Nur noch einmal schlafen, dann ist es soweit. Eigentlich wollte ich gestern schon Teil 3 des Halloween Countdown in den Äther schießen, aber wie das manches mal so ist…Dafür geht’s aber heute weiter. Ich habe wieder ein paar Filmschmankerl für euch herausgesucht, die ihr zu Halloween nicht verpassen solltet. Und los geht’s…

 

The Blair Witch Project

 The Blair Witch Project

Eine Gruppe junger Dokumentarfilmer begibt sich nach Burkittsville, Maryland um dort dem Mythos um die Hexe von Blair nachzugehen. Dieser handelt u.a. von verschwundenen Kindern und geisterhaften Erscheinungen in den nahegelegenen Wäldern. Die Clique taucht immer tiefer in die Geschichte ein und zeichnet die ganze Unternehmung mit 2 Handkameras auf. In besagten Wäldern angekommen, müssen sie sich schließlich einem sehr realen Horror stellen. Egal ob Paranormal Activity, [REC], The Devil’s Pass oder andere, ähnlich gelagerte Filme: Ohne The Blair Witch Project gäbe es sie vielleicht alle nicht. Der Film darf mit Fug und Recht als Mutter des Found Footage Genre gesehen werden. Für die einen ist er dabei totlangweilig, für die anderen einer der erschreckendsten Horrofilme aller Zeiten. Ich zähle mich zu letztgenannter Gruppe, was aber auch mit einem Halloweenabend vor vielen Jahren zusammenhängt, an dem ich den Streifen mit ein paar Freunden zum ersten mal gesehen habe. Damals war das Internet noch nicht ganz zu mir durchgedrungen und so hatte ich nur hier und da ein paar wenige Infos zu The Blair Witch Project aufgeschnappt. Angeblich sollte es sich um echte Aufnahmen handeln  und nicht um einen bloßen Spielfilm mit außergewöhnlich authentischer Machart. An besagtem Halloween kam dann eine Freundin mit dem Streifen an. Das diese Version nur die englische Originalfassung beinhaltete, machte den Film noch greifbarer. Im Übrigen stand zu jener Zeit nicht vor jedem 2. Film der Hinweis, dass dieser auf wahren Begebenheiten beruht. Anders als heute, war dies also eine vollkommen neue Filmerfahrung. Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass wir alle nach dem Film vollkommen zerstört waren. Es hat auch danach noch einige Tage gedauert, um den Grusel zu verdauen. Und selbst heute kann ich mir The Blair Witch Project nicht ohne ein extrem flaues Gefühl im Magen ansehen. Man muss natürlich empfänglich sein für dieses Subgenre, sich darauf einlassen können. Wen es anspricht, der sollte auf jeden Fall diesen Streifen gesehen haben. Und auch, wenn ich eigentlich ein Freund deutscher Synchronisation bin…dieser Film entfaltet erst im Originalton sein volles Potential.  

 

Black Sheep

Black Sheep

Bei diesem Werk handelt es sich um einen dieser Filme, denen ich früher eigentlich keine Beachtung geschenkt hätte (das war, bevor ich das Trash Genre für mich entdeckt habe). Das Black Sheep aber nicht nur für Trash Fans, sondern auch für Freunde von technisch gut gemachtem Creature Horror ein absoluter Geheimtipp ist, hätte ich nicht gedacht. Neuseeland hat einiges zu bieten: Grüne Wiesen soweit das Auge reicht, traumhafte Landschaften und vor allem Schafe…ohne Ende! Und wer glaubt, dass diese unschuldig dreinblickenden Tieren harmlos sind, der darf hier eines Besseren belehrt werden. Henry Oldfield hat eine regelrechte Schafphobie und fühlt sich deshalb ganz und gar nicht wohl, als er nach 15 Jahren wieder in den Heimatort seiner Kindheit zurückkehrt. Hier möchte er seinen Anteil am geerbten Landgut an seinen Bruder verkaufen. Dieser versucht indes mit Genexperimenten eine neue Schafrasse zu züchten und hat, nebenbei bemerkt, auch noch andere Interessen an den lebenden Wollknäueln, aber da gehe ich jetzt mal nicht weiter drauf ein;) Die Experimente gehen jedoch, welche Überraschung, gewaltig schief und so fallen schon bald Zombieschafe über das Grundstück der Oldfields her. Selbst nach heutigen Trash Maßstäben, die insbesondere von der Filmschmiede The Asylum (Mega Shark vs. Giant Octopus, Mega Piranha, Mega Python vs. Gatoroid,…die Liste ließe sich noch lange fortsetzen) geprägt sind, ist Black Sheep eine echte Rarität. Die knuffigen Tiere in einem Creature Horror in blutrünstige Monster zu verwandeln ist einfach ein großartiger Kniff und es ist ein Segen für das Genre, dass der Film auch in Sachen Umsetzung alles richtig macht: Die Schauspieler leisten klasse Arbeit, die Charaktere sind herrlich schräg, der Blutgehalt ist beträchtlich, der Humor ist erfrischend anders und mit Neuseeland wurde ein ungewohntes Setting gewählt. Für diejenigen unter euch, die einen derben Halloweenfilm suchen, der aber zeitgleich lustig ist und sich selbst alles andere als ernst nimmt…ihr habt ihn gefunden!  

 

Chillerama

Chillerama

Chillerama ist der zweite Episodenfilm im B.M.T.H. Halloween Countdown und es ist wahrlich schwer, für dieses Werk die passenden Worte zu finden…aber hier sind sie;) 5 genreversierte Regisseure, 4 Episoden und eine Rahmenhandlung. Letztere dreht sich um eine Gruppe Jugendlicher, die ein Autokino besuchen und den in die Jahre gekommenen Filmvorführer Cecil (immer wieder ein Genuss: Richard Riehle). Gezeigt wird eine Reihe von Kurzfilmen mit den ausgefallenen Namen Wadzilla, I Was A Teenage Werebear und Das Tagebuch der Anne Frankenstein. Denjenigen, die mit den Titeln wenig anfangen können, möchte ich noch ein paar Stichworte an die Hand geben: Riesiges Killerspermium, Drama/Musical mit homosexuellen Werbären, Hitler und seine Version des Frankensteinmonsters. Insbesondere zu dem Kurzfilm Das Tagebuch der Anne Frankenstein sei eine Warnung ausgesprochen: Dieser ist dermaßen bitterböse und tiefschwarz, dass akute Erstickungsgefahr droht, weil einem mehr als einmal das Lachen im Halse stecken bleiben dürfte. Wer nach Ende der Film-im-Film Vorführung noch nicht genug hat, der darf sich auf ein splatterreiches Finale im Autokino freuen. Mehr muss zu den einzelnen Inhalten gar nicht verraten werden. Chillerama ist ein Grund, warum das Horrorgenre mit seinen zahlreichen Verästelungen vollkommen zu recht der Punk unter den Filmen ist. Der Streifen zeigt, nein, er zelebriert die Vielfältigkeit des Genre, ist eine Hommage an dessen Wurzeln und zugleich absolut zeitlos. Es wäre keine Übertreibung, Chillerama als Meisterwerk zu bezeichnen. Wer also gerade einen Kasten Bier und ein paar gute Freunde zuhause hat, der sollte nicht länger zögern. Party on! So, damit verabschiede ich mich für heute. Ich hoffe, es war etwas für euch dabei. Falls nicht, folgt morgen der 4. und letzte Teil des Halloween Countdowns. Bis dahin…

Euer /anawak

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