John WickKeanu Reeves ist wieder da! Wie, war er denn weg? Darauf gibt’s ein klares Jein als Antwort. Zwar hat der kanadische Schauspieler in den letzten Jahren den einen oder anderen Film gedreht, richtig interessant wurde es allerdings erst wieder mit seinem Regiedebüt Man of Thai Chi, der aber, ebenso wie der kurz darauf folgende 47 Ronin, eher durchwachsene Kritiken bekam. Aber aller Anfang ist schwer und so wirkte es fast, als ob Reeves sich wieder neu im Actiongenre etablieren müsse. Und siehe da, mit John Wick schien sich das Blatt endgültig zu wenden. Irgendwie lag es in der Luft: Da könnte was Fettes auf uns zukommen. Und ja, es ist soweit: Keanu Reeves kicks asses again!

Der Film arbeitet mit einfachen Mitteln: Ein sehr übersichtliche Story, viel Action, tolle Choreographien und ein Hund. Ok, letzteres nur sehr kurz, denn der Welpe, den John Wicks’ Frau ihm kurz vor ihrem Tod geschenkt hat, wird von einer Gruppe Einbrecher erschlagen. Dieser doppelte Schicksalsschlag ist zuviel für John und so kehrt er zurück in Kreise, für die er einst als Auftragskiller tätig war. Nur dieses mal steht der Sohn des russischen Mafiabosses Viggo Tarasov (mal wieder ganz groß: Michael Nyqvist aus der Millennium-Trilogie) auf der Abschussliste, da dieser den Einbruch angeführt hat. Obwohl Viggo mächtig die Düse geht, schickt er seine Bodyguards los, um dem Amoklaufenden den Gar auszumachen.

Besonders begeistert hat mich die Atmosphäre des Films. Hier wird düstere Hochglanzoptik mit einem überraschend guten und stimmigen Soundtrack kombiniert. Hinzu kommen die Actionszenen und Keanu Reeves, der seine Widersacher nicht nur mit Schlägen und Tritten zu verarzten weiß, sondern auch mal wieder Schusswaffen einsetzt. Dieses Zusammenspiel führt zu einigen klasse Aufnahmen, insbesondere dann, wenn sein Gegenüber offensichtlich nicht mehr weiß, wo vorne und hinten ist.

Auch meine Befürchtung, der Film könnte einige Längen haben (bei 47 Ronin fand ich das etwas schade), hat sich nicht bewahrheitet. Es knallt regelmäßig und gerade deswegen ist das vermeintliche Finale so wunderbar gegen den Strich gebürstet, dass mir ein Schmunzeln über die Lippen huschte. Am Anfang des Films sieht man übrigens einen kurzen Ausschnitt vom Ende, was ebenfalls ein toller, wenn auch nicht komplett neuer Kniff ist, um direkt zu Beginn die Spannung aufzubauen.

John Wick ist schnell, hart, düster und macht einfach Spaß. In diesem Sinne: Welcome back Keanu!

 

Zusatzinfos | Freigabe: FSK 16 | Uncut: ja | Spieldauer: 101 Min. | Studio (Verleih): Studiocanal | BR/DVD VÖ: 04.06.2015
John Wick (2014)
Prädikat: Dreckig, schnell und atmosphärisch! Wo ist das Popcorn?
Story68%
Schauspieler80%
Action88%
Atmosphäre90%
82%Gesamtwertung
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