Exists - Die Bigfoot-Legende lebt | CoverEs gibt einige Legenden, die mich extrem faszinieren…die um den Bigfoot gehört allerdings nicht dazu. Um ehrlich zu sein, finde ich sie sogar ziemlich öde. Natürlich wäre es krass, wenn da draußen ein Zottelbär herumläuft, der uns sehr ähnlich ist, nur eben einige Evolutionsstufen hinterherhinkt, aber das Monster von Loch Ness beispielsweise würde doch um einiges mehr fetzen. Warum also schaue ich mir einen Film an, der den Bigfoot zum Thema hat, wenn ich das Vieh doch langweilig finde? Zum einen kommen einfach zu wenige gut gemachte Monsterfilme raus (hier hatte ich aber irgendwie das Gefühl, dass es sich um einen eben solchen handelt), dann wäre da noch der Regisseur Eduardo Sánchez, der auch für Blair Witch Project verantwortlich zeichnete (diesen Streifen fand ich übrigens alles andere als öde) und außerdem hat mir das Artwork der Veröffentlichung gefallen;). Von außen betrachtet hatte ich also schonmal die Hoffnung, dass Exists – Die Bigfoot-Legende lebt mich gut unterhalten kann. Aber wie steht es um die inneren Werte  des Found Footage Werks?

Ich bleibe direkt mal bei der optischen Umsetzung des Films. Eduardo Sánchez bleibt nämlich dem Stil von vielen seiner bisherigen Werke treu und setzt auch Exists in wohlbekannter Wackeloptik um. Wer es also nicht leiden kann, wenn die Kamera regelmäßig in den Veitstanz verfällt, der sollte vielleicht nur noch den nächsten Satz lesen und wenn die Begeisterung für den Film dann immer noch wimmernd am Boden liegt, lest ihr am besten einen meiner anderen Artikel;) Abgesehen von den bekannten Schwächen dieses Subgenres (warum verdammt   

nochmal müssen die Protagonisten beispielsweise immer erst noch die Kamera anmachen, wenn sie gerade eigentlich andere Sorgen haben sollten?) kann der Streifen in vielerlei Hinsicht durchaus überzeugen: Die Effekte sind handgemacht (endlich mal wieder ein Schauspieler in einem Monsterkostüm), die Spannung hält einen gut bei Laune, das Ende überzeugt und die Schauspieler können was. Große Innovationen darf man hier gleichwohl nicht erwarten: Die Story ist absoluter Standard (ein paar Jungs und Mädels fahren zu einer Hütte im Wald und werden dort von Alf 2.0 attackiert – lediglich die Erklärung, warum der “große Fuß” Amok läuft, wirkt nicht wie aus der Klischeetube gedrückt), die Charaktere wurden mit der Schablone gezeichnet und vermeintliche Jump Scares kündigen sich frühzeitig an, sodass man sich in Ruhe darauf vorbereiten kann. 

Und kann ich das Teil jetzt empfehlen? Ja, wenn ihr euch mal wieder bei einem gut gemachten aber nicht allzu gruseligen Grusler gruseln wollt (ja, die Formulierung war Absicht;) und Filme auch dann bereit seid unterhaltsam zu finden, wenn sie das Rad nicht neu erfinden (mal ehrlich: Welcher Film schafft das heute noch?). Eine Empfehlung gibt es nicht, wenn ihr Wert darauf legt, dass der Kameramann kein Koffeinjunkie ist, ihr es gerne innovativ und ohnehin zu wenig Zeit habt, all die Filme zu schauen, die euch schon so lange empfohlen werden. 

Mich hat Exists trotz meines Desinteresses hinsichtlich des Kernthemas positiv überrascht und ich würde ihn mir auch wieder anschauen, wenn ich gerade schon dabei bin, zum x-ten Mal meine Sammlung an Monsterfilmen “durchzuarbeiten” – denn in genau solch eine darf man sich den Streifen beruhigt reinstellen.

 


Zusatzinfos | Originaltitel: Exists | Freigabe: FSK 16 | Uncut: ja | Spieldauer: 81 Min. | Studio (Verleih): WVG Medien | BR/DVD VÖ: 27.03.2015
Exists: Die Bigfoot-Legende lebt (2014)
Prädikat: Keine große Überraschung, aber dennoch sehenswert.
Story50%
Schauspieler72%
Spannung76%
Inszenierung80%
70%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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