweden noch so kleinen Fallstrick zu finden. Es stand ein riesiger, stinkender Tümpel voller mehr oder weniger vagen, bürokratischen Formulierungen gegen den Verlust von drei Jahren Herzblut, die ich in BMTH investiert habe. Letzteres war dann auch der Grund dafür, dass ich mich, wenn auch ein wenig bockig, dazu entschied, das Ding durchzuziehen. DSGVO, ich komme!

Und…naja, ich will gar nicht so sehr auf die Details eingehen. Der ganze Prozess dauerte so ziemlich genau einen Monat und jupp, es war ziemlich anstrengend. Viel wichtiger sind für mich im Laufe dieser vier Wochen allerdings zwei Erkenntnisse geworden:

Erstens: Die DSGVO ist ein wichtiger und richtiger Schritt! Zwar ist aktuell alles noch ein wenig fusselig, aber ich bin guter Dinge, dass im Laufe der Zeit ein schicker Pullover daraus wird, der uns als Internetnutzer vor dem kühlen Wind des Datenmissbrauchs schützt (wer kommt denn bitte auf so beknackte Formulierungen?!). Immerhin habt ihr nun das Recht, Auskunft über die von der jeweiligen Webseite gespeicherten, persönlichen Daten zu verlangen. Und was das für den Betreiber der jeweiligen Präsenz bedeutet, ist nicht ohne: Jeder Aspekt muss beachtet werden, egal, ob es von einem selbst gesammelte Daten sind, oder, ob diese von Drittanbietern einkassiert werden (bspw. von “der Krake” Google). Meine Lösung: Ich habe alle Verbindungen nach außen so gut wie möglich gekappt und eure Daten nach bestem Wissen und Gewissen anonymisiert. Dieser Vorgang führte dann auch gleich zu der zweiten Erkenntnis:

Als Administrator bin oder vielmehr war ich dazu geneigt, das riesige Angebot an Plugins nach dem Motto “nice to have” zu nutzen. Dadurch hatte ich auf BMTH viel Kram, den ich eigentlich gar nicht brauchte und der die Seite nur unnötig langsam gemacht hat. Ab in den Schredder damit! Für andere Plugins musste ich hingegen Alternativen suchen, da ich diese für den Betrieb meiner Seite in der bekannten Form benötige. Das hatte zur Folge, dass ich mich so intensiv wie noch nie zuvor mit dem außeinandergesetzt habe, was so auf meiner Webseite vor sich geht und, was im Hintergrund stattfindet. Ursprünglich habe ich BMTH mit dem Gedanken ins digitale Leben gerufen, dass ich einfach nur einen öffentlich Ort für meine “kreativen” Ergüsse haben möchte und das nach dem Min-Max-Prinzip, also mit möglichst wenig Aufwand, das Maximum erreichen. Zugegebenermaßen war das recht naiv. Dank der neuen Regelungen musste ich jedoch sehr viel mehr in die technischen Details gehen, wobei mir, zusätzlich zu den oben bereits erwähnten Altlasten, aufgefallen ist, dass da noch so manch anderer Dienst vorhanden ist, auf den ich gut und gerne verzichten kann, was BMTH letztlich “schlanker” und damit schneller gemacht hat (so zumindest mein Empfinden).

Und nach all dem Zirkus war ich heilfroh, dass ich den Wartungsmodus endlich wieder offline und meine Seite damit online stellen konnte. Für euch hat sich nicht allzu viel verändert, da die meisten Anpassungen im Hintergrund stattgefunden haben. Bei genauerem Hinsehen wird man allerdings merken, dass es nun am unteren Ende zwei weitere Links gibt: “Kontakt” und “Persönliche Daten“. Ersteres ist im Grunde selbsterklärend: Hier könnt ihr mithilfe eines neuen Formulars Kontakt zu mir aufnehmen, wobei diese Vorlage auch gleich einen DSGVO-konformen Hinweis zur Datenverarbeitung enthält. Mit einem Klick auf “Persönliche Daten” könnt ihr schließlich sowohl um Auskunft darüber bitten, welche persönlichen Informationen ich von euch speichere, als auch, eine Anfrage stellen, diese zu löschen. Vielleicht ist euch auch aufgefallen, dass BMTH nun neu lädt, wenn ihr die Nachricht bezüglich des Einsatzes von Cookies bestätigt, welche bei eurem ersten Besuch am oberen Rand aufpoppt. Das liegt daran, dass Cookies ab sofort erst dann gespeichert werden, wenn ihr dem zugestimmt habt. Die Webseite wird ergo erst einmal ohne “Kekse” geladen und, nach eurem OK, nochmal mit Keksen, was nicht nur viel leckererer(er) ist, sondern das Surferlebnis erfahrungsgemäß auch angenehmer, weil schneller macht.

