Als Filmliebhaber, der sich gerne mit anderen Interessierten über sein Hobby unterhält erlebt man immer wieder Situationen wie diese:

„Hast du den Film XY schon gesehen?“
„Nee, habe ich schon von gehört, aber noch nicht gesehen.“
„Den musst du dir uuuuunbedingt ansehen!“

So auch bei „Der Ren & Stimpy Show“, die mir kürzlich von meinem Kumpel empfohlen wurde. Und ich frage mich ernsthaft, wie dieser kranke, depperte und großartige Shit so lange Zeit an mir vorbeigehen konnte. Die Zeichentrickserie gibt es nämlich bereits seit den frühen 90er Jahren, umfasst 3 Staffeln und wurde von dem Kindersender Nickelodeon produziert. Wer jetzt meint, dass das auch nur was für Kinder ist, der irrt sich gewaltig…ganz im Gegenteil. Bei dieser Show besteht akute Verblödungsgefahr, wenn man den Humor nicht versteht…und ich bezweifle mal, dass Kinder überhaupt etwas damit anfangen können, was einem hier geboten wird.

Ren ist ein leicht cholerischer Chihuahua, Stimpy ein (ich versuche es mal freundlich auszudrücken) einfach gestrickter Kater und die beiden erleben allerlei schräge Situationen. Dabei ist die „Show“ tatsächlich wie eine eben solche aufgebaut. Jede der gut 20-minütigen Folgen ist meist in 2 Geschichten unterteilt in denen die beiden die Hauptrolle spielen. Einmal sind sie im wilden Westen, dann wieder in der Zukunft im All oder sie hängen einfach mal in der Gegenwart zuhause rum. Aber egal wo sie sind – irgendwas geht immer auf die irrwitzigste Art und Weise schief. An Bord eines Raumschiffs beispielsweise bekommt Ren den Weltraumkoller und bedroht Stimpy mit einer Zahnbürste („Zwinge mich nicht sie einzusetzen!“) oder aber die beiden gehen zum Militär und treiben ihren Ausbilder zur Weißglut.

WeltraumkollerRen bekommt den Weltraumkoller…

An der Serie ist so ziemlich alles abgedreht: Die Zeichnungen, die, ganz im Stile der 90er, noch relativ roh und simpel wirken, dabei aber frech und „dreckig“ sind. Die Dialoge, in denen oft dermaßen unvermittelt mit Kraftausdrücken um sich geschmissen wird nur um im nächsten Moment wieder ins kindlich-naive abzudriften (freut sich Stimpy beispielsweise, so sagt er „freu, freu“), verdrehen einem schonmal die Birne. Ganz zu schweigen von den Situationen, die hier dargestellt werden. So landen die beiden in der Folge „Das schwarze Loch“ auf einem fremden Planeten auf dem sie im Minutentakt mutieren. plötzlich hat Stimpy den Körper eines Dinosauriers und Ren die Beine eine Huhns. Oder sie verkaufen als Vertreter Gumminippel in „Von Tür zu Tür“.

Und auch, wenn „Die Ren & Stimpy Show“ ausschließlich darauf aus zu sein scheint von Szene zu Szene bizarrer zu werden, so habe ich doch angefangen die beiden zu mögen. Im Grunde sind es zwei Freunde, die ständig in das erstbeste Fettnäpfchen treten und sich oft gegenseitig an die Gurgel gehen – am Ende raufen sie sich aber wieder zusammen und das macht sie einfach sympathisch.

Let´s mutateLet´s mutate…

Man muss auf diese Art von Humor stehen, keine Frage. Am ehesten lässt sich die Serie noch mit „Spongebob“ vergleichen, wenn dieser auch noch lange nicht so fertig ist wie die das ungleiche Paar. Wer also schon mit dem gelben, sprechenden Unterwasser-putzwerkzeug nichts anzufangen vermag, der darf auch gerne dieses Werk an sich vorüberziehen lassen. Wer aber nur ansatzweise etwas für schrägen Humor übrig hat, für den ist es absolute Pflicht. Auch „Meet the Feebles“, eines der frühen Werke von Peter Jackson (als dieser noch Indie-Streifen gedreht hat), darf als Vergleich herangezogen werden…allerdings wurde dieser mit Puppen gedreht und nicht gezeichnet. Der Stil ist aber nicht minder kaputt.

Ich jedenfalls habe „Die Ren & Stimpy Show“ innerhalb kürzester Zeit in mein Filmherz geschlossen. So, und zum Abschluss gibt jetzt noch ein wenig Werbung, nicht live, aber direkt aus der Show – viel Spaß damit. Euer /anawak.

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