Jetzt hat es mich doch gepackt, das Breaking Bad-Fieber. Dabei muss ich sagen, dass die Serie, nachdem ich nun bis zur 6. Folge gekommen bin, eher schleppend Tempo aufnimmt. Auch, wenn man sie nicht vergleichen kann, so war ich beispielsweise bei “The Walking Dead” nach 3 Folgen schon vollkommen infiziert (höhö). Bei “Breaking Bad” bildet sich der Sog eher unterbewusst, ich habe weniger das Gefühl jetzt unbedingt noch eine Folge sehen zu müssen…aber irgendwie doch, weil man weiß ja schließlich, dass da noch eine ganze Menge passiert und will sehen, wie es dazu kommt. Versteht ihr was ich meine? Ach, was erzähle ich da, die meisten von euch werden die Serie schon gesehen oder zumindest angefangen haben und auf die eine oder andere Art die gleiche Erfahrung gemacht haben. Ich sage nur soviel: Entgegen anderer Vorhaben fällt es mir schwer, jetzt nicht doch zweigleisig mit “The Walking Dead” zu fahren…aber gut, erstmal zu meinen Eindrücken der Folge 3… Diese fängt schön blutig, interessant und innovativ an: Während Walter und Jesse (Captain Cook) die einem Wackelpudding nicht unähnlichen Überreste von Emilio aufwischen (nachdem diese sich mitsamt der Flusssäure, in der er aufgelöst wurde, durch Badewanne und Boden in das darunterliegende Geschoss gefräst haben) wird parallel eine Szene gezeigt in der zwei Lehrer die chemischen Bestandteile des menschlichen Körpers aufzählen. Zur besseren Veranschaulichung fischt Walter in der Paralleleinstellung eben diese Einzelteile auf der Emilio-Soße…eklig, skurril, klasse! Nachdem Jesse seine Aufgabe ja nun mehr oder weniger erledigt hat, muss Walter sich um Domingo (Krazy-8) kümmern. Das fällt ihm alles andere als leicht und da der Drogendealer plötzlich gar nicht mehr so gemein wirkt, entscheidet sich Walter ihn frei zu lassen. Kurz vorher bemerkt er jedoch, das Domingo eine Scherbe von einem zerbrochenen Teller eingesteckt hat…damit ist dann der gerade erlangte Sympathie-Bonus sowie, nach einem kurzen Kampf, der für Krazy-8 besser hätte ausgehen können, auch dessen Leben Geschichte. Fast schon schade drum, denn irgendwie mochte ich den Darsteller und den Charakter. Zwischen Walters´ Frau und ihrer Schwester Marie kommt es währenddessen zu einer Verwechslung mit amüsanten Folgen: Marie glaubt nämlich plötzlich, Skylers´ Sohn würde Pott rauchen und setzt ihren (gelinde gesagt) einfach gestrickten Mann darauf an dem Jungen Respekt vor Drogen beizubringen. Es folgt ein sehr lustiges Gespräch zwischen Hank, Walter jr. und einer Drogenabhängigen in dem jeder irgendwie an dem Anderen vorbeiredet. Eine gute Folge, bei der, nach dem story-technisch doch recht tempogeladenen Einstieg, erstmal wieder etwas heruntergefahren wird. Und das ist nur verständlich, denn der Schock bei Walter sitzt tief…immerhin hat er gerade 2 Menschen getötet (und einen davon vom Boden aufgewischt). Er will mit alledem nichts mehr zu tun haben, nur noch nach hause und in Ruhe sterben. So zumindest fühlt es sich an und das macht den Verlauf der Geschichte auch nur glaubwürdig. Welcher normale Mann würde nach so einem Erlebnis noch etwas mit Jesse und Drogen zu tun haben wollen? Es ist schon krass genug, dass Walter überhaupt so weit gegangen ist, bedenkt man, dass der Schwager seiner Frau bei der DEA ist. Aber auch sonst scheinen sich Stricke aus allen Richtungen enger um Walter zu schlingen. Seine Frau ist nicht auf den Kopf gefallen und bemerkt die emotionale Veränderung von ihrem Mann sehr wohl. Auch sein Sohn distanziert sich zunehmend von ihm sodass der Druck stetig zunimmt. Bis auf ein paar schwer erträgliche Szenen, in denen ich mich gefragt habe, wie der Mann eben diesem Druck überhaupt standhalten kann, kriegt die Serie bislang dann doch immer wieder die Kurve bevor sie zum reinrassigen Drama wird. Das lässt vermuten, dass die Macher hinter dem Ganzen etwas von ihrem Handwerk verstehen und ziemlich genau wissen, wie die Atmosphäre austariert werden muss um nicht in Einseitige abzurutschen. Um zum Schluss noch ein kleiner Fehler: Mit Flusssäure kann man sehr wohl Leichen in der Badewanne auflösen und muss nicht befürchten, dass diese sich durch den Boden frisst. Wer´s genau wissen will, der findet hier eine interessante Diskussion dazu: Leichen und Flusssäure. Aber bitte: Nicht zuhause versuchen…am besten gar nicht…ach, was rede ich denn da?!

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