So ganz konnte ich die Verbindungen nach außen dann aber doch nicht kappen, denn schon alleine die Vorstellung von Trailern oder der Einbau meiner Let’s Plays setzt den Einsatz von YouTube voraus. Tja, und wenn ihr euch ein YouTube Video anschaut (egal wo), dann sammelt “die Krake” Daten. Dies geschieht ab sofort aber erst, wenn ihr bei mir ein Video startet (daher auch der Hinweis unter dem “Play-Button”). Mehr einschränken kann man es meines Wissens nach aktuellem Stand nicht.

So, jetzt aber wirklich schluss mit dem lästigen Technikkram. Nur…was kommt jetzt? Wird die Seite zukünftig überhaupt noch aktiv mit Inhalten gefüttert? Wie läuft es mit Filmreviews und dem YouTube-Kanal weiter? Was ist aus dem Gabriel Burns Episodenguide geworden? Ganz ehrlich? Aktuell versuche ich, mich auf einige wenige Dinge zu konzentrieren. Dazu gehören vor allem unsere beiden neuen Familienmitglieder, Dexter und Kirby. Bei den Zweien handelt es sich um zuckersüße Kätzchen, die seit Ende Mai mit uns zusammenleben. Mit ihnen und meiner Liebsten möchte ich einfach so viel Zeit wie möglich verbringen, was sicherlich verständlich ist. Aber meine Hobbys liegen deswegen nicht brach…ich habe einfach nur gemerkt, dass ich in den ersten drei Jahren von BLOG.ME.TO.HELL. unheimlich viel Energie in das Projekt gesteckt habe. Dies war einer der Gründe, weshalb ich meine Belastungsgrenzen immer wieder überschritten habe. Also musste ich aussortieren. Zuerst hat man dies wohl hier gemerkt, da erst immer weniger und irgendwann gar keine neuen Reviews mehr veröffentlicht wurden. Zuletzt sind dann auch meine Let’s Plays zunehmend eingeschlafen. Also, wo stehe ich jetzt? Aktuell konzentriere ich mich in Sachen Hobby voll und ganz auf das Streamen. Wem das nichts sagt: Ich zocke, kommentiere und übertrage beides live auf Twitch. Es lässt sich im Grunde mit einem Let’s Play vergleichen, bei dem man jedoch live dabei ist und über einen Chat mit mir kommunizieren kann. Diese Art der Interaktion gefällt mir sehr und anders, als bei den “Video on Demand Let’s Plays” entsteht dadurch keine nachträgliche Arbeit wie bspw. der Videoschnitt oder die Erstellung eines Bildes für die jeweilige Folge. Ich gehe online, habe mit meinen Zuschauern Spaß und wenn ich offline bin, war’s das. 

Deswegen habe ich die Reviews, den Episodenguide, meine klassischen Let’s Plays, den Podcast und all das, was ich in den letzten Jahren hier so auf die Beine gestellt habe, nicht vergessen, geschweige denn aufgegeben. Ich bin zuversichtlich, dass auch wieder die Zeit, Ruhe und Inspiration kommt, um in diesen Bereichen aktiv sein zu können. Bis dahin würde ich mich freuen, wenn ihr ab und an mal vorbeischaut, um auf dem Laufenden zu bleiben. Hinterlasst mir gerne auch einen Kommentar, denn obwohl aktuell nur sehr wenig hier passiert, schaue ich dennoch regelmäßig rein (schon alleine, um Updates etc. zu machen). 

Junge, Junge…schon wieder so ein langer Text. Für alle, die bis zu dieser Stelle gelesen haben: RESPEKT! Für alle anderen…ach, bekommt ihr ja ohnehin nicht mit.

Also, haut rein, lasst’s knacken und…

…bis dahin – euer Alan

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