Es ist soweit, heute ist die Nacht, in der die Geister umgehen. Der Tag hat schon echt spooky begonnen. Auf meinem Weg zum Büro bin ich mit der Bahn über eine Mainbrücke gefahren. Draußen war ein so dichter Nebel, dass ich nicht einmal das Flussufer erkennen konnte. Atmosphärischer kann ein solcher Tag wohl kaum beginnen;)

Hier sind nun weitere Filmtipps für das Geisterfest. Viel Spaß beim lesen…

 

Drag me to Hell

Drag me to Hell

Um in der freien Wirtschaft weiterzukommen, muss man manches mal ein Schwein sein. Das muss auch die Bankangestellte Christina Brown (Alison Lohman) feststellen, als sie sich auf eine höhere Stelle bewirbt. Um gegen ihre Konkurrentin zu bestehen, muss sie auch einmal „harte Entscheidungen“ treffen, so ihr Chef. Dieser Wandel kommt jedoch zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Das Christine nämlich der alten Mrs. Ganush gegen jegliches Bitten und Flehen die Fristverlängerung eines Kredits ablehnt, gefällt der Zigeunerdame überhaupt nicht. Kurzerhand legt diese einen Fluch auf Christine, die fortan von einem hartnäckigen Dämon verfolgt wird… Regisseur Sam Raimi ist ein alter Genrehase. Mit seiner Tanz der Teufel-Reihe hat er einen wichtigen Beitrag für den Horrorfilm geliefert und nach seinem Ausflug in das Blockbusterkino, dem er Spiderman 1-3 beschert hat, war Drag me to Hell die langerwartete Rückkehr zu seinen Filmwurzeln. Und was für ein Comeback! Sofort merkt man, dass der Mann vom Fach ist und nichts von seiner Gruselkunst verlernt hat. Der Streifen bittet alles, um dem Freund solcher Genrekost die Freudentränen in die Augen zu treiben. Die Effekte sind klasse und teils richtig widerlich, die Spannungskurve (samt großartigem, wenn auch nicht ganz überraschendem Finaltwist) steigt stetig und es gibt auch noch ein paar echt fiese Jump Scares. Für mich ist Drag me to Hell einer der großartigsten Horrorfilme der letzten Jahre. Nicht zuletzt war dies auch ein Grund, warum der Name der Webseite, auf der ihr gerade diesen Artikel lest, auf eben diesem Werk basiert…  

 

Das Haus an der Friedhofsmauer

Das Haus an der Friedhofsmauer

Eine Familie zieht in ein neues Haus in Friedhofsnähe, der Sohn freundet sich mit einem Mädchen an, dass sonst niemand sehen kann und die unheimlichen Ereignisse häufen sich. Das klingt gefährlich nach dem Wiederkäuen eines bereits x-mal verwendeten Horrorplots. Lucio Fulci’s Das Haus an der Friedhofsmauer lebt in der Tat nicht von einer einfallsreichen Story, sondern ganz und gar von seiner Atmosphäre. In ruhigen Bildern erzählt er die Geschichte der Familie Boyle, die sich irgendwo zwischen dem Zombie- und dem Haunted House-Genre bewegt. Das der Film eher gemächlich daherkommt, macht ihn aber keineswegs weniger gruselig. Die teils ungewohnt langen Einstellungen, in denen man auch mal nur die Augenpaare der Protagonisten sieht, entfalten mit der Zeit eine intensive Sogwirkung. Die derben Gore-Szenen, die stimmungsvolle Musikuntermalung und die markante Atmosphäre tun ihr Übriges, um den Film zu etwas Besonderem zu machen. Wer sich gerne einen echten Klassiker zu Halloween reinpfeiffen möchte, der darf hier gerne zugreifen. Leider ist es gar nicht so einfach an den Film ranzukommen, da dieser u.a. aufgrund seines Alters und der bisher ausgebliebenen Neuveröffentlichung schwerlich im Einzelhandel zu finden sein dürfte. Wer ihn also nicht schon zuhause liegen hat, der sollte dem Film auf jeden Fall nach Halloween eine Chance geben…

 

Don’t be afraid of the Dark
 

Don't be afraid of the Dark

Auch der von Guillermo del Toro (Pan’s Labyrinth) produzierte Don’t be afraid of the Dark führt uns in ein abgelegenes Haus mit einem dunklen Geheimnis. Die Geschichte handelt von der 8-jährigen Sally Hurst (ganz groß: Bailee Madison), die mit ihrem Vater und seiner Freundin in das Blackwood Anwesen zieht. Bald schon dringt ein unheimliches Flüstern aus dem Keller und ruft nach dem kleinen Mädchen, das der Neugier nicht widerstehen kann und die Treppe hinabsteigt. Die Stimmen locken sie zu einer Öffnung in der Kellerwand, vor die jedoch eine massive Metallplatte geschraubt wurde. Sally schafft es, die Schrauben zu lösen und befreit so ungewollt eine uralte Bedrohung… Obwohl der Film mit tollen Effekten, gut platzierten Schreckmomenten und einer gruseligen Atmosphäre punkten kann, ist es vor allem die kleine Bailee Madison, die Don’t be afraid of the Dark zu einem besonderen Werk macht. Die Nachwuchsschauspielerin versteht es trotz ihren jungen Alters vortrefflich, die unter der Trennung ihrer Eltern leidende Sally zu verkörpern. Und obwohl Guillermo del Toro hier nur als Produzent tätig war, ist seine Handschrift klar zu erkennen. Bereits in früheren Werken hat er außerordentliches Geschick bei der Inszenierung seiner Figuren bewiesen und hat dieses offensichtlich an den Regisseur Troy Nixey, der mit dem Creature Horrorstreifen sein Spielfilmdebut abliefert, weitergegeben. Auch Guy Pearce als strenger Papa und Katie Holmes in der Rolle der Stiefmutter leisten top Arbeit, das kleine Mädchen jedoch ist definitiv der Star des Films. Don’t be afraid of the Dark ist ein modernes Schauermärchen und wird jeden Halloween Filmabend bereichern. Es wird dunkel, ich sitze in der S-Bahn und im Laufe des abends werde ich mich zu den Kreaturen der Nacht gesellen. Ich hoffe, ich konnte euch für den einen oder anderen Film begeistern oder manchen Klassiker nochmal ins Gedächtnis rufen. Bei meinen Recherchen bin ich noch auf einen Haufen weiterer Werke gestoßen, die sich für diese Nacht unbedingt eignen würden. Zu nennen wären da bspw. noch Chucky – Die Mörderpuppe, Das Omen, Halloween, Freddy vs. Jason, Coraline und American Werewolf in Londen (im Übrigen mit einer der großartigsten Werwolf-Verwandlungsszenen der Filmgeschichte). Ich habe versucht, euch aus dem riesigen Fundus passender Filme einige meiner Highlights vorzustellen und dabei für jeden etwas zu bieten. Schreibt mir doch einfach in die Kommentare, ob ihr euch einen der vorgestellten Filme angesehen habt und wie ihr ihn fandet. An dieser Stelle möchte ich euch nun ein frohes und schauriges Halloweenfest wünschen!

Danke für’s Lesen und bis demnächst,

euer Graf /anawak

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