Spät abends in der Schule. Draußen ist es dunkel und lediglich Robert Anderson, Lehrer und Alkoholiker, ist mit seiner Tochter, die er nachsitzen lässt, und ein paar anderen noch in dem Gebäude unterwegs. Was diese zunächst nicht mitbekommen ist, dass mehrere in Kaputzenpullover gehüllte Gestalten in die Schule eindringen und die Anwesenden dezimieren…

Mehr soll an dieser Stelle nicht von der Story verraten werden. Gewalt und Terror in Schulen ist im Film schon lange kein unangetastetes Thema mehr. Werke wie Gus Van Sants „Elephant“ oder der grandiose „We need to talk about Kevin“ behandeln diese heikle aber doch allgegenwärtige Problematik auf ihre ganz eigene Art und Weise. So auch der Streifen „F“, dessen nahezu nichtssagender Titel wie ein dunkles Omen für das wirkt, was einen hier erwartet. Zwar bedeutet die Note „F“ im britischen Schulsystem „nicht bestanden“ und zu Beginn scheint das auch eine Rolle zu spielen. Im weiteren Verlauf tritt dies jedoch zunehmend in den Hintergrund und der Titel steht für das, was den Film letzten Endes vor allem auszeichnet: Die Darstellung des gesichtslosen Terrors, der scheinbar grundlos und unvermittelt zuschlägt…

Dabei setzt Regisseur Johannes Roberts gleich mehrere Dinge grundlegend anders um und hebt seinen Film so von der Masse ab. Da wären beispielsweise die Morde, die nie explizit gezeigt und nur selten überhaupt angedeutet werden. Stattdessen werden im Nachhinein erst die Opfer gezeigt, die in der Regel auf´s Heftigste verstümmelt wurden. Diese Szenen rechtfertigen dann auch die Einschätzung der FSK, die den Film mit „Keine Jugendfreigabe“ (also FSK 18) einstufte. Außerdem wurden die Mörder einfach großartig in Szene gesetzt. Wie Tiere spielen sie zunächst mit ihren Opfern und pirschen sich an sie heran bevor sie zuschlagen. Wieviele es sind wird nie ganz klar und auch sonst erfährt man nichts über sie. Der Soundtrack von Neil Stemp überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie und unterstreicht in seinen besten Momenten die düstere Hochglanzszeneri und erzeugt eine wunderbar unangenehme Atmosphäre. 

Come out, come out,...Come out, come out, wherever you are…

Es gibt noch so Einiges, was man Positivices über den Film sagen kann: Die Kameraführung, die Belichtung, die Schauspieler, das Setting…hier werden nahezu überall frische Ideen mit einer großartige Leistung verknüpft. Stilistisch lässt sich „F“ am ehesten noch mit „The Strangers“ vergleichen, ein Thriller, bei dem ich mir seinerzeit wirklich den Arsch weggegruselt habe. Auch dieser spielt nämlich mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, irgendwann zu erfahren, warum dieses Massaker überhaupt geschieht, nur um ihm letzten Endes genau diese Befriedigung vorzuenthalten und ihm somit den Boden unter den Füßen weg zu ziehen. „F“ schafft dies, indem er so überraschend und abrupt endet, dass man es zunächst nicht fassen kann und sich erst einmal fragt: „Was soll denn der Scheiß?!“. Aber wenn man sich zumindest etwas ernsthafter mit Filmen außereinandersetzt (auch dann noch, wenn schon der Abspann läuft), dann könnte der nächste Gedanke vollkommen zu Recht sein: „Was ein geiles Ding!“.

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