Clown 3D | CoverAls Clown hat man es nicht leicht heutzutage. Ständig muss man Schminke, eine alberne rote Nase, viel zu große Schuhe sowie eine bunte Perücke tragen und dabei immer schön fröhlich sein. Aber beschweren ist nicht, denn man soll ja die Kinder zum Lachen bringen. In Zeiten der “Minions” ist man aber selbst bei den kleinen Rackern kaum noch gefragt. Ich selbst habe tatsächlich schon jahrelang keinen echten Clown mehr gesehen und ohne das Kino würden die nun folgenden Generationen möglicherweise gar nicht mehr wissen, dass es die Jungs (und Mädels, um die Political Correctness zu wahren) mit ihren Ballons überhaupt mal gab. Jene Clowns jedoch, die spätestens seit Stephen King‘s ES immer mal wieder Dreh- und Angelpunkt von Filmen sind, haben nichts mit den lustigen Gesellen zu tun, die einst fester Bestandteil zahlreicher Jahrmärkte und Kindergeburtstage waren. Anstatt mit Ballons und lustiger Gesichtsbemalung laufen diese nämlich mit allerlei Mordwerkzeug umher, wenn sie sich nicht sogar direkt mit den bloßen Händen oder Klauen um ihre Beute kümmern. Naja, wenigstens ist sich die Zunft der Clowns in einer Sache treu geblieben: Sie kümmern sich noch immer um die Kinder…nur eben etwas anders als früher.  

Das dieser kleine aber feine Unterschied ganz schnell bitterer Ernst werden kann, muss Immobilienmakler Kent (Andy Powers) am eigenen Leib erfahren, als der für den Geburtstag seines Sohnes gebuchte Clown absagt. Dann muss nämlich der Papa einspringen. Da dieser jedoch gerade kein Kostüm zur Hand hat, kommt es ihm ganz gelegen, dass er in einem leerstehenden Haus eine Kiste mit einem eben solchen findet. Also rein in den Fummel und auf zur Party. Wenig später stellt Kent jedoch fest, dass er die Gewandung nicht mehr ausziehen kann. Auch mit Gewalt ist dem Teil nicht beizukommen. Hinzu kommt noch, dass sein Magen zunehmend am Rumoren ist. Doch es dürstet ihm nicht nach Schwein oder Rind…unser Clown, der hat Bock auf Kind (sorry, der lag mir gerade so auf der Zunge;). 

Bevor ihr nun der PR-Maschinerie auf den Leim geht, sei eine Warnung ausgesprochen: Anders, als die beiden auffälligen Hinweise auf dem Cover vermuten lassen, handelt es sich hier nicht um ein Regiewerk von Genremeister Eli Roth (Cabin FeverHostel). Dieser hat zwar als einer der Produzenten sicher manches Wörtchen mitgeredet, bei dem Regisseur handelt es sich allerdings um Jon Watts. Dieser war bislang hauptsächlich in den Bereichen TV und Serien zuhause. Zuletzt hat er den Thriller Cop Car mit Kevin Bacon inszeniert und 2017 werden wir sehen, ob er Spider-Man im mittlerweile zweiten Reboot ein paar neue Facetten abgewinnen kann. Was abendfüllende Horrorstreifen angeht, bewegt sich Watts mit Clown also auf absolutem Neuland, schlägt sich dafür jedoch ziemlich gut. Anstatt lange rumzueiern, konzentriert er sich schon früh auf den eigentlichen Kern der Geschichte: Die Verwandlung des Hauptdarstellers in das kinderfressende Ungeheuer “Frowny”. 

Diese geistige und körperliche Veränderung geht jedoch nur peu á peu vonstatten und ebenso, wie man das schon von anderen Monsterfilmen kennt, muss der Zuschauer brav bis zum Ende warten, wenn er die volle Gestalt der Kreatur sehen möchte. Bis dahin wird die Spannung mit dem Kampf des Protagonisten gegen die Verwandlung und dem Versuch seiner Frau Meg (Laura AllenFrom Within), ihn dabei zu unterstützen, aufrecht erhalten. Und dann gibt es da noch einen gewissen Karlsson (wie immer brillant: Peter StormareArmageddon), der all das schonmal durchgemacht hat und aus gutem Grund verhindern möchte, dass dem Familienvater die einzig wirksame Heilung zukommt. 

Frowny im KinderparadiesDer kleine Frowny möchte dringend im Kinderparadies abgeholt werden…er ist jetzt satt!

Inszeniert wird das Ganze zwar sehr gemächlich und ist sogar einen Tick mehr Drama denn Horror, nennenswerte Längen hat der Streifen deswegen aber nicht. Dafür sorgen die Darsteller mit einer durchweg überzeugenden Performance, der langsam aber stetig steigende Spannungsbogen und letztlich noch die gut platzierten Goreszenen, welche die KJ-Freigabe durchaus rechtfertigen. Schließlich sprechen wir hier von Kindern, die da ziemlich lieblos zu Gulasch verarbeitet werden. Somit ist Clown vielleicht nicht der Horrorstreifen, den man ob des Trailers und des (zugegebenermaßen fantastischen) Covers erwarten würde, dennoch hat er mich sehr gut unterhalten. Einzig enttäuschend war die 3D-Qualität sowie die Extras, die bis auf ein paar Trailer leider nichts zu bieten haben. Hier hätte man wenigstens den gleichnamigen Kurzfilm von 2010 mit drauf packen können, zumal es durchaus interessant gewesen wäre, die damalige Version von Clown anzuschauen, die im Übrigen auch schon von Jon Watts inszeniert wurde.

 


Zusatzinfos | Herkunftsland: USA, Kanada | Originaltitel: Clown | Freigabe: FSK 18 | Uncut: Ja | Spieldauer: 100 Min. | Verleih: Tiberius Film | DVD/BD/3D BD VÖ: 01.03.2016
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https://www.youtube.com/watch?v=Whx_80uByrE
Clown 3D (2014)
Prädikat: Horrorclown mal anders - während der Film an sich absolut empfehlenswert ist, gibt es aufgrund der schlechten 3D-Qualität Abzüge in der B-Note.
Story75%
Schauspieler80%
Spannung75%
Inszenierung80%
3D-Effekte50%
72%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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