Caedes - Lichtung des Todes | CoverGeht eine Gruppe junger Leute in den Wald zum Feiern…was anfängt wie ein mittelmäßiger Witz, fasst bereits einen guten Teil der Story von Slavko Spionjaks neuem Film Caedes – Die Lichtung des Todes zusammen. Ok, da kommen dann noch ein paar andere Leute dazu, die allerdings schon nach kurzer Zeit in eine nach Menschenfleisch dürstende Zombiehorde mutieren, vermummte Gestalten, die die wenigen Überlebenden daran hindern, den Wald zu verlassen und zu guter Letzt (was auch sonst) die Scheißerchen von der braunen Front (ihr versteht). Klingt nach einem ziemlich flachen Werk, das rein storytechnisch auch durchaus von der Marke „The Asylum“ stammen könnte. So saß ich dann die ersten zehn Minuten auch erst einmal mit gerunzelter Stirn vor der Mattscheibe und zählte die Risse in der Fassade, die nach der Sichtung des Trailers zunächst so vielversprechend schien. Wenn  man beispielsweise nach einer durchzechten Nacht im Gras liegend aufwacht und ein  Teil der Gesellschaft, mit der man zuvor noch dick abgefeiert hat, über einen herfällt, dann hat man als erstes welchen Gedanken? Das müssen Zombies sein…wohl eher nicht! Zwar wusste ich, dass es in dem Film u.a. um Untote geht, kam mir etwas überrumpelt vor, als die Protagonisten dies quasi als Fakt voraussetzten. Hatte ich etwas verpasst? Zu diesem Zeitpunkt wirbelten Dan (Bernhard Bozian), Manesh (Burak Akkoyun) und Leen (Lena Baader) aber schon durch die Angreiferhorden. Man geht also direkt von Untoten aus und haut ihnen die Rübe ab…alright?! Das schien mir alles etwas wenig durchdacht und auch die Kampfszenen wirkten eher unbeholfen. Ich begann also meine Erwartungen herunterzuschrauben. Später an diesem Abend hatte der Film diesen Trend dann aber nicht nur umgekehrt, sondern meine Erwartungen sogar noch übertroffen.

Irgendwann ging mir nämlich ein Licht auf: Der Film hat Logik und eine makellose Inszenierung überhaupt nicht nötig!

Anstatt nämlich zu versuchen, sich irgendwie in die mittlerweile doch sehr beliebte Trashkerbe hineinzuzwängen, wie viele andere Werke es tun, denen es in diesen Punkten mangelt, entwickelt Caedes, was im übrigen lateinisch ist und „Mord“ bedeutet, seinen ganz eigenen Charme und lässt die bis dahin sauer aufgestoßenen Ungereimtheiten schnell vergessen. Dies liegt neben dem von Beginn an sehr passenden Soundtrack, der sowohl die Partystimmung als auch später die bedrohlichen Situationen gut zu untermalen weiß, an der Situationskomik, die oftmals sehr unvermittelt um die Ecke schießt, und den Schauspielern, die das richtige Gespür für’s Timing mitbringen. Insbesondere Max Mayr ist mit seinem bayrischen Dialekt und seinen flotten Sprüchen ein riesen Gewinn für den Streifen. Erstaunlich ist dies vor allem des-

wegen, weil dem Kerl nach seiner ersten Szene das Drehbuch abgenommen wurde, sodass er voll und ganz seiner Improvisationskunst fröhnen konnte – eine sehr clevere Entscheidung, erntet er doch mit seiner frechen und liebevollen Art eine Menge Sympathiepunkte für seine Figur und den Film. Aber auch die anderen Darsteller leisten ihren Beitrag, um Caedes zu einem echten Funsplatter zu avancieren. Überrascht war ich vor allem von Tobias Licht und Florian Simbeck. Während Erstgenannter bisher hauptsächlich in familientauglichen TV-Serien mitgespielt hat, kennt man Letzteren insbesondere durch seine Rolle im Comedyduo Erkan & Stefan. Es ist wirklich erstaunlich, wie gut die beiden sich in das Horrorgenre einfügen und neben Manoush (Seed 2, zu dem ihr hier die Review findet: Klick) sowie der Kampfkünstlerin Anqi Nimbach eine fiese Nazitruppe mimen. Auch Nikolai Will, der Gewinner des Horrorfilmdarsteller.de Votings 2015 (hier geht’s zum Interview: Klick), hat eine Nebenrolle, die in einem Verhör gipfelt, welches mit einer äußerst schmerzhaften (aber lustigen) Deutschstunde in der Schule vergleichbar ist. 

Caedes - Die Axt

Du benimmst dich heute wieder wie die Axt im Wald!

Schluss und endlich hat das sympathische Team um Slavko Spionjak einen tollen Beitrag zum deutschen Genrekino geschaffen. Und auch, wenn der Film recht offensichtlich nur mit einem kleinen Budget verwirklicht wurde und es auch in der Inszenierung etwas hapert, macht er doch unheimlich viel Spaß, vor allem, weil er sich zu keiner Sekunde selbst zu ernst nimmt. An dieser Stelle möchte ich euch außerdem empfehlen, dass ihr euch das Making Of anseht, welches einige interessante und unterhaltsame Einblicke in den Schaffensprozess der Jungs und Mädels gewährt. 

Und wenn ihr jetzt richtig Bock auf das Teil bekommen habt, dann habe ich gute Nachrichten für euch: Ihr könnt Caedes – Die Lichtung des Todes nämlich im aktuellen Gewinnspiel hier auf BLOG.ME.TO.HELL. gewinnen. Also auf auf! Hier geht’s zum Gewinnspiel: Klick

 



Zusatzinfos | Freigabe: FSK 18 | Uncut: Ja | Spieldauer: 89 Min. | Verleih: Tiberius Film | BR/DVD VÖ: 15.10.2015
Caedes - Die Lichtung des Todes (2014)
Prädikat: Erfrischend anders.
Story55%
Schauspieler75%
Fun Faktor90%
Effekte85%
76%Wertung
Leserwertung: (3 Votes)
1%

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