Deathgasm Limited Mediabook 3D | CoverEs gibt so ein paar echt üble Sachen, die einem Metalhead wiederfahren können. Ein David Guetta Konzert zum Beispiel. Oder, wenn man morgens aufwacht und die Kumpels einem nachts im Suff die lange Matte abgeschnitten haben. Auch die Kopfhörer zu vergessen und den ganzen Tag ohne das geliebte Geschrammel auskommen zu müssen ist nicht ohne. Ok, nun aber genug der Klischees…ach komm, eins noch. Das so ziemlich Schlimmste ist, wenn man in einem stinklangweiligen Dorf lebt, in dem es kaum jemanden gibt, der die eigene Leidenschaft für Heavy Metal teilt. Genau in dieser Situation findet sich Brodie (Milo CawthorneBlood Punch) wieder, als er bei seinem streng katholischen Onkel und dessen ätzender Familie einziehen muss. Glücklicherweise trifft er in einem Plattenladen Zakk (James Blake), der musikalisch auf der gleichen Welle reitet. Und was tut man, um das öde Vorstadtleben kräftig aufzulockern? Klar, man holt sich noch zwei weitere Typen an Bord und gründet eine Heavy-Metal-Band. Im Falle von Brodie, Zakk, Dion (Sam Berkley) und Giles (Daniel Cresswell) wird diese dann, wer hätte es gedacht,  DEATHGASM (“in Großbuchstaben…Kleinbuchstaben sind was für Pussies”, Zitat Ende) getauft. Durch Zufall gelangt die junge Band an ein Schriftstück mit geheimnisvollen Noten und da sie dieses von einer Legende ihres Fachs abgestaubt haben, muss das in gespielter Form einfach gut klingen. Also malträtiert man die Saiten und merkt zu spät, dass man damit die Einwohner des Dorfes in eine Horde Dämonen verwandelt, die ihnen nun nach dem Leben trachtet. Das bringt die Jungs aber keineswegs aus dem Takt. Stattdessen modifiziert man einfach die Gitarre mit ein paar scharfen Gerätschaften und stürzt sich in den Kampf!

Bühnenshow | DEATHGASM ©TiberiusFilm

Was für eine Bühnenshow!

Und jetzt mal Butter bei die Fische: Was habe ich von Deathgasm erwartet? Einen vielleicht ganz netten aber im Großen und Ganzen mittelmäßigen Film mit einigermaßen passender Mucke und ein paar mehr oder weniger gut gemachten Effekten. Was habe ich bekommen? Einen Streifen, der bereits zu Beginn des Jahres die Messlatte für den einzig wahren Kultstreifen 2016 verdammt hoch legt! Ich fange mal bei der Musik an, denn hier merkt man bereits zu Beginn, dass Regisseur und Drehbuchautor Jason Lei Howden genau weiß, was eingefleischte

Heavy-Metal-Fans erwarten, wenn die “Devil Horns” auf einem Filmcover erscheinen. Das hört man nicht nur am starken Soundtrack, man sieht es auch an der Ausstattung der Drehorte. In zahlreichen Einstellungen wird der aufmerksame Beobachter im Hintergrund Poster bekannter (und damit meine ich nicht radiotauglicher) Bands entdecken: Trivium und Cannibal Corpse wären zwei davon. Natürlich kommen auch die beiden Hauptdarsteller Milo Cawthorne und James Blake stilecht mit langen Haaren, Lederjacken, Nieten und schwarzen T-Shirts mit dem Aufdruck eines unleserlichen Bandnamens daher. Die anderen Schauspieler stellen das genaue Kontrastprogramm dar und sind entsprechend spießig gekleidet.

Heavy-Metal-Legenden | DEATHGASM ©TiberiusFilm Heavy-Metal-Legenden in der Blüte ihres Lebens.

Dieser Zusammenprall der Kulturen sorgt alleine schon für zahlreiche Lacher, aber da hört der Spaß noch lange nicht auf. Deathgasm ist saukomisch! Schon lange habe ich bei einem Film nicht mehr so viel gelacht, was auch an den teils wahnwitzigen Splatterszenen liegt, die mitunter in regelrechte Blutorgien gipfeln. Es gleicht einem Wunder, dass das Teil es ungeschnitten durch die FSK geschafft hat! Hier werden Köpfe abgetrennt (gerne auch zweimal bei ein und dem gleichen Opfer!) oder gespalten, Gedärme freigesetzt und Sexspielzeug zweckentfremdet. Spätestens an diesem Punkt sollten jedem Splatterfan die Freudentränen in die Augen steigen. Zwar könnte man hier kritisieren, dass manche Effekte nicht ganz einwandfrei sind, was insbesondere dann zutrifft, wenn per CGI nachgeholfen wurde, aber dieser Aspekt geht angesichts der Begeisterung, die der Film in mir ausgelöst hat gnadenlos unter…und dabei habe ich extra nochmal eine Nacht drüber geschlafen, um nicht allzu euphorisiert an die Review ranzugehen;)

Nach Meet the FeeblesBad Taste und zuletzt Housebound ist es erneut Neuseeland, das uns einen Horror/Funsplatter der Extraklasse serviert. Wenn man nun noch bedenkt, dass es sich bei Deathgasm um das Spielfilmdebüt von Jason Lei Howden handelt, dann kann man nur gespannt sein, was der Kerl in Zukunft noch auf das Publikum loslässt. Genau an dieser Stelle beinhaltet dieser Artikel 666 Wörter…wenn das mal keine Vorlage für einen Schlusssatz ist;) Also macht euch darauf gefasst, dass ab 4. Februar ein Film in unseren Läden stehen wird, der in jede gute Horrorsammlung gehört!

 

Zusatzinfos | Herkunftsland: Neuseeland | Originaltitel: Deathgasm | Freigabe: FSK 18 | Uncut: Ja | Spieldauer: 86 Min. | Verleih: Tiberius Film | DVD/BD/3D BD VÖ: 04.02.2016
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https://m.youtube.com/watch?v=Cg-c7UpJZLQ
Deathgasm (2015)
Prädikat: Fuck yeah! Auf direktem Wege in den Kultolymp...
Story85%
Schauspieler85%
Inszenierung95%
Kultfaktor95%
3D-Effekte90%
90%Wertung
Leserwertung: (2 Votes)
42%

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