Fear the Walking Dead St. 2, Ep. 15 | Alejandro ©Splendid Film/WVG
Spoilerwarnung: Diese Review kann Spuren von Informationen zu den bisherigen Folgen der Serie enthalten. Sollte bei dir eine Allergie gegen Spoiler diagnostiziert worden sein, empfehle ich, die letzten Ausgaben von Fear the Walking Dead zu schauen, bevor du diesen Artikel konsumiert. Die Zusammenfassung der hier besprochenen Folge verabreiche ich natürlich frei von Spoilern.

Fear the Walking Dead Staffel 2 - Teil 2| Cover ©amc

Hier stehen wir also zum Finale der zweiten Staffel von Fear the Walking Dead: Chris ist tot, Travis am Ende und die Hotelgemeinschaft aufgrund seines Racheakts, in dessen Folge er 2 Menschen getötet und einen weiteren schwer verletzt hat, in Aufruhe. Auf der anderen Seite haben wir Nick, der verzweifelt versucht, die Dorfbewohner von den Plünderern wegzuführen, welche schon bald durch die Tore ihres Rückzugsorts brechen werden. Hierfür muss er jedoch Alejandro überzeugen, welcher, man hat es sich ja fast gedacht, nicht immun gegen das Virus ist und nach einem Biss mit dem (Un-)Tot kämpft. Die Zeit wird also knapp und es ist absehbar, dass unsere Protagonisten in Kürze weiterziehen müssen, wenn sie überleben wollen. Dabei treibt es sie, wie schon zuvor Ofelia, nach Norden, zur mexikanisch-amerikanischen Grenze…was sie dort erwartet ist jedoch nicht der lang ersehnte Neuanfang.

Diese letzte Episode, welche den trefflichen Namen Norden trägt, schafft es doch nochmal, ein anständig Maß an Spannung aufkommen zu lassen. Dies ist vor allem der Inszenierung und der mitunter tollen Kombination von Bildern und Soundtrack zu verdanken. Auch der Aufbruch (fast) aller Figuren in neue Gefilde macht Lust auf die bereits bestätigte 3. Staffel, welche voraussichtlich im April nächsten Jahres starten wird (siehe hier). Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack: Die zurückliegenden 15 Folgen haben qualitativ einfach nicht genug abgeliefert. Zu oft fehlte es an mitreißenden Momenten, Emotionen, intensivem Schauspiel, Zombies, markanten Antagonisten und dem respektvollen Umgang mit den (zumindest größtenteils) interessanten Figuren. Hier muss dringend an den Drehbüchern gearbeitet werden, die bislang zu selten das ohne Frage vorhandene Potential ausgenutzt haben. Ein Beispiel wären die per se, und im Vergleich zu der “Mutterserie” The Walking Dead, gegen den Strich gebürsteten Drehorte, die absolut zu überzeugen wussten. Auch das Produktionsdesign und der Soundtrack haben mir sehr gut gefallen. Der Rahmen stimmt also und ich wünsche mir inständig, dass inhaltlich zukünftig mehr kommt, als belanglose Gespräche, halbgare zwischenmenschliche Konflikte sowie das naive Umgehen intensiver Storytwists, obwohl diese sich quasi von selbst in das Drehbuch schreiben ließen. So hätte man schon längst mehr aus den Drogen- und den Vater-Sohn-Problemen von Nick, dem Konflikt zwischen Madison und Alicia oder der Hintergrundgeschichte von Victor Strand machen können. Ich glaube, die Darsteller könnten das gut rüberbringen – man muss ihnen nur das richtige Handwerkszeug geben. Vor allem aber erhoffe ich mich für die 3. Staffel einen richtig fiesen Antagonisten. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Auftritt des “Gouverneurs”, der zu dieser Zeit ja noch irgendwo rumgeistern müsste? Er könnte der Gruppe richtig Dampf unterm Arsch machen, damit die auch mal aus dem Quark kommen;) Just saying…

Zusatzinfos | Herkunftsland: USA | Originaltitel: North | Regie: Andrew Bernstein | Drehbuch: Dave Erickson | Darsteller: Kim Dickens, Cliff Kurtis, Colman Domingo | Produktion: David Alpert, Pablo Cruz, Frank Hildebrand | Freigabe: FSK 18 | Uncut: Ja | Spieldauer: 46 Min. | Verleih: Splendid Film/WVG | DVD/BD VÖ: 04.11.2016 | Erstausstrahlung auf Amazon Instant Video: 02.10.2016 | Streaming Link: Amazon
Fear the Walking Dead Staffel 2 - Ep. 15 - Norden (2016)
Prädikat: Spannender Abschluss einer ansonsten faden 2. Staffel.
Story80%
Schauspieler80%
Spannung83%
Inszenierung80%
81%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

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