Exitus | CoverEs gibt ja die schönsten Orte, um eine dicke Party steigen zu lassen: Eine große Wiese, das Ufer eines Sees im Sonnenuntergang, ein auf dem Meer dahintreibendes Boot oder eine verlassene Nervenheilanstalt. Ok, Letzteres passt jetzt nicht ganz in das romantische Gesamtbild, aber genau so beginnt der Film ExitUs von Regisseur Marcus Nispel (ConanMichael Bay’s Texas Chainsaw Massacre). Patrick (Kelly Blatz, From Within) und seine Freunde haben nämlich nichts Besseres zu tun, als sich abends in der heruntergekommenen Anstalt Exeter einzunisten, wo vor vielen Jahren vermeintlich Geistesgestörte “behandelt” wurden. Der Plan: Party bis zum Morgengrauen inklusive Übernachtung mitten im Schutt (Frühstück nicht inbegriffen). Am nächsten Tag möchte die Clique noch nicht gleich auseinandergehen und experimentiert stattdessen mit dem sogenannten Backmasking, bei dem Songs rückwärts gespielt werden, um dadurch versteckte Botschaften aufzudecken. Was als Spaß beginnt, wird bitterer und bald auch sehr blutiger Ernst, als Patrick’s Bruder Rory (Michael Ormsby) plötzlich anfängt, sich wie ein Wahnsinniger aufzuführen. Nachdem man ein paar angemoderte Patientenakten durchstöbert hat scheint klar: Der Bursche ist besessen. Also bindet man ihn fest und versucht unter der Anleitung fragwürdiger How-to Videos aus dem Word Wide Web, den Kerl wieder klar zu bekommen. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Rory (oder wer auch immer er nun sein mag), ist nicht die einzige Gefahr, mit der sie sich befassen müssen…

ExitUs hat mich in vielerlei Hinsicht positiv überrascht: Zum Einen ist er überhaupt nicht der Gruselschocker, den ich aufgrund der recht düsteren Aufmachung und den dahinterstehenden Produzenten (u.a. Jason Blum, der auch bei Insidious und Creep mit an Bord war) erwartet habe. Das wäre zwar auch gut gewesen, aber vorgestern kam es mir doch sehr gelegen, dass der Streifen sich mit

seiner punktgenauen Situationskomik und den vereinzelten, dafür aber umso kreativeren Splatterszenen zwischen dem saulustigen Deathgasm und dem nicht minder genialen Housebound einordnen lässt. Zum Anderen hat mich seit langem mal wieder ein Film mit einem wirklich überraschenden Finale in die Nacht geschickt – sehr schön!

Hinzu kommt, dass der für den Soundtrack Verantwortliche Eric Allmann ein paar fette Metalriffs auf’s Parkett haut, was die ganze Sache schließlich abrundet.

Das einzige Manko sind einige Logikfehler, welche jedoch von den sympathischen Darstellern und den irrwitzigen Ideen gut überspielt werden. 

Um das volle Potential des Films mitzunehmen, empfehle ich euch jedoch dringend, vorher nicht den Trailer zu schauen! Dieser verrät leider schon zuviel. Was ihr euch dafür aber auf jeden Fall ansehen solltet, sind die Extras. Hier plaudert der deutsche Regisseur ein wenig aus dem Nähkästchen und erzählt unter anderem, dass es sich bei dem Drehort tatsächlich um eine verlassene Nervenheilanstalt handelt und das er und sein Team die Ersten waren, die das Gebäude nach 50 Jahren betreten haben. Dementsprechend mulmig war der Crew beim Dreh, was man ihnen in den Interviews auch anmerkt. Aber schaut es euch am besten selbst an – meinen Segen habt ihr;) 

Zum Schluss noch etwas Klugscheißerei für diejenigen, die sich über die komische Schreibweise des Titels wundern: ExitUs bedeutet getrennt geschrieben (Exit us) und übersetzt “verlasse uns”. Natürlich kann man es auch einfach als Exitus, also “Tod” lesen. Ein schönes Wortspiel;) 

 

 

Zusatzinfos | Herkunftsland: USA | Originaltitel: Backmask | Freigabe: FSK 18 | Uncut: Ja | Spieldauer: 92 Min. | Verleih: EuroVideo | DVD/BD/BD Steelbook VÖ: 13.08.2015
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https://www.youtube.com/watch?v=ZCilEL7GZns
ExitUs (2015)
Prädikat: Ziemlich irre und definitiv empfehlenswert!
Story80%
Schauspieler80%
Spannung75%
Inszenierung85%
80%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
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