Hallo ihr Weltenbummler und Ausreiser. Sommerzeit ist Urlaubszeit, doch nicht jedem ist es vergönnt, sich mal ein paar Tage abzusetzen. Und ob man nun stattdessen einfach im Geiste verreisen möchte oder generell an anderen Ländern, Sitten und Kulturen interessiert ist: Reisedokus bieten sich wunderbar an, um den eigenen Horizont zu erweitern. Eine solche möchte ich euch heute in meiner Rubrik Auf Reisen vorstellen und ans Herz legen.

Oliver Plöger, 34 Jahre alt und von Berufs wegen als Journalist tätig, hat kürzlich im Auftrag des Fernsehsenders Sixx etwas die Welt bereist. Crazy Planet – die 1000 tollsten Orte der Welt hieß die in 2 Folgen aufgeteilte Doku, die im April über die Mattscheibe flimmerte. Während Plöger in der ersten Folge in Mexiko unterwegs war, verschlug es ihn im zweiten Teil, passend zur zu diesem Zeitpunkt noch brandaktuellen WM, nach Brasilien. Anstatt jedoch einfach nur historische Orte oder schöne Landschaften abzuklappern und etwas über Örtlichkeiten zu erzählen, war es das erklärte Ziel, ein paar verrückte und abgefahrene Seiten der Länder vorzustellen. So besuchte er in Brasilien die Melonenfrau (ich sage nur big asses!), ließ sich in Mexiko mit Kräuterbüscheln auspeitschen oder unternahm einen Selbstversuch in Sachen illegale Einreise nach Amerika.

Was mich daran zunächst fasziniert hat, war neben dem Reisethema, dass Plöger nicht nur über diese Themen berichtet, sondern alles eben direkt selbst mitmacht. Das geht dann sogar so weit, dass er Substanzen konsumiert, die hier in Deutschland aufgrund ihrer bewusstseinserweiternden Wirkung definitiv verboten wären, in Mexiko und Brasilien jedoch für bestimmte Gruppen vollkommen legal sind. Bevor Crazy Planet jetzt allerdings als Befriedigung sensationsgeiler Gelüste abgestempelt wird: Der eigentlich Reiz entsteht schon nach wenigen Minuten nicht durch die Selbstversuche, sondern durch die interessante und sehr persönliche Herangehensweise von Plöger. Er steht nicht einfach da, erzählt und könnte genauso gut aus dem Off reinquatschen. Nein, er ist mittendrin und trägt mit seiner locker-flockigen, man könnte sagen, aus der Hüfte geschossenen Art maßgeblich zum sympathischen Charakter der Doku bei. Zudem entsteht zu keinem Zeitpunkt der Eindruck, er würde sich über die stellenweise doch arg speziellen Gepflogenheiten der Einwohner lustig machen – ganz im Gegenteil! Er wahrt stets den Respekt und drängt sich nicht in den Vordergrund. Außerdem muss ich sagen, dass ich es einfach klasse finde, wie natürlich der Bursche rüberkommt. Es wirkt gar nicht so, als würde er sich verstellen, weil er da gerade vor der Kamera steht. Er ist einfach so, wie er ist: Eine echte Type, eine Original quasi.

Ich würde jetzt nicht so weit gehen zu sagen, dass es sich bei Crazy Planet um kulturelles Bildungsprogramm handelt. Das klingt zum Einen zu trocken, was die Sendung überhaupt nicht ist, zum Anderen ist sie dafür aber auch zu speziell. Sie konzentriert sich eben auf die verrückten Erlebnisse, die man in einem Land haben kann. Zudem hat man mit Oliver Plöger genau den richtigen Mann am Start. Einen, der ganz offensichtlich Bock auf das hat, was er da tut und genug Feingefühl mitbringt um neben Spaß auch noch das eine oder andere an Hintergrundwissen zu vermitteln.

Die beiden Folgen scheint es mittlerweile leider nicht mehr auf den Webseiten von Sixx und ProSieben zu geben. Wer sie sich trotzdem nicht entgehen lassen möchte, dem sei ein Blick in die App dailyme empfohlen;)

Prädikat: Lockere Reisedoku, die informiert und unterhält.

